Großer Erfolg für die türkische LGBT-Gruppe Kaos GL: Der oberste Berufungsgerichtshof des Landes folgte am Ende eines langen Prozessmarathons ihrer Strafanzeige und verurteilte eine Zeitung wegen eines homophoben Artikels zu einer Geldstrafe.
„Üskül nimmt sogar am Treffen der sexuell Perversen teil", hieß es in dem umstrittenen Bericht des Blattes "Yeni Akit"- Anlass war ein von Kaos GL organisiertes internationales Treffen gegen Homophobie, zu dem auch der Abgeordnete Zafer Üskül eingeladen war. Wegen Beleidigung müssen nun die Zeitung und der Autor 4.000 türkische Lira (1.700 Euro) bzw. 2.000 türkische Lira (850 Euro) zahlen.
Zwei Gerichte in der türkischen Hauptstadt Ankara hatten zuvor noch geurteilt, dass die Bezeichnung "pervers" von der Pressefreiheit geschützt sei. Dieser Argumentation folgte das oberste Berufungsgericht nicht: "Pressefreiheit bedeutet nicht, dass Menschen beleidigt werden dürfen",so die Richter.
Homosexualität ist in der Türkei bereits seit 1858 legal. Dennoch wird die Arbeit von LGBT-Verbänden immer wieder mit Gummiparagrafen behindert. (mg)