Am 19. April 1978 erblickte James Edward Franco in Palo Alto in Kalifornien das Licht der Welt. Er wuchs dort auf und besuchte nach seinem High School Abschluss 1996 die University of California in Los Angeles. Er belegte das Studienfach Anglistik und besuchte nebenbei einige Schauspielkurse. Bereits nach einem Jahr Studium brach James Franco ebendieses ab um sich gänzlich der Schauspielerei zu widmen.
1999 ergatterte James Franco seine erste Nebenrolle in dem Fernsehmehrteiler „Tage voller Blut – Die Bestie von Dallas“. Eine weitere Nebenrolle bekam er in dem Film „Ungeküsst“ an der Seite von Drew Barrymore, Michael Vartan & David Arquette. In der Fersehserie „Voll daneben, voll im Leben“ spielte er die Rolle des Daniel Desario. Die Serie wurde von den Kritikern hoch gelobt und wurde mit dem Fernsehpreis Emmy ausgezeichnet. Trotz dieses Erfolges wurde die Serie nach nur 18 Folgen wieder eingestellt.
Nach „Voll daneben, voll im Leben“ erhielt James seine erste Kinohauptrolle in dem Film „If Tomorrow Never Comes“. Es folgten weitere Engagements, die mit seiner Rolle als James Dean in dem gleichnamigen Fernsehfilm einen weiteren Höhepunkt erreichen sollte. Er wurde für diese Rolle 2002 mit einem Golden Globe Award ausgezeichnet sowie für einen Emmy und einen Screen Actors Guild Award nominiert. „James Dean zu porträtieren war unglaublich“, so Franco. „Ich war zuerst besorgt, als ich an das Projekt heranging, aber ich fühlte, ich könnte seine Tiefe gut schildern.“
Es folgte dann die erste große Blockbuster-Produktion „Spider-Man“, in der er an der Seite von Tobey Maguire die Rolle des Harry Osborne übernahm. Diese Rolle spielte er dann auch in der Fortsetzung „Spider-Man 2“ und „Spider-Man 3“. Mittlerweile gilt James Franco in der Traumfabrik Hollywood als einer der talentiertesten Nachwuchsschauspieler und arbeitete bis 2007 an sieben Filmprojekten.
Zwischenzeitlich versuchte sich das Multitalent auch als Regisseur an verschiedenen Projekten. Mit seiner Filmproduktionsfirma „Rabbit Bandini Production“ produzierte Franco die Komödie „The Ape“, bei der er das Drehbuch schrieb, Regie führte und die Hauptrolle übernahm. Allerdings blieb der Erfolg für diesen Film aus. Doch davon lies er sich nicht beirren und produzierte weitere Filme wie beispielsweise „Fools Gold“ und „Good Time Max“.
Im Jahr 2008 erreichte seine Karriere einen weiteren Höhepunkt, als er in Gus Van Sants Filmbiografie „Milk“ als Liebhaber von Sean Penn zu sehen ist, welcher als Harvey Milk den ersten offen homosexuell lebenden US-Politiker darstellte. Die Rollen brachten Franco unter anderem eine weitere Golden-Globe-Nominierung als bester Hauptdarsteller sowie den Independent Spirit Award ein. 2009 wurde der an der Harvard University mit dem Hasty Pudding Award als „Man of the Year“ geehrt. Im selben Jahr wurde Franco das neue Gesicht für den Herrenduft von Gucci. Für seine Rolle in „Ananas Express“ erhielt er seinen zweiten Golden Globe als bester Hauptdarsteller.
Auf der Berlinale im vergangenen Jahr stellte Franco nicht nur den Film Howl vor, in dem er unter der Regie von Rob Epstein und Jeffrey Friedman den Dichter Allen Ginsberg verkörpert, sondern auch zwei unter Francos Regie entstandene Kurzfilme mit homosexueller Thematik, „The Feast of Stephen“ und „Herbert White“.
Das James France keinerlei Berührungsängste mit schwulen Rollen oder der Thematik an sich hat, beweist er immer wieder. Neben den Rollen in „Milk“ und „Howl“ zeigte er sich in einem Kurzfilm für die New York Times in der Reihe „Fourteen Actors Acting“ ausgesprochen homoerotisch, indem er durch einen Spiegel zweifach in einer Kussszene zu sehen ist. Für das Transgender-Modemagazin „Candy“ lies Franco sich für das Cover und eine Fotostrecke von Terry Richardson sogar als Dragqueen ablichten. (SCHWULISSIMO berichtete) Er nehme gerne schwule Rollen an, sagte Franco: "Seit es das Kino gibt, gibt es unzähligen heterosexuelle Liebesgeschichten. Das wurde bis zum Abwinken gezeigt und interessiert mich daher nicht mehr so sehr. Es ist viel interessanter, Menschen darzustellen, die noch nicht so oft porträtiert wurden."
Im Februar startet in Deutschland der Film „127 Hours“. Regie führte hier Oscarpreisträger Danny Boyle (Trainspotting, Slumdog Millionär). In dem Drama porträtiert Franco den Bergsteiger Aron Ralston, der 2003 bei einer Canyon-Wanderung in Utah verunglückte und durch die Selbstamputation seines rechten Arms überlebte. Weiterhin wird James Franco am 27. Februar gemeinsam Anne Hathaway die 83. Oscarverleihung moderieren.
Die SCHWULISSIMO-Kinoredaktion ist sich sicher, dass man von James Franco noch viel hören wird. Und wer weiß, vielleicht moderiert Franco nicht nur die kommende Oscarverleihung, sondern kann selber einen Goldjungen mit nach Hause nehmen?