Köln steht in diesem Jahr weit oben bei den schwul-lesbischen Reisezielen in Deutschland. Zu den Attraktionen zählen nicht nur die Gay Games und der CSD, sondern auch das große Kulturfestival Sommerblut in Köln. Auch in diesem Jahr stehen ab 1. Mai eine Menge Events für Schwule, Lesben und Transgender-Personen auf dem Programm.
Das über die Domstadt hinausstrahlende Kulturevent brachte in den vergangenen Jahr Menschen mit unterschiedlichsten Lebensweisen und Interessen zusammen. Dieser "Artenreichtum" ist ein zentrales Element von Sommerblut. Deshalb steht "Vielfalt Leben!" in diesem Jahr auch als Motto über allen Veranstaltungen. Wie das praktisch funktioniert, zeigt bereits die Eröffnungsveranstaltung am 2. Mai in der Hochschule für Musik. So trifft zum Beispiel das Orchester Rainbow Symphony Cologne auf den Balkansound der German Gypsy Queens, die Sopranistin Katharina Hagopian bildet einen Kontrast zum Kabarettisten Robert Kreis.
Einige Programmpunkte sind besonders zu empfehlen: So wird der Schweizer Sänger Michael von der Heide noch vor seinem Auftritt beim Eurovision Song Contest in Oslo zu Gast sein. Er präsentiert sein mittlerweile achtes Album "Freie Sicht". Der Leichtmatrose – ein noch zu entdeckender Pop-Bohemien – der Elemente aus NDW und Elektro mit einem Schuss Marc Almond vermischt, wird open air auftreten: Im Innenhof der Villa anders, dem schwul-lesbischen Wohnprojekt in Köln.
Gleich drei besondere Ausstellungen sind zu vermelden: Der aus China stammende Maler Musk Ming präsentiert in seiner Werkschau Arbeiten der vergangenen fünf Jahre. Er verbindet erotische Männerakte und asiatische Symbolik zu einem außergewöhnlichen wie anmachenden Kulturmix. Kontakthof zeigt die Arbeiten von rund 20 Künstlerinnen, die in diversen Genres – Fotografie, Malerei, Skupltur, Installation, Collage, etc. – ein Thema behandeln: Die Anbahnungsorte mann-männlicher Sexualität. Der thailändische Fotograf Ohm Phanphiroj präsentiert seine Fotoserien mit Männern in unterschiedlichen Phasen ihres Transformationsprozesses hin zur Frau, schonungslos nackt, aber nicht bloß gestellt. Ein transidentischer Kulturenvergleich zwischen Thailand und Westeuropa.
Mit der Filmreihe Diversity in music belebt das Kölner Filmhaus die derzeit etwas brachliegende schwul-lesbische Kinolandschaft in der Domstadt. Unter anderem ist "Fig Trees", die mehrfach ausgezeichnete "Aids-Doku-Oper" von Regisseur John Greyson (Zero Patience). Das schwul-lesbische Theaterensemble Gold + Eden richtet im neuen Stück "Lichtschattengewächse" den Blick auf ganz subjektiv biographische Erfahrungen beim Coming-Out. Und wer mit voller Leidenschaft den erotischsten Tanz der Welt erlernen möchte, der ist zum 2. Kölner Queer Argentino Festival herzlich eingeladen.
Und auch folgende szenebekannte Künstler werden bei Sommerblut auftreten: Dirk Bach, Kay Ray, Georgette Dee, Ades Zabel, Matthias Freihof, Matthias Frings, Malediva, Kleine & Linzenich, Nessi Tausendschön, Cora Frost, Sven Ratzke, Caledon…