Für das Verbraucherschutzministerium sind gesundheitgefährdende Schadstoffe in Sexspielsachen kein Thema. Dies geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Volker Beck hervor. Die Bundesregierung plane keine nationalen Maßnahmen, um die Verwendung von Schadstoffen bei Erotikartikeln zu beschränken, antwortete Staatssekretär Gerd Müller (CSU). Dies sei Sache der EU. Zu dem Thema gebe es zudem keine repräsentativen Studien, heißt es weiter. Auch eine von Beck geforderte Nachweisgrenze könne das Ministerium nicht angeben. Der Grünen-Politiker zeigte sich enttäuscht von der Antwort der Regierung: „Viele Dildos und andere Sexspielzeuge wie Vibratoren und Analplugs enthalten hohe Mengen an Phthalaten, andere krebserregende Weichmacher und weitere giftige Stoffe“, sagte Beck. Diese Substanzen stünden auch im Verdacht, den Hormonhaushalt des Menschen zu stören oder zu Unfruchtbarkeit, Diabetes und Übergewicht zu führen. „Verbraucherschutz ist auch bei der sexuellen Gesundheit unabdingbar“, mahnte der Grünen-Abgeordnete. Etwa 20 Prozent der erwachsenen Deutschen würden Sextoys nutzen. „Angesichts einer so hohen Zahl an gefährdeten Verbraucherinnen und Verbrauchern nützt es überhaupt nichts, wenn die Bundesregierung auf geplante Initiativen der EU verweist.“ (mg)