Ältester schwuler Verein Münchens übergibt Vereins-Standarte an das Münchner Stadtmuseum
Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums (gegründet 1974) übergab der „Münchner Löwen Club e.V.“ (MLC), der älteste schwule Verein Münchens, seine prächtige Vereins-Standarte dem Münchner Stadtmuseum. Auf der Vorderseite ist die Standarte mit dem Vereinslogo und auf der Rückseite mit den bayerischen Rauten geschmückt. Fünf Jahre nach Gründung des Vereins (1979) wurde sie zur Eintragung des Vereins in das Vereinsregister angefertigt.
In Anwesenheit des Stadtrates Thomas Niederbühl fand gestern die offizielle Übergabe an Dr. Florian Dering, dem stellvertretenden Direktor der Münchner Stadtmuseums, statt. Zur Schenkung des Münchner Löwen Clubs (MLC) gehören auch die Jubiläums-Festschrift, das Vereins-Maskottchen, eine schwarze Lederjacke und eine schwarze Lederweste, beide dicht mit Stickern und Aufnähern aus der Szene geschmückt, sowie Plakate, die auf das alljährlich stattfindende Oktoberfesttreffen hinweisen.
Der Münchner Löwen Club, früher Münchner Leder Club, ist einer der bekanntesten Fetischvereine Europas. Er machte sich vor allem durch die Organisation des alljährlichen Oktoberfesttreffens weltweit einen Namen und darf zum 200jährigen Jubiläum der Wiesn nicht fehlen. Aber auch bei der Veranstaltung des Christopher-Street-Day ist er ein wichtiger Partner bei den Bemühungen um Toleranz und Weltoffenheit.
Stadtrat Niederbühl würdigte das soziale, solidarische und integrative Engagement des MLC in und für die Community, dessen größter Erfolg sicher die Gründung der ersten regionalen Aids-Hilfe bereits 1984 in München war. Gleichzeitig mache die Club-Arbeit auch deutlich, dass sich gesellschaftliche Akzeptanz nicht auf die Lebenspartnerschaft beschränken darf, sondern die ganze Vielfalt schwul-lesbischer Lebensstile umfassen muss. Und diese Vielfalt müsse sich auch im Stadtmuseum spiegeln:
„Mit dem MLC hat das Stadtmuseum zum ersten Mal Sammlungsstücke aus der schwul-lesbischen Emanzipationsgeschichte angenommen. Das ist auch schon ein historisches Ereignis. Denn damit wird die Geschichte des Verschweigens, Verdrängens und Vergessens beendet: die Emanzipationsgeschichte gehört wie die Verfolgungsgeschichte ins Langzeitgedächtnis der Stadt. Das Stadtmuseum hat heute einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht. Ich freue mich, wenn sich in Zukunft auch Lesben und Schwule mit ihrer Geschichte und Community im Stadtmuseum wiederfinden.“
(kevin)
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12.03.2010  v.l.n.r.: Dr. Florian Dering, stellvertretender Direktor der Münchner Stadtmuseums, Stadtrat Thomas Niederbühl, Dieter Weissenborn Mitglied des MLC Vorstands und Thorsten Geerken Bavarian, Mr Leather 2010. Foto: Münchner Stadtmuseum
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