Schwimmen ohne Gefahren
„Alkohol am Badestrand: Bereits 1.850 Russen ertrunken“, „Killer-Hai tötet deutschen Touristen“, „Urlauber bei Sturm ins Meer hinaus gespült“: Man braucht nicht lange in der Tageszeitung zu blättern, um Horrormeldungen über den Strandurlaub im Ausland zu finden. Dabei ist es auch hierzulande nicht ungefährlich: Allein in deutschen Gewässern verunglücken nach Angaben der DLRG jährlich rund 500 Menschen tödlich.
Die meisten dieser Unfälle sind die Folge von Selbstüberschätzung – oder dem Genuss von Alkohol geschuldet. So sterben etwa jedes Jahr mehrere Menschen im Kölner Rhein, weil sie nach einem kräftigen Schluck aus der Pulle glauben, den rund 400 Meter breiten Fluss durchqueren zu können – und dann von Strudeln in der Flussmitte nach unten gerissen werden. Viele sind jedoch auch ohne Bier und Schnaps betrunken von der eigenen Stärke: Wer sich dann zu weit auf den See oder ins Meer hinaus wagt und nicht mehr genügend Energie für den Trip zurück hat, geht unweigerlich unter.
Im Ausland gibt es allerdings zusätzliche Gefahren, die in Deutschland praktisch unbekannt sind. Besonders panisch etwa reagiert die Öffentlichkeit auf Hai-Attacken, wie immer wieder Berichte aus Australien und Ägypten zeigen. Diese spektakulären Angriffe sind allerdings angesichts der anderen Gefahren in Gewässern zu vernachlässigen: Denn die Tiere wollen – anders als in Hollywood-Filmen dargestellt – nicht wirklich Menschen angreifen, sondern verwechseln diese oft mit Fischen. Fällt dem Tier die Verwechslung auf, macht es sich meist schnell aus dem Staub. Meist kommen Menschen daher mit Abschürfungen oder blauen Flecken davon.
Der Ozean beherbergt gerade in warmen Gefilden eine Unzahl von Tieren. Diese Wildnis ist anders als der Swimingpool nur bedingt für Menschen gemacht. Hier können hohe Wellen Urlauber unter Wasser drücken, Krebse deren Zehen traktieren oder Quallen die Schmerzen des Sonnenbrands vergessen machen. Das ist eher nervig als gefährlich. Allerdings kann es gerade bei geschwächten Schwimmern zu zusätzlichem Stress führen, der letztendlich in Panik endet. Urlauber sollten daher unbekannte Gewässer stets mit Vorsicht beachten – und eventuelle Badeverbote ernst nehmen, wenn sie etwa vor großem Haiaufkommen oder unberechenbaren Strömungen warnen. (ds)
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30.08.2011
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