Kulinarische Rundreise - Mit dem schwulen Auge durch die Küchen der Welt
Kulinarische Rundreise - Mit dem schwulen Auge durch die Küchen der Welt
[b]Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür und wer nicht erst an den Festtagen ein kulinarisches Highlight erleben will, sollte sich mit Schwulissimo auf die Reise zu den schönsten Orten begeben. Wir bereisen für euch die Metropolen dieser Welt, die ein besonderes Lifestyle für die schwule Gemeinde bieten und obendrein eine besondere Ess- und Trinkkultur beherbergen. Über Europa, Amerika und Australien geht es auch nach Asien.[/b]
New York
Ein absolutes Muss auf der kulinarischen Weltreise ist New York City. Der Big Apple ist eine 8 Millionen Einwohner große Weltstadt an der Ostküste der Vereinigten Staaten und ist berühmt als Symbol für die Freiheit und den amerikanischen Traum. Die Stadt, die niemals schläft, bietet keine Grenzen und ist ein wahrer Touristenmagnet. Jedes der fünf Stadtbezirke – Manhattan, The Bronx, Brooklyn, Queens und Staten Island – von New York ist fast genauso berühmt wie die Metropole an sich und bietet eine Vielzahl an kulturellen und kulinarischen Sehenswürdigkeiten. Mit weit mehr als 18.000 Restaurants und den zahlreichen internationalen Einflüssen auf die Stadt ist New York selbst eine kulinarische Weltreise an ein und demselben Ort. Doch New York ist auch laut des Forbes-Magazine eine der teuersten Städte der Welt, da die Lebenshaltungskosten nirgends in den Vereinigten Staaten von Amerika so hoch sind, wie in New York. Aber genauso wie die Freiheitsstatur, die Wolkenkratzer und Yellow Cabs das Stadtbild prägen, so gehört auch die Lesben- und Schwulenszene in New York zum Big Apple dazu. Überall in Manhattan, insbesondere in Greenwich Village und in Chelsea ist das Straßenbild homosexueller geprägt. Hier tobt das Nachtleben und es gibt eine große Anzahl an kulturellen Angeboten, die extra auf die große homosexuelle Gemeinde in der Stadt zugeschnitten sind. Es wird akzeptiert, wenn Mann und Mann oder Frau und Frau zusammen Hand in Hand durch den Central Park spazieren. Der Beginn der Schwulen- und Lesbenbewegung fand im Juni 1969 in New York statt. Damals zeigte die New Yorker Gay-Community erstmals Wiederstand gegen die Schikane und die willkürlichen Übergriffe der Polizei. Die Demonstrationen am Christopher Street Day beruhen auf den tagelangen Straßenschlachten in der Christopher Street, die immer noch einen Meilenstein in der Emanzipation von sexuellen Minderheiten darstellt. Auf der kulinarischen Reise zu den Anfängen der Schwulenbewegung solltet ihr nun bei Gray’s Papaya Hot Dogs essen gehen. Was wäre ein Besuch in den USA und New York ohne richtig gute Hot Dogs? Sicher nur halb so landestypisch. Und wer es exklusiver mag, der kann im Edel-Restaurant Serendipity 3 den „Serendipity Foot Long Haute Dog“ essen. Dieser Hot Dog ist laut Guinnes World Records der teuerste Hot Dog der Welt.
Tokio
Trotz Negativschlagzeilen durch Natur- und Nuklearkatastrophen gehört Tokio zu den touristischen Highlights auf dieser Erdkugel. Die asiatische Metropole liegt im Osten der japanischen Hauptinsel Honshu. Neben der Japans Regierung ist Tokio ebenso das Finanz-, Industrie-, Handels-, Bildungs- und Kulturzentrum Japans mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern und Museen. Wo man als Schwuler in Asian in manchen Ländern lieber fern bleiben sollte, da ist Japan wesentlich westlicher orientiert. Hier ist die Homophobie auch nicht in der Geschichte verwurzelt, denn Homosexualität ist in Japan aus alten Zeiten überliefert und wird auch gegenwärtig akzeptiert. Bereits vor hunderten von Jahren wurde die gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Männern als die reinste Form der Liebe überhaupt betrachtet. Nie wurde Homosexualität in der japanischen Kultur und Religion als eine Sünde betrachtet. Im Tokioter Bezirk Shinjuju gibt es das Viertel Shinjuku ni- chome, das unter den Schwulen als Tokios Amüsierviertel bekannt ist. Die kulinarische Rundreise führt uns also in Tokio über das Schwulenviertel nahe dem Bahnhof Shinjuku mit über 300 Etablissements, sowohl Straßencafes, Bars und Diskos, als auch typisch japanische Massagesalons, Hostessclubs, Karaokebars und Love Hotels für Schwule. Für manche bereits ein Fast Food geworden, aber Sushi schmeckt in seiner Heimat Japan anders. Die international bekannte Nationalspeise aus Reis und rohem Fisch sollte im Kyubei Restaurant verköstigt werden. Das Restaurant liegt im mondänen Ginza-Viertel von Tokio versteckt, wo direkt vor den Gästen der eigene Itamae aus den frischen Zutaten einzigartige Sushi-Köstlichkeiten zaubert. Dies ist ein sogenanntes Sushi-ya-Restaurant. In Japan unterscheidet man zwei Arten von Sushi-Restaurants: Das Sushi-ya und das Kaiten-zushi. Die zweite Variante ist auch bei uns Zulande bekannt, wo auf einem Laufband die unterschiedlichen Sushispeisen an uns vorbei laufen. Nachdem man im Kyubei Sushi essen war, wird man die einheimischen Sushi-Restaurants oder besser Imbisse eher verschmähen wollen.
