Nina Hagen, sagt die britische Musikzeitschrift Melody Maker, ist "Deutschlands bedeutendster Beitrag zur Popkultur seit Brecht“. Dem kann man hierzulande sicherlich nur zustimmen. Doch Nina Hagen gefällt sich nicht in Erfolgsgeschichten, ihr geht es um den roten Faden, die Wahrheit ihres Lebens, ihre innere, spirituelle Suche. Auf dieser Reise fand sie schon zu DDR-Zeiten ihren Weg zu Gott und erlebte eine unerhörte Liebesgeschichte mit Jesus - eine Lovestory, die einen Anfang hat und kein Ende haben wird. Aus dieser religiösen Liebesgeschichte heraus entstand auch ihr neues Album "Personal Jesus", das musikalisch eine perfekte Mischung aus Rock, Blues und Gospel bietet.
„Personal Jesus“ ist Musik „zur Ehre Gottes allein“. Es geht um die einzig wahre Magie der Worte und der Klänge, die nach altem Bachschem Prinzip für Gott allein gesungen werden. Darum ist es beim Gesang von Gospelmusik schon immer gegangen. Nina Hagen hat das verstanden. So singt sie unprätentiös und gradlinig. Sie singt frisch und frei wie beim fröhlichen von Cajunsounds infizierten „God’s Radar“ gut zu hören ist. Sie sucht bei bluesigen Traditionals wie „Nobodys Fault But Mine“ nach der göttlichen Essenz der Songs. Aber Nina Hagen ist bekanntlich eine der besten Rockröhren Deutschlands und so ist es kein Wunder, dass gerade die blues-rockige Coverversion des Depeche Mode-Hits „Personal Jesus“ zur ersten Singleauskopplung auserkoren wurde.
Nina Hagens rauchige Stimme verleiht dem Song die ganz spezielle Hagennote. Man spürt schon nach den ersten Takten, dass Nina Hagen diesen Song lebt und liebt. Ihre Interpretation von „Personal Jesus“ erweist dem Original in jeder Beziehung Ehre.
Ein weiterer musikalischer Höhepunkt ist die Hagensche Version des bekannten Gospels „Mean Old World“. Kratzende Gitarren und ein schleppendes Schlagzeug prägen den Sound der Nummer, zusammen mit der Stimme Nina Hagens wird die bekannte Gospelnummer zu neuen geerdeten musikalischen Ufern geführt. Dass Nina Hagen ehrlichen Blues liebt, beweist sie mit „Sometimes I Rung Up Heaven“. Mehr Seele kann ein Song wohl kaum haben. Und letztlich feuert sie mit dem politisch motivierten Arlo Guthrie Klassiker „All You Fascists Bound To Loose“ ihre persönlichen Überzeugungen gegen Faschisten jeder Prägung ab. Das alles wirkt in einer turbulenten Zeit mit vielen Veränderungen angenehm anachronistisch und macht das Album zeitlos.