Im Sozialausschuss hat der Stadtrat der Stadt München einstimmig die Errichtung einer Münchner Regenbogen-Stiftung beschlossen. Er folgt damit der Initiative der städtischen Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, des Sub e.V., des Lesbentelefon e.V., des Gay Outdoor Club e.V., der Münchner Aids-Hilfe e.V. sowie des Transmann e.V. Die kommunale Stiftung dient der Gleichstellung und Förderung von Lesben, Schwulen und Transgendern und deren Community-Aktivitäten. Als Dachstiftung ist sie auch offen für Stifterinnen und Stifter, die durch eigene Stiftungen spezifische Ziele fördern möchten.
Für die Fraktion Grüne/Rosa Liste beantragte Stadtrat Thomas Niederbühl (Rosa Liste) zusätzlich, dass die Landeshauptstadt München in den ersten drei Jahren jeden an die Regenbogen-Stiftung gespendeten oder gestifteten Euro verdoppelt. Dieser städtische Zuschuss ist dabei auf jährlich maximal 30.000,-€ beschränkt. Auch dem Ergänzungsantrag hat der Sozialausschuss einstimmig zugestimmt.
Dazu Stadtrat Niederbühl: „Für mich ist das schon ein historischer Tag: zum ersten Mal hat die Community der Lesben, Schwulen und Transgender in Deutschland eine kommunale Stiftung für ihre Förderung und Gleichstellung auf den Weg gebracht – ganz im Sinne der Selbsthilfe. Denn die Gründungsstifterinnen und –stifter können dadurch den folgenden Generationen die Einbindung und Unterstützung ihrer Szene-Einrichtungen ermöglichen, die sie selber erfahren haben.“ Niederbühl sieht in der Entscheidung der Gründungs-Vereine für eine kommunale Stiftung ein klares Statement zur Gleichstellungspolitik der Stadt und einen Vertrauensvorschuss auf die kompetente städtische Stiftungsverwaltung. „Wenn die Stadt aufgrund meiner Initiative jetzt noch jeden Euro verdoppelt, dann ist das ein deutlicher Dank an die Gründer, eine Motivation für zukünftige Stifterinnen und Stifter - und damit eine Investition für die Zukunft“, freut sich Niederbühl. Wenn die Regenbogen-Stiftung nach der Bestätigung der Beschlüsse im Stadtratsplenum Ende Januar und der formalen Zustimmung der Finanz- und Aufsichtsbehörden dann endgültig errichtet ist, hofft er auf große Spendenbereitschaft in der Szene: „Etwas Schöneres als die Regenbogen-Stiftung kann sich die Community gerade zum 30.Jubiläum des Münchner Christopher-Street-Day gar nicht selber schenken!“