(Tragikomödie) Cheyenne war vor 20 Jahren mit seiner Band "Cheyenne and the Fellows" ein gefeierter Rockstar. Dann ließ er von einem auf den anderen Tag alles hinter sich und lebt nun mit seiner Frau in einer Riesenvilla in Dublin und langweilt sich.
Cheyenne ist mittlerweile 50 Jahre alt, sieht aber noch immer so aus wie früher. Das bedeutet: Wild toupierte Haare, Lidstrich und Lippenstift. Neben seiner Frau pflegt er lediglich zu Mary, einem 16-jährigen Mädchen eine engere Beziehung. Mary, ebenfalls ein Gothik hat es schwer. Ihr Bruder ist von zu Hause weggelaufen und seitdem hat weder sie noch ihre Mutter etwas von ihm gehört. Längst sind Cheyenne und Jane eine Art Ersatzeltern für den unglücklichen Teenager, auch wenn manchmal nicht ganz sicher ist, wer da auf wen aufpasst.
Dann erfährt Cheyenne, dass sein Vater, welcher in den USA lebt, im Sterben liegt. Obwohl er seit vielen Jahren keinen Kontakt zu ihm hatte, beschließt Cheyenne nach New York zu reisen. Tatsächlich macht er sich auf den Weg, in seinem bizarren Look, nur einen Trollykoffer und die CD einer Band Namens "The Pieces Of Shit" als Gepäck bei sich. Leider kommt Cheyenne zu spät, denn sein Vater ist bereits gestorben. Doch Cheyenne erfährt einiges über ihn. So war sein jüdischer Vater jahrelang auf der Suche nach seinem Peiniger im Konzentrationslager. In Tagebüchern hat er seine bisherige Suche ausführlich dokumentiert und nun will Cheyenne diese fortsetzen. Er beschafft sich ein Auto und fährt los – um sich auf eine Reise zu begeben, die ihn ins Herz der USA und zu sich selbst führt...
Regisseur Paolo Sorrentino legt nach Il Divo nun seinen ersten englischsprachigen Spielfilm vor. Diese Mischung aus Drama und komischen Momenten macht den ganz besonderen Reiz dieses Roadmovies aus. Hauptdarsteller Sean Penn mit einer Frisur wie Robert Smith von The Cure und einem schlurfenden Gang und trockenen Sprüchen wie Ozzy Osbourne macht den Film zu einem besonderen Highlight. Er gibt dem Teenagermädchen Tipps für ein Date und aufgebretzelten Tussies in einem Fahrstuhl Tipps zum besten Lippenstift. Hinzu kommt die mitreißende Musik von Talking Head-Mastermind David Byrne. Ausgesprochen sehenswert! Sean Penn empfiehlt sich mit dieser Rolle zudem eindrucksvoll für seinen zweiten Oscar. im Kino ab 10. November 2011