Traditionell wird am Vorabend der Oscarverleihung die „Goldene Himbeere“ (Razzie Awards) verliehen. Hierbei geht es auch um die schauspielerischen und filmischen Leitungen des vergangenen Jahres, allerdings im negativen Sinne. So gibt es natürlich die schlechteste Schauspielerin, das schlechteste Leinwandpaar, das schlechteste Remake und hin und wieder auch sehr spezielle Kategorien. In diesem Jahr gab es beispielsweise mehrere Preise für die schlechtesten Leistung des vergangenen Jahrzehnts.
Die Goldene Himbeere, im amerikanischen Original Golden Raspberry Award (kurz Razzie Award) ist ein Filmpreis, entworfen als eine Art Gegen-Oscar, der seit 1981 als Negativpreis in verschiedenen Kategorien für die jeweils schlechteste Leistung des Jahres traditionell am Abend vor der Oscar-Verleihung vergeben wird.
Die Gewinner nehmen den Preis nur in den seltensten Fällen persönlich entgegen: In den vergangenen Jahren holten nur Tom Green (Freddy Got Fingered), Tom Selleck (Christopher Columbus: The Discovery), Bob Conrad (für die Fernsehserie The Wild Wild West), Showgirls-Regisseur Paul Verhoeven und Halle Berry ihre Himbeeren ab.
Sandra Bullock erhält zwei goldene Himbeeren
Gestern Nacht nahm eine weitere Preisträgerin ihren Preis entgegen, nämlich Sandra Bullock für ihre Rolle in „Verrückt nach Steve“. Die 45-Jährige nahm die golden bemalte Beere für ihre Rolle in dem Kino-Flop "Verrückt nach Steve" am Samstag in Los Angeles entgegen - allerdings nicht ohne sich zu verteidigen. Sie verteilte DVDs des gescholtenen Streifens und forderte die Anwesenden auf, sich den Film noch einmal genauer anzusehen. "Ich komme nächstes Jahr wieder, wenn ihr versprecht, den Film zu gucken und wirklich zu überlegen, ob das die schlechteste Darbietung des Jahres war", sagte Bullock. "Und wenn sie das nicht ist, werde ich die Himbeere wieder zurückgeben."
Bullock erzählte, dass sie wegen der Verleihung extra während eines Wohltätigkeitsdinners mit dem mächtigen Produzenten Jeffrey Katzenberg entschwunden sei. "Jetzt muss ich zu diesem Ereignis zurück, weil es ja schließlich Jeffrey Katzenberg ist und er kann es im Grunde verhindern, dass ich je wieder arbeite", feixte die Schauspielerin. Bullock gilt allerdings auch als Favoritin für den diesjährigen Oscar für ihre Rolle in dem Film „The Blind Side“.
Am schlechtesten schnitt aber der Roboterfilm "Transformers 2 - Die Rache" ab. Der Streifen sei viel zu lang und viel zu laut, urteilte die Jury. "Transformers 2" bekam die Goldene Himbeere als schlechtester Film, für das schlechteste Drehbuch und für die schlechteste Regie. Als schlechteste männliche Hauptdarsteller wurden die Mitglieder der Teenie-Band "Jonas Brothers" in einer 3-D-Konzert-DVD geschmäht. Schlechteste Nebendarstellerin wurde Starlet Sienna Miller in "G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra", schlechtester Nebendarsteller Billy Ray Cyrus in der Disney-Produktion "Hannah Montana".
Anlässlich des 30. Geburtstags der Goldenen Himbeere wurden auch die schlechtesten Leistungen des vergangenen Jahrzehnts gekürt. Der Science-Fiction-Streifen "Battlefield Earth - Kampf um die Erde" mit Hollywood-Star John Travolta ist demnach der schlechteste Film der Dekade, Komiker Eddie Murphy der schlechteste Schauspieler und Society-Girl Paris Hilton die schlechteste Schauspielerin.