Sydney
Fliegen wir weiter auf unserer Reise zur Südhalbkugel und besuchen die heimliche Hauptstadt von Australien: Sydney. Auf dem Kontinent der Kängurus und anderer merkwürdiger Tiere liegt unser nächstes Reiseziel. Die Stadt liegt im Bundesstaat New South Wales und ist mit seinen 3,6 Millionen Einwohnern vergleichsweise eine Kleinstadt auf unserer Reise. Sydney ist unzweifelhaft eine der schönsten Städte der Welt und kann mit seinen riesigen und wunderschönen Naturhafenbecken bestechen. Hinzu kommt, dass Sydney von kilometerlangen weißen Sandstränden umgeben ist, die die Stadt zum absoluten Ausflugsziel machen. Die kulturelle Vielfalt der Stadt begründet sich durch die Einwanderer aus den unterschiedlichsten Ländern dieser Erde. Australien und Sydney sind eines der beliebtesten Ziele für Emigranten und Leute, die für einige Zeit die Heimat verlassen wollen. Dieser Kessel aus verschiedenen Kulturen macht Sydney zu einem Mekka der Offenheit und Freiheit, die ebenfalls durch die sehr aktive Schwulen- und Lesbenszene geprägt ist. Wer einschlägige Bars und Cafes sucht, sollte am Taylor Square in Sydney danach suchen. Der Jahreshöhepunkt der homosexuellen Gemeinde ist der farbenprächtige Mardi Gras - die grösste "Love Parade" der Welt. Genauso bunt wie die Kulturen und die Feste in Australien, sind es auch die kulinarischen Gewohnheiten. Eine sehr ungewöhnliche Spezialität sind Fleischkuchen: Das sind Blätterteigkuchen, die mit einer dicken Sosse und Fleischstückchen gefüllt sind. Am besten zieht es euch dafür in Harry’s Cafe de Wheels am Hafen von Sydney. Aber es gibt auch durchaus australische Delikatessen, die außerhalb von Schnellrestaurants zu finden sind. Wie wäre es mit Gebratenem Kängurufilet in einer Marinade aus Öl, Knoblauch, Zitronenschale, Minzezweigen, Kapern und Sardellen, Red Snapperfilet in Blätterteigtaschen mit Avocado und Spinat oder der süßesten Versuchung des Landes in Form von einem Nachtisch anlässlich des Besuchs der bekannten Ballerina Anna Pavlova: Ein Konfekt aus Zucker und Eiweißbaiser in einer Hülle von Schlagsahne und frischen Früchten.
Rio de Janeiro
Auf der Reise um den Globus fehlt natürlich noch eine Station in Südamerika. Und wo zieht es den schwulen Reisenden hin? Richtig, da wo es heiß ist, wo wenig Kleidung getragen wird und wo Temperament den Alltag bestimmt: Rio de Janeiro. Die zweitgrößte brasilianische Stadt wird oft mit ihrer Kurzform nur Rio genannt und liegt an der Guanabara-Bucht im Südosten des Landes. Der portugiesische Name „Fluss des Januars“ entstand durch den Entdecker Gaspar de Lemos im Jahr 1502. Unter dem Wahrzeichen von Rio de Janeiro, dem Zuckerhut, leben 6,3 Millionen Menschen. Die 38 Meter hohe Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado ist genauso weltberühmt wie der Strand des Stadtteils Copacabana, der als einer der berühmtesten Strände der Welt gilt. Rio ist die heißeste Stadt der Erde, wenn zur Karnevalszeit alle Sambaschulen ihre Künste auf den Straßen zeigen. Leichtbekleidet und mit aufreizendem Hüftschwung zeigen sich Brasiliens Schönheiten auf einer der größten Paraden der Welt. Gay-Touristen aus den USA und der gesamten Welt kommen seit vielen Jahren gerne nach Brasilien und vor allem nach Rio de Janeiro. Die temperamentvolle Stadt hat nicht nur die hübschesten Frauen, sondern auch eine attraktive und bunte Schwulenszene. Auch für viele Homosexuelle aus Brasilien ist Rio de Janeiro die schwule Hauptstadt, da hier ein einzigartiges Lebensgefühl herrscht. Brasilien ist als Rohrzucker- und Kaffee-Erzeuger bekannt und weltweit die Nummer eins. Der Cachaça – ein Zuckerrohrschnaps – gehört also nach dem Essen zum guten kulturellen Gut des Landes. Zwei Speisen sind Pflicht auf der Reise durch Brasilien: Das brasilianische Nationalgericht Feijoada - Bohneneintopf mit Fleisch und Beilagen – und Churrasco - Spießbraten vom Holzkohlegrill. Brasilien hat mittlerweile Argentinien Als Exportschlager auf dem Markt der saftigen Steaks überholt und macht hier jeden Fleischliebhaber mehr als nur glücklich.
