Mit freundlichen Cluesen!
„An und für sich ist wie eine Zeitreise durch meine Platten allerdings in einem komplett neuen, für sich stehenden Gewand.
An und für sich ist verspielt; rockiger, elektronischer, aber auch grooviger als meine früheren Alben.“ (Clueso)
Selten ist ein großer Musiker und Künstler so bodenständig, so nah und so wenig „Star“, wie es bei Thomas Hübner alias Clueso der Fall ist. Doch er ist einer der großen deutschen Sänger und Songschreiber, der schon mit dem jungen Udo Lindenberg verglichen wird. Nach zehn Jahren Musikgeschäft kommt nun sein mittlerweile fünftes Studioalbum im März in die Plattenläden und vieles hat sich verändert. Aber vieles ist auch immer noch „an und für sich“ typisch Clueso und zeigt mal wieder wie Musik abseits des Mainstreams klingen kann.
Vor 10 Jahren fing Cluesos musikalischer Weg mit dem Album „Text und Ton“ an, das damals mehr Hip Hop war als seine heutige Musik, aber auch nicht eindeutig dem Genre zuzuordnen war. Clueso, dessen Name von der Figur des Inspektor Clouseau aus dem Film „Der rosarote Panther“ stammt, passte schon von Anfang an nicht in die Genregrenzen und entwickelte schnell seinen eigenen Sound. Wie der Erfurter Jung selbst sagt, bedient er sich bei allen Musikrichtungen und schafft daraus seine Musik. Der Erfolg kam langsam, aber dafür ehrlich, denn bei ihm wird Musik noch handgemacht und seine Fans auf der Bühne zu begeistern ist seine Leidenschaft und Aufgabe. Nach dem letzten Platin-Erfolgsalbum „So Sehr Dabei“ arbeitete Clueso zwei Jahre an „An und für sich“, woraus ein Album mit 17 Songs entstanden ist. Auszeichnungen und Preise wie die 1Live-Krone scheinen für Clueso nur noch mehr Bestätigung zu sein, seine Musik nicht an den Musiktrends auszurichten oder sich zu verbiegen, um Platten zu verkaufen. „Der Song ist der Chef“, sagt er und genauso hört sich auch sein neues Album an.
„An und für sich“ ist mehr als nur eine Floskel, die wir im Alltag verwenden, denn sie ist in ihrem Essentiellen lebensbejahend und positiv. Sie spiegelt die Musik auf Cluesos Album wider, denn das "An sich“ meint das Weltliche und das „Für sich“ das Menschliche, wie die Musik als solche, „an sich“ ist, und was jeder einzelne, „für sich“ draus macht. In seiner Musik öffnet sich Clueso seinem Zuhörer komplett, denn er schreibt alle Texte selbst und das spürt man in jeder Strophe. Es sind viele kleine Geschichten geworden, die doch zusammen irgendwie einen Teil seines Lebens ergeben. Albumtitel und Musik sollen den Zuhörer anregen, selbst zu interpretieren und sich in den Texten wiederzufinden. So spricht Clueso nicht von kitschigen Traumwelten, sondern beschreibt die Welt und Gefühle mit seinen Gedanken.
Den ersten Vorgeschmack aufs Album liefert „Zu schnell vorbei“, die erste Singleauskopplung, die „eine kleine Ode an das Jetzt“ ist. Clueso-typisch baut sich ein sehr poppiger Song auf, der frühlingshaft leicht und unbeschwert daher kommt. Clueso beschreibt den Song weiter: „Es geht um Vergangenheit und Zukunft, um Vergänglichkeit, Erfahrung und Sehnsucht, um verpasste Gelegenheiten und um große Chancen“. Die Single zeigt in der Album-Version, dass Clueso nicht nur Genregrenzen sprengt, sondern auch Song-Standards außer Acht lässt. Keine zwei Strophen und ein endlos wiederholter Refrain, gebannt auf 3:30 Minuten bei allen 12 Tracks des Albums. Nein, es ist „an und für sich“ anders: Jeder Song auf dem Album hat seine eigene Gestalt und so lässt Clueso den Song Chef sein und presst ihn in keine Passform. Insgesamt steckt dieser Longplayer voller Abwechslung und doch voll mit tiefsinnigen Texten und eingängigen Melodien.
Es ist schwer, einzelne Songs herauszuheben, da das Album als Gesamtpaket optimal wirken kann, aber jeder wird nach Tagesform einen Lieblingssong haben. Das Album- Highlight heißt „Herz“ und bleibt einem sofort in den Gehörgängen kleben. Selbst der herzklopfartige Beat geht einem in Knochen und Blut über, auch wenn der Song schon lange verstummt ist. Es geht um eine vergangene Liebe, die überall im Alltag noch durch die Erinnerungen Spuren hinterlassen hat. Vielleicht haben wir hier den heimlichen neuen „Gewinner“ des Albums. Elektronische Elemente bietet die Uptempo-Nummer „Die Straßen sind leer“, die sich im langen Outro völlig zum Clubtrack aufschaukelt. Das minimalistische „Beinah“ ist einer von Cluesos Lieblingssongs und besticht durch den starken Chorus. Mit Charme und Humor singt er in „Müsste Gehen“, dass er Songs über Regen kitschig findet, wo doch „Ey der Regen“ zu den besonderen Songs auf dem Album gehört. Der Song beginnt mit dem „Immer wenn es regnet“-Sample von Freundeskreis, aber es baut sich keine Coverversion auf, sondern Clueso lässt einen neuen Song entstehen.
Das optimale Clueso-Erlebnis lässt sich momentan im Ticketshop auf der Homepage von Clueso erstehen, denn bei jedem Kauf eines Tickets für die neue Tour bekommt man den Download des neuen Albums dazu. Deutschlandweit einzigartig und ein absolutes Muss, denn Cluesos Songs sind ein Erlebnis auf der Platte, aber ein musikalisches Spektakel auf der Bühne. Seid gespannt auf die neue Single „Zu schnell vorbei“, die am 11. März erscheint und Vorbote für das am 25. März erscheinende Album „An und für sich“ ist (sr)
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01.03.2011
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