Hagen Rether - Liebe
11.09.2010 - 20:00 - St. Pauli Theater - HamburgLiebe
Seit Jahren heißt sein Programm unverändert „Liebe“ – das ist marketing-technisch zwar nicht besonders schlau, aber das interessiert ihn überhaupt nicht. Hagen Rether passt sein Programm permanent den tagespolitischen Gegebenheiten an und zeigt dabei, was gut und weh tut. Der Mann am Klavier leidet am bürgerlichen Leben wie auch den weltpolitischen Zuständen und macht sich Luft in ätzenden Wortkaskaden. Er spielt etwas Bach, schlachtet mehrere Popikonen, flüstert und schreit, singt, grunzt und jodelt, schwadroniert Kultur- und Kapitalismuskritisches, schleicht und rast im Wechsel über die Schmerzgrenze des Publikums. Es purzeln Kategorien und Genre-Regeln: Was ist das nur? Ein blasphemischer Liederabend? Dadaistisches Improtheater? Slam-Poetry? Zeitgeist-Satire? Klaviercomedy oder Polit-Kabarett? Jedenfalls dies: unverschämt. Rether schwankt virtuos zwischen Albernheit und tiefer Tragik, Größenwahn und Verlegenheit, Flirt und Attacke – sein Publikum zwischen Liebe, Lachtränen und stummem Entsetzen. Bittersüß! „Sprachlich so geschliffen und knallhart wie kein anderer wehrt sich da ein von der Welt enttäuschter Intellektueller, betreibt eine verletzte Seele Aufklärung in ihrer furiosesten Form, mit allem was das Arsenal an Ironie, Sarkasmus und Zynismus hergibt. Nach wie vor einzigrtig.“ Süddeutsche Zeitung im Januar 2009
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19.08.2010  Hagen Rether - Liebe
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