Amsterdam
Weit kann man reisen, aber manches Gutes liegt so nah: Die Hafenstadt Amsterdam ist die offizielle Hauptstadt der Niederlande und mit knapp 800.000 Einwohner der Winzling unserer Reise. Das Land ist bekannt für seinen Käse, das flache Land und den Cannabis-Genuss in Coffee-Shops. Auch wenn sich der Regierungssitz des Landes sowie die Königsresidenz in Den Haag befinden, ist Amsterdam seit 1983 die Hauptstadt der Niederlande. Amsterdam ist die Stadt mit dem ersten Homomonument und der ersten Homoehe weltweit und liegt in der Provinz Nordholland, an der Mündung zum IJsselmeer. Weltberühmt ist die Stadt durch ihre zahlreichen Grachten, auf denen man entspannt eine Schifftour machen kann. Amsterdam ist für Homosexuelle eine der attraktivsten Städte Europas, da es hier in der Innenstadt pro Quadratmeter ein riesiges Angebot an Vergnügungsangeboten für die Gay-Community gibt. Freiheit kann man mit keinem Geld der Welt erkaufen und so ist in Amsterdam schon seit Jahrhunderten eine Anlaufstelle für gesellschaftliche Randgruppen. So herrscht zwischen den Deutschen und Holländern oft eine kleine Rivalität, aber so manchen Dingen können wir unseren Nachbarn noch abschauen. Amsterdam war die erste Stadt auf der Welt, die 1987 homosexuellen Menschen ein Denkmal setzte und wo vor zehn Jahren der Bürgermeister selbst die erste offizielle Homoehe vornahm. Durch die niederländische Hauptstadt bietet sich eine kulinarische Snacktour an. Durch die prächtige mittelalterliche Innenstadt von Amsterdam entlang kann man verschiedene authentische Amsterdamer Ess- und Trinklokale mit ihren besonderen Spezialitäten auffinden. Dabei sollte man auf jeden Fall den typischen Amsterdamer „Bitterballen“ – panierte und mit einem Ragout aus Rind- oder Kalbfleischmasse gefüllte und frittierte Fleischkroketten – probieren. Dazu noch die holländischen Augurken, fast selbstverständlich der holländische Käse und einen leckeren Hering.
Bangkok
Asien ist zu bedeutsam und kulturell unterschiedlich, dass man hier auf unserer Reise nicht noch einen Stopp machen sollte. Bangkok, die Hauptstadt von Thailand ist definitiv eine Reise wert. Bangkok wird mit Stadt der Engel übersetzt und ist seit 1782 die Hauptstadt des Königreichs Thailand. Die 7 Millionen-Metropole ist ein chaotischer Ameisenhaufen und gleichzeitig ein schwules Paradies. Der Begriff Ladyboy wurde maßgeblich durch thailändische Transsexuelle geprägt, die gerade in Bangkok eine große Gruppe bilden. Sie sind weder Mann noch Frau, sondern beides. "Kathoey" (bedeutet „Andersartige“) werden sie genannt und sind trotzdem fest verankert in Thailands Kultur. Als schillernde Fabelwesen überstrahlen sie Bangkoks Nächte. Neben den homosexuellen Amüsierbetrieben ist ein Insidertipp der Chao Mae Tuptim Schrein. Hier kann man hunderte erigierte Holz-Penisse in allen Farben und Größen begegnen. Der Phallus-Schrein liegt im Park des Luxus-Hotels Nai Lert Park. Ein weiblicher Geist, der Frauen angeblich bei Fruchtbarkeitsproblemen hilft, wenn man ihm denn einen dieser Holzpenisse schenkt, lebt in diesem Park. In der Stadt gibt es sogenannte Rooftop Skybars, Bars oder Restaurants auf zum Teil 60 Stockwerke hohen Gebäuden, die besonders bei Nacht einen atemberaubenden Überblick über die Thailands größte Stadt erlauben. Thailändische Küche ist bekannt für einzigartige Geschmackskombinationen und vor allem alles in süß-sauer und mit Kokosmilch. Am bekanntesten sind Red-, Green- und Yellow-Thai-Currys, das Seafood des Landes und die Suppen – wie zum Beispiel die Thom Yam Goong, eine süß-saure Garnelen-Suppe. Eigentlich kann man in Thailand grünstig und variantenreich auf den Nightmarkets an den Straßenständen essen, aber die Rooftop Skybars haben das tolle Ambiente, das man sich nicht entgehen lassen sollte. (sr)
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28.10.2011
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