Mit dem Neujahrstag fiel das US-Einreiseverbot für Menschen mit HIV. Allerdings verlangen die Zollvorschriften bei Mitnahme von Aids-Medikamenten künftig ein ärztliches Attest. Die Straßen von San Francisco und die Strände von Malibu sind für schwule Touristen zwar bereits seit Jahrzehnten ein Mekka. Wer sich mit dem HI-Virus infiziert hat, musste allerdings seit 1987 draußen bleiben: Damals erließ ein äußerst konservativer Kongress das Gesetz, dass allen ausländischen Positiven die Einreise verwehrt. Der Hardliner Jesse Helms hatte das Verbot damals angeschoben. Er erklärte, dass Aids-Prävention »so obszön ist, so eklig, dass ich mich übergeben könnte«. Ohnehin würden sich nur »Perverse« das Virus einfangen. Viele dieser »Perversen« umgingen das Helms-Verbot in den letzten 22 Jahren, indem sie die allererste Frage auf dem Einreiseformular nach ansteckenden Krankheiten einfach verneinten. Broschüren und Webseiten empfahlen positiven US-Touristen, wie sie die Einwanderungskontrolle hinters Licht führen können. So sollten HIV-Medikamente etwa in weniger auffällige Döschen umgefüllt werden. Doch jetzt öffnet Barack Obama Positiven die Tür: »Wenn wir global führend im Kampf gegen HIV und Aids sein wollen, müssen wir uns auch so verhalten«, erklärte der US -Präsident bei der Unterzeichnung der Verfügung, die das Verbot zum Januar 2010 aufhebt. Obama leitet so eine Veränderung in der teils hysterischen US -Aidspolitik an. Statt wie gefährliche Aussätzige werden positive Menschen zukünftig wie ganz normale chronisch Kranke behandelt: »Wir reden seit langem davon, diese Krankheit vom Stigma zu befreien, aber wir sehen Besucher, die mit dieser Krankheit leben, als eine Bedrohung an«, so der Präsident.