Ganze 14 Jahre hat es gedauert, bis in Hamburg wieder einmal ein »Mister Leather Hamburg« gewählt wurde. Am 06. März 2010 war es dann soweit. David Schneider (26) wurde zum »Mister Leather Hamburg 2010« gewählt. Selbstverständlich nahm er zu Ostern dann auch in Berlin an der Wahl zum German Mister Leather (GML) teil. Sowohl die Jury als auch das Publikum waren sich einig und so konnte David dort ebenfalls einen Sieg erringen. Somit wird er nun mit dem Titel »German Mister Leather 2010« an den Wahlen zum »International Mister Leather« in Chicago teilnehmen. SCHWULISSIMO hat sich auf ein kurzes Gespräch mit David getroffen.
Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinen beiden Titeln. Wie kam es denn zu deiner Kandidatur bei der Wahl zum Mister Leather Hamburg?
Das war eine sehr spontane Entscheidung. Eigentlich sollte ich an dem Abend nur dort arbeiten, dann habe ich mich spontan als Kandidat gemeldet. Ich selber war wahrscheinlich am meisten überrascht, als ich auf einmal zum Mister Leather Hamburg 2010 gekürt wurde.
Als Hamburger Titelträger bist du Ostern nach Berlin zur Wahl zum »German Mister Leather« gereist und hast dort ebenfalls an der Wahl teilgenommen. Wie wurdest du dort aufgenommen?
Nun, obwohl ich ja nicht wirklich in die Reihe der sonst üblichen Kandidaten bei Lederwahlen passe, weder von der Statur, noch vom Alter her, wurde ich doch auf allen Veranstaltungen gut aufgenommen. Auch mein Sieg wurde eher positiv bewertet. Ich selber habe das alles zunächst gar nicht richtig realisiert. Auf den Partys nach der Wahl bin ich wahrscheinlich mit einem Dauergrinsen herum gelaufen und erst ein paar Tage später ist mir so richtig bewusst geworden, was da passiert war.
Ende Mai wirst du nun ja an der Wahl zum »International Mister Leather« in Chicago teilnehmen. Was erwartest du dort?
Dort wird die Konkurrenz im Bezug auf die Kandidaten definitiv eine andere sein als hier in Hamburg oder in Berlin. Damit ist aber auch sicher, dass ich auch dort auf jeden Fall herausstechen werde, denn ich entspreche wirklich nicht dem Klischee eines muskulösen Lederkerls. Ich lasse mich einfach überraschen, was in Chicago passieren wird. Spannend wird es auf alle Fälle.
Was sind denn deine Planungen & Ziele für deine Amtszeit als »German Mister Leather«?
Zunächst einmal füllt sich mein Terminkalender zunehmend mit Terminen. Neben dem Termin in Chicago habe ich unter anderen Einladungen zum Ledertreffen in Köln und zum Oktoberfest in München. Beim CSD und zum Ledertreffen in Hamburg werde ich selbstverständlich auch anzutreffen sein. Weitere Termine sind Folsom Europe in Berlin und eventuell auch die Wahl zum European Mister Leather. Auf alle Fälle möchte ich dazu aufmuntern, dass die Leute dazu stehen sollen, was sie sind, wie sie denken und fühlen. Warum sollte man sich in einer Großstadt wie Hamburg im Jahr 2010 noch verstecken müssen? Auch das Thema HIV & Aids ist ein durchaus wichtiges. Jeder sollte sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie er mit dieser Gefahr umgeht und was für Risiken jeder für sich bereit ist einzugehen. Und wie gesagt, das Wichtigste ist: Das tun, worauf man Lust hat und sich nicht wegen irgendwelcher Neigungen verstecken!
Vielen Dank für das kurze Gespräch.
Wir wünschen dir viel Erfolg in Chicago. (id)