RosaLinde von existentieller Fördermittelkürzung betroffen!
Im kommenden Jahr will das Sozialamt der Stadt Leipzig dem translebischwulen Begegnungs- und Beratungszentrum RosaLinde Leipzig e.V. die Zuwendungen um fast 16 Prozent auf 22.000 Euro kürzen. Dieser Betrag stellt für einen chronisch auf Kante genähten gemeinnützigen Verein, der von den immer geringer fließenden Spenden und Fördermitteln zu großen Teilen abhängig ist, einen existentiellen Einschnitt dar. Als einziges Angebot dieser Art in einer Großstadt wie Leipzig steht die Versorgung mit qualitativ hochwertiger und auch notwendiger Beratung und Begegnung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern in besonderen Lebenslagen zur Disposition. Gerade durch Ausgrenzung, Gewalt und Intoleranz gegenüber den von uns unterstützten Bevölkerungsgruppen besteht ein hoher Beratungsbedarf, der durch unsere festangestellte, halbtags tätige Sozialberaterin kaum noch abgedeckt werden kann. Durch eine Zunahme der Fallzahlen bei der Beratung und der Teilnehmer_innen bei den dem Verein angegliederten Selbsthilfegruppen ist der Einschnitt bei den Fördermitteln besonders unverständlich, da der Bedarf an entsprechender Beratung und Begegnung im geschütztem Raum nach wie vor notwendig ist.
Da wir als Trägerverein alljährlich den in dieser Form wohl einmaligen Christopher Street Day (CSD in LE) ausrichten und damit auch das wirtschaftliche Risiko tragen, drohen auch bei diesem Projekt erhebliche Einschnitte. Des Weiteren ist der RosaLinde Leipzig e.V. mit dem Schulaufklärungsprojekt „Liebe bekennt Farbe!“ des Landesprogramms „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ in Leipzig und Umgebung aktiv und bietet für Bildungseinrichtungen Sexualaufklärungsworkshops, -unterrichtsstunden und Lehrerweiterbildungen an, die zu einer Förderung der Toleranz gegenüber nichtheterosexuellen Lebensweisen schon in der Schule beiträgt. Auch dieses Projekt steht durch die Einschnitte bei der Förderung des Vereins auf der Kippe.
Leipzig versteht sich als weltoffene, tolerante und lebenswerte Stadt, die sich auch um die Sorgen ihrer Bürger kümmert. Anscheinend gilt das aber nicht mehr für ALLE Bürger! Es ist beschämend, in welchem Maße sozio-kulturelle Projekte, wie die RosaLinde, von dieser Stadt am langen Arm verhungert gelassen werden. Seit Jahren wird, trotz inflationsbedingt steigender Lohn- und Unterhaltskosten, der Zuschuss der Stadt stabil gehalten; und nun wird er in erheblichem Maße zusammengestrichen. Unter solchen Voraussetzungen muss der Verein sich fragen, ob und wie er das derzeitige Angebot an Beratung, Information, Selbsthilfegruppen, Projekten, wie dem CSD in LE und das Schulaufklärungsprojekt, sowie niedrigschwelligen Angeboten für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender aufrecht erhalten kann.
Der Vorstand des Vereins ruft alle Stadträte, Politiker_innen, Vertreter_innen der Presse und Bürger_innen auf, diese radikalen Kürzungen der Fördermittel der Stadt Leipzig am RosaLinde Leipzig e.V. aktiv entgegenzutreten und zu verhindern. Leipzig braucht ein auch mittel- und langfristig gesichertes Begegnungs- und Beratungszentrum für Lesben, Schwule, Transgender und Bisexuelle!
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03.11.2010  RosaLinde von existentieller Fördermittelkürzung betroffen!
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