(Drama) J. Edgar Hoover ist ein äußerst schwieriger Charakter. Über 50 Jahre macht Hoover von sich Reden. Zum einen gilt er als Direktor des F.B.I. als Mustervorbild für Gesetzestreue und Moralität. Doch es gibt auch Schattenseiten, denn Hoover ist ein Kontrollfreak, egozentrisch, rassistisch und er schreckt auch nicht vor Erpressung zurück, um seine Ziele zu verfolgen. Er revolutioniert die kriminalistische Spurensicherung, sammelt aber zugleich ein geheimes Aktenarsenal an, mit dem er die mächtigsten Politiker erpresst. Sein Assistenzdirektor Clyde Tolson ist ihm tief ergeben, doch Hoover unterdrückt seine homosexuellen Neigungen.
Hollywood-Legende Clint Eastwood legt mit seiner mittlerweile bereits 35. Regiearbeit ein so genanntes Biopic über den FBI-Direktor J. Edgar Hoover vor. Eastwood vermischt hier geschickt historisch belegte Fakten mit Spekulationen über das Privatleben Hoovers. Das liegt sicher auch an dem Drehbuch aus der Hand von Dustin Lance Black, welcher für sein Biopic-Drehbuch zu „Milk“ bereits einen Oscar erhielt. In der Hauptrolle glänzt einmal mehr Leonardo DiCaprio. In weiteren – teilweise kleinen, aber wichtigen - Rollen sind u.a. Judi Dench oder Naomi Watts zu sehen. Der Film wirkt durch seinen Look fast wie ein schwarz-weiß-Film, was durchaus zu der Geschichte passt. Auch für „J. Edgar“ steuert East höchstpersönlich die Filmmusik bei. Es gibt zwar die eine oder andere kleine Schwäche (beispielsweise die teilweise irritierenden Zeitsprünge), doch im Großen und Ganzen ergibt es trotzdem ein geschlossenes und sehenswertes Ganzes. im Kino ab 19. Januar 2012