Nach massiver Kritik an dem Online-Spiele-Netztwerk Microsoft Xbox, können User nun in ihren Profilen auf ihre sexuelle Orientierung hinweisen. Bis vor kurzem war dies, um angeblich Beleidigungen und Jugendschutz-Verstöße auszuschließen, nicht möglich. So konnten etwa Namen nicht registriert werden, die das Wort "gay" beinhalteten, womit der Ausschluss nicht nur Schwule traf, sondern auch Heterosexuelle deren Namen Gay beinhaltetetn, wie z.B. ein Spieler aus Großbritannien, Richard Gaywood. 2009 wurde eine Teilnehmerin aus der Community ausgeschlossen, weil sie in ihrem Profil angegeben hatte, lesbisch zu sein. Andere Spieler hatten das als "anstößig" gemeldet. Die lesbische Teilnehmerin war zuvor von Mitspielern mehrfach beleidigt worden, was zu keinen Aktionen durch Microsoft geführt hatte.
Zwar sei die bisherige Handhabung mit aufrichtigen Motiven erfolgt, erklärte der Konzern in einer Pressemitteilung; dies habe aber ungewollt dazu geführt, dass sich einige User ausgestoßen gefühlt hätten. Dabei mache die Vielfalt der Teilnehmer die Community stärker und interessanter, so die Begründung Microsofts für die Umstellung der Nutzungsbedingungen.
Teilnehmer dürfen nun die Wörter "Lesbian", "Gay", "Bi", "Transgender" oder "Straight" benutzen, allerdings nicht, um andere Leute damit zu beleidigen oder sich negativ über einen Personenkreis zu äußern. Andere Begriffe aus dem sexuellen Bereich bleiben untersagt. Mit den Änderungen kündigte Microsoft eine stärkeres Eingehen auf Beschwerden ein. Einen Haken hat die Sache allerdings noch: Medienberichten zufolge beziehen sich die Änderungen zunächst nur auf amerikanische User des Dienstes.
Xbox Live hat weltweit rund 23 Millionen Mitglieder.