Der CSD in Augsburg bekommt eine ungewohnte Begleitung: während sich die Szene auf das Straßenfest am Samstag ab 13 Uhr vorbereitet, hat die Linkspartei zu einer CSD-Demonstration aufgerufen.
Die soll schon um 11 Uhr starten und um 13 Uhr enden – am Rathausplatz, wo dann zeitgleich das Straßenfest mit Infoständen, Ansprachen und Bühnenprogramm beginnt. Die Landesarbeitsgemeinschaft Queer der bayerischen Linken will gemeinsam mit dem Parteinachwuchs auf sozial schwache Schwule und Lesben aufmerksam machen.
Die als "Ergänzung" gedachte Demo soll unter dem Motto "Gleiche Rechte für alle sexuellen Identitäten" stehen und darauf aufmerksam machen, dass in der Szene die "momentan herrschenden politischen Verhältnisse akzeptiert und für gut befunden würden", so Mario Simeunovic, Mitglied des Landesvorstands der bayerischen Linken.
Dabei sei die derzeitige Politik "eine reale Bedrohung für alle Minderheiten", so Simeunovic weiter. Themen wie soziale Spaltung oder Billiglöhne beträfen auch Schwule und Lesben. Die Politik der "Entsolidarisierung" hätte etwa dazu geführt, dass Aids-kranke Hartz-IV-Empfänger nicht automatisch eine "Zulage für kostenaufwändige Ernährung" erhalten oder dass eine "übergroße Anzahl" von Transsexuellen armutsgefährdet sei. Ferner kritisiert der Politiker, dass sich auf CSDs nur Politiker zur Fragen der Homo-Gleichstellung äußern.