Das Berliner Bündnis gegen Homophobie hat Anfang Januar seinen zweiten „Bündnisreport“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Laut der dokumentierten Kriminalitätsstatistik ist in der Hauptstadt ein Rückgang bei homophoben Übergriffen zu vezeichnen. Allerdings sei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
Der Bericht widmet sich darüber hinaus in einem Schwerpunkjt dem Thema der religiös begründeten Homophobie. Hier schreibt Carsten Bolz von der evangelischen Kirche Berlin-Charlottenburg: „Als ‚gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit‘ steht Homophobie wie die anderen genannten Geisteshaltungen in offenem Widerspruch zu unserer Überzeugung von Gottes grenzenloser Menschenfreundlichkeit.“ Er gab jedoch zu, dass es auch in seiner Kirche noch Menschen gebe, die die Bibel wörtlich verstünden und Homosexualität aus diesem Grunde verurteilten. Daher sein Appell: „Wir bitten daher unsere Gemeinden, homosexuelle Mitchristen als Schwestern und Brüder anzunehmen.“
Die evangelische Kirche und die jüdische Gemeinde Berlin sind bislang die beiden einzigen Glaubensgemeinschaften, die dem „Bündnis gegen Homophobie“ beigetreten sind. Der 60-seitige Report behandelt auch das Thema „Akzeptanz von Regenbogen- und Pflegefamilien“.
Hier macht unter anderem Barbara König, die Geschäftsführerin des „Zukunftsforums Familie“, in einem Beitrag die Erfolge, aber auch die zahlreichen Missstände und alltäglichen Benachteiligungen von lesbischen und schwulen Paaren beim Thema Familie und Adoptionsrecht deutlich.
Der Bericht steht auf stopp-homophobie.de zum kostenlosen Download bereit. (mg)