Was Wissenschaftler nicht alles untersuchen: Professor Geoff MacFarlane von der australischen University of Newcastle hat insgesamt 93 Vogelarten und ihre sexuellen Vorlieben unter die Lupe genommen. Sein Fazit: Auch das Federviehr vögelt gerne gleichgeschlechtlich, ohne dabei allerdings auf Nachwuchs verzichten zu müssen.
Etwa fünf Prozent des sexuellen Verhaltens von Vögeln ist auf das gleiche Geschlecht ausgerichtet, heißt es in der Studie. Generell hat demnach ein Männchen mehr Interesse an homosexuellen Handlungen, wenn es sich nicht um den Nachwuchs kümmern muss. Das traf vor allem auf Männchen in polygynischen Beziehungen zu - also bei "Vielweiberei". Manche Männchen stellen sicher, dass Weibchen befruchtet werden und dann die Jungen aufziehen - aber vertreiben sich ihre freie Zeit dann mit gleichgeschlechtlichen Spielchen.
Das schwule Verhalten nimmt ab, je mehr sich ein verschiedengeschlechtliches Vogelpaar bei der Aufzucht des Nachwuches die Pflichten teilt. Bei Weibchen konnte bislang nur selten homosexuelles Verhalten beobachtet werden.
In manchen Arten werden nach Angaben von MacFarlane sogar "schwule Allianzen" gegründet. Mehrere Männchen schließen sich hier zusammen, um ihr Territorium gemeinsam zu verteidigen. Dabei zeigen die gleichgeschlechtlichen Paare das selbe Verhalten wie verschiedengeschlechtliche: Sie können auch ein Nest zusammen bauen, Junge großziehen (die natürlich von außen kommen) und viele Jahre miteinander verbringen. (mg)