Erstmals in der Geschichte der Fifa hat Ende November ein als Frau erzogener Mann an einem WM-Qualifikationsspiel teilgenommen - für die Mannschaft von Amerikanisch-Samoa. Und gleich mit großem Erfolg: Beim Spiel gegen die Elf von Tonga in Samoas Hauptstadt Apia verhalf die 23-jährige Johnny Saelua der zuvor glücklosen Mannschaft zum allerersten Sieg seit dem Beitritt zu Fifa. 2:1 lautete das Ergebnis.
In ihrer Heimat wird Johnny Saelua eine „Faʻafafine“ geannt, was auf Deutsch so viel wie „wie eine Frau“ bedeutet. Biologisch als Mann geboren, werden Faʻafafine in Samoa als Frau erzogen. Sie gelten als das dritte Geschlecht und können sich einen Partner aus allen drei Geschlechtern aussuchen.
"Das Team akzeptiert mich und wir respektieren uns gegenseitig", erklärte Saelua in einem Gespräch mit der "New York Times". "Das ist wunderbar. Das ist alles Teil der Kultur." Auch der Trainer des Teams, der Niederländer Thomas Rongen,hat keine Vorbehalte: "Bei mir spielt eine Frau hinten mit. Können Sie sich das in Spanien oder England vorstellen?"
Nach dem Spiel gegen Tonga wurde Saelua übrigens zum "Man of the match" - wegen einer Vorlage zum ersten Tor und einer Klärung im Strafraum in der Nachspielzeit. (mg)