Der Rücktritt der Hamburger Bischöfin Maria Jepsen hat eine Welle des Bedauerns und der Solidarität hervorgerufen.
So verabschiedeten die Teilnehmer der Hamburger Veranstaltung "Trauer und Tod lassen das Leben und Lieben neu entdecken" - Zu den Anfängen von Aids-Seelsorge und Memento e.V.", an der Jepsen eigentlich teilnehmen wollte, am Freitag eine spontane Solidaritäts-Erklärung. "Bischöfin Jepsen hat sich in besonderer Weise stets für Menschen engagiert, die sexuelle Diskriminierung erfahren und unter sexualisierter Gewalt gelitten haben", heißt es in der von Pastor Gunter Marwege verbreiteten Stellungnahme: "Ganz besonders verdankt ihr die Aids-Seelsorge seit ihrer Gründung im Jahr 1994 eine entschiedene und liebevolle Unterstützung."
Maria Jepsen gilt als eine der offensten Theologen im Führungszirkel der evangelischen Kirche. Sie wurde oft für ihre liberalen Ansichten kritisiert. So erklärte die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen vor wenigen Jahren, dass die homofreundlichen Ansichten Jepsens nicht mit der biblischen Botschaft zu vereinbaren seien. Jepsen hatte damals erklärt, dass es in der Bibel keine Verbotsschilder gebe "für Andersdenkende, Anderslebende, für Homosexuelle".
Die Hamburger Bischöfin ist nach Vorwürfen, einen Missbrauchsskandal vertuscht zu haben, von ihrem Amt zurückgetreten. "Meine Glaubwürdigkeit wird angezweifelt. Von daher sehe ich mich nicht in der Lage, die frohe Botschaft so weiterzusagen, wie ich es bei meiner Ordination und bei meiner Bischofseinführung vor Gott und der Gemeinde versprochen habe", sagte die 65-Jährige am Freitag auf einer Pressekonferenz.
(mg)