Ganz schön ruhig war es geworden, nachdem Klee vor einigen Jahren mit „Berge versetzen“ begeisterten. Und gerade, als man anfing sich zu fragen, ob es Klee überhaupt noch gibt, tauchen die ersten Indizien für ein neues Album auf. Und jetzt endlich können wir uns auch ganz offiziell freuen: „Aus lauter Liebe“ bereichert nun unser CD-Regal. Und um die Spannung jetzt mal rauszunehmen: Das Album ist schlichtweg toll geworden! Selten stellt sich das Wohlgefühl bei Musik so schnell ein wie bei Klee, wenn die ersten Töne von „Fliegen“ beginnen. Selbstverständlich und klar, erdig und lebendig sind Songs wie „Nimm Dein Leben in die Hand“ oder „Außer Atem“ geworden, die Liebe sprüht aus „Willst Du bei mir bleiben“. Klee haben es irgendwie geschafft, inniger und überzeugender als jemals zuvor zu klingen.
Ein Grund dafür mag sein, dass diese Band stets auch über den eigenen Tellerrand schaut. Sie veröffentlichten eines ihrer deutschsprachigen Alben kurzerhand auf Englisch in Amerika (Honeysuckle), sangen auch schon mal auf Russisch und gaben Konzerte fast rund um den gesamten Erdball (unter anderem in Istanbul).
Da mag es zwar keine logische Konsequenz sein, das neue Album in Frankreich aufzunehmen, aber nach all dem Trubel und Jubel der letzten Jahre scheint die Reise nach Paris unheimlich entspannend gewesen zu sein. Denn wie sonst mag man es sich erklären, dass die Texte so eingängig und einprägsam (aber nicht oberflächlich!) sind und Suzies Stimme so sanft rauchig klingt wie noch nie? Und das Stens Kompositionen so unkompliziert und filigran zu gleich sind?
Defakto haben Klee ihren Fans mit „Aus lauter Liebe“ auf jeden Fall ein Geschenk gemacht. Eines, dass zwar klein, aber wunderschön eingepackt ist. Eines, dass man voller Spannung aufmacht und man nicht weiß, was einen erwartet. Eines, das funkelt und strahlt, wenn man es endlich komplett ausgepackt hat. Eines, dass einem sofort ans Herz wächst und dass man nie wieder hergeben möchte.
Eines zeichnet Klee besonders aus: Ihre Nähe zu ihren Fans. Ob Homepage, Twitter, Facebook oder unzählige Tour- und Festivaltermine: stets sind sie da und haben ihren Anhängern tolle Sachen zu erzählen und zu berichten. Eine Nähe, die eine gewisse Intimität ausstrahlt, ohne gewisse Grenzen zu überschneiden. Und das schließt den Kreislauf wieder zu dem aktuellen Album, denn selbst wenn man es gerade nicht hört – man wird stetig und gern an das Gefühl und den Sound erinnert.