Eine Umfrage der "Washington Post" bestätigt eine lang gefühlte Ahnung: Anhänger der so genannten Tea-Party-Bewegung in den USA lehnen fast einstimmig die Gleichstellung von Homosexuellen im Eherecht ab und haben viele Vorurteile.
Die Anfang der Woche veröffentlichte Umfrage umfasste mehr als 3.000 Teilnehmer, die in 13 "parteipolitische Gruppen" unterteilt wurden, darunter auch die 2009 gegründete Tea-Party-Bewegung innerhalb der republikanischen Partei. 94 Prozent der Tea-Party-Anhänger lehnen demnach die Ehe-Öffnung ab, mehr als in jeder anderen Gruppe. Nur sechs Prozent sprechen sich für eine Gleichstellung aus. Bei der Gesamtbevölkerung stimmten 53 Prozent der Ehe-Öffnung zu, 42 Prozent lehnten sie ab.
Zwar gibt sich die Tea Party als libertäre Bürgerbewegung aus, die ausschließlich Steuersenkungen und die Senkung des Staatsdefizits zum Ziel habe. Allerdings vereinen sich dort fast ausschließlich Politiker, die mit religiösen Begründungen die Gleichbehandlung von Homosexuellen ablehnen. Dazu gehören unter anderem die ehemalige Gouverneurin Sarah Palin und die Kongressabgeordnete Michele Bachmann. In der republikanischen Partei fühlen sich 28 Prozent der Mitglieder der Tea Party zugehörig.
(mg)