Hannover: 5 Fragen an Patsy Baker
SCHWULISSIMO: Patsy, seit Oktober findet man Dich als „Cheftranse“ im Evolution Club in Hannover. Hast Du Dich gut eingearbeitet?
Patsy: Ich habe mich sehr gut eingelebt. Es ist einfach toll hier. Mitten in der City von Hannover, Party pur. Natürlich war es am Anfang etwas ungewohnt für mich so viele teilweise nackte Männer zu sehen.
SCHWULISSIMO: Wie bist Du an den Job gekommen?
Patsy: Ich war es leid immer nur „Star-Gast“ auf irgendwelchen drittklassigen Schwulen-Partys zu sein. Daraufhin habe ich mich an Frank gewandt, den ich schon aus dem ehemaligen Crazy-People Cabaret kannte. Frank ist sehr kreativ und hatte gleich die Idee, in Hannover Rotlichtführungen nach dem Hamburger Vorbild zu schaffen und die Marke Patsy Baker am Steintor zu etablieren. Ausserdem ist es geplant, dass ich Anfang nächsten Jahres meine eigene Bar in Deutschlands einzigem Transenlaufhaus dem „Tollhaus“ bekommen soll. Meine Feuertaufe hatte ich bei der Harley-Davidson Party wo gut 10.000 Biker vor Ort waren.
SCHWULISSIMO: Sicherlich hast Du auch mit vielen Neidern zu kämpfen…
Patsy: Na klar! Gerade in der schwulen Szene ist es sehr schlimm. Ich habe gerade in der letzten Zeit sehr oft mit Vorurteilen wie kommerzielle Prostitution, Rotlicht, etc. zu kämpfen. Wenn man bedenkt, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass Schwule in der Gesellschaft ausgeschlossen wurden, ist es doch sehr bedenklich, dass jetzt Schwule sich selber diskriminieren.
SCHWULISSIMO: Nun willst Du Weihnachten und Silvester mit Allen gemeinsam feiern?
Patsy: Ja! Das Steintor und meine Jungs sind irgendwie ein Teil meiner Familie geworden. Ich denke mir, es ist eine Form von Höflichkeit wenn man das ganze Jahr zusammenarbeitet, dass man dann gerade an solchen Tagen auch zusammen ist.
SCHWULISSIMO: Was wünscht Du Dir und Deinen Gästen für 2012?
Patsy: Mehr Toleranz und Akzeptanz. Und bitte hört auf alles schlecht zu reden. Alle reden von Weltwirtschaftskrise und wie schlecht es uns geht. Fakt ist, wir hatten in Deutschland noch nie so wenig Arbeitslose wie jetzt und unsere Aussenwirtschaft boomt. Also möchte ich mich verabschieden mit den Worten von Charlie Chaplin „jeder Tag an dem Du nicht lachst, ist ein verlorener Tag“. (mg)
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26.11.2011
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