Wer auf eine namentliche Bloßstellung homosexueller Priester hofft oder auf Enthüllungen auf Yellowpress Niveau, der wird hier enttäuscht. David Berger nimmt seine Leser mit auf eine Reise, die in seiner Kindheit beginnt und die für jeden verständlich aufzeigt wie er in die erzkonservativen Kreise gerutscht ist. Auf die „Anklagebank“ setzt er die erzkonservativen Kreise am äussersten rechten Rand der Kirche, wie die Priesterbruderschaft St. Pius X. Das Buch gewährt einen tiefen Einblick in die verborgene Seite der Kirche, zeigt offen die Methoden mit denen schwule Theologen erpresst werden. Es beleuchtet auch die Nähe von scheinbar katholischen, in Wahrheit aber im rechtsradikalen Sumpf beheimateter hoher Kirchenmännen und deren Verbindung zu, zum Teil anonymen, hetzerischen Internetseiten deren Inhalte in Deutschland häufig Straftatbestände erfüllen. Berger schafft es viele Fakten unterzubringen ohne den Leser dabei zu langweilen oder gar in unverständliches „Fachchinesisch“ abzutauchen. (ua)