Britney Spears vs. Lady Gaga: Kampf um den Pop-Thron
Die meisten Kriege auf der Welt werden wegen Glaubenskonflikten und Machtgier geführt, doch hier geht es um ganz andere Dimensionen. Im Frühjahr 2011 wird der Kampf um den Pop-Thron ausgetragen und die Konkurrentinnen stehen schon in den Startlöchern: Ehemalige Kronprinzessin Britney Spears, die ihren harten Fall versucht wieder auszubügeln und ihre Gegenspielerin Lady Gaga, die sich nach zwei Alben immer noch im Zenit ihrer Karriere befindet. Kann Lady Gaga mit ihrem neuen Album weiter an den enormen Erfolg anknüpfen und wird Britney ihr Party- und Drogendilemma weiter hinter sich lassen? Aber es geht nicht nur um den Pop-Thron, sondern es geht auch um die Vorherrschaft als Gay-Ikone. Sowohl Britney als auch Lady Gaga haben einen hohen Anteil an schwulen Fans und buhlen um die Nachfolge von Alt-Stars wie Madonna oder Kylie Minogue.
 Britney Spears Britney Spears Debütalbum „…Baby One More Time“ wurde vor 12 Jahren veröffentlicht und landete als erstes Album einer Newcomerin direkt auf Platz 1 der US-Charts. Superlative in Verkaufszahlen und Hitlistenpositionen folgen mit der gleichnamigen Single, die in 40 Ländern an die Chartspitze kletterte. Die folgenden Alben und weitere Hits manifestierten Britneys Thron in der Pop-Musik. Höhepunkt der Popularität war der gemeinsame Auftritt mit Madonna und Christina Aguilera bei den MTV Music Awards 2003, bei denen die „Queen of Pop“ beiden einen Kuss auf der Bühne gab. Britneys Zungenkuss mit Madonna ging um die Welt und wurde von Schwulen und Lesben gefeiert als Zeichen für mehr Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe. Das Album „In The Zone“, gilt unter Kritikern als Britneys beste Platte bis heute und erhielt den Grammy Award für „Toxic“, das in 55 Ländern auf Platz 1 der Charts landete. Doch die Karriere von Miss Spears nahm eine verherende Wendung. Für Skandal-Schlagzeilen sorgte sie 2007, als sie (mittlerweile Mutter von zwei Söhnen) sich in einem Friseursalon in Los Angeles ihren Kopf kahl rasieren und sich kurz darauf am Nacken und am rechten Unterarm tätowieren ließ. Zahlreiche Aufenthalte in Rehabilitationszentren und dem Entzug des Sorge- und Besucherrechts für ihre Kinder folgte der vollkommene Absturz des damaligen Teenie-Stars Britney Spears, indem sie als „Gefahr für sich und andere“ gerichtlich entmündigt wurde. Die musikalische Rehabilitierung erfolgte mit den beiden Studioalben „Blackout“ und „Circus“. Die Singles „Womanizer“ und „3“ wurden zu den ersten No.1-Hits in den USA seit ihrem Debüt.
 Lady Gaga Von der Go Go-Tänzerin zur Kultfigur: Stefanie Germanotta komponierte zu Beginn ihrer musikalischen Karriere für diverse andere Künstler (wie die Pussycat Dolls) und machte den Produzenten Akon auf sie aufmerksam, der sie auf dem eigenen Label unter Vertrag nahm. Unter dem Künstlernamen Lady Gaga sollte sie fast zeitgleich mit dem Absturz von Britney Spears einen cometenhaften Aufstieg schaffen. Ihre ersten beiden Singleauskopplungen „Just Dance“ und „Poker Face“ aus dem Album „The Fame“ wurden weitweite Nummer 1-Hits, die sich bis zu einem Jahr in den Charts hielten. „Poker Face“ brach in Deutschland den Rekord für die meisten Downloads einer Single und verbrachte 13 Wochen an der Spitze der Charts. Schon kurz danach erschien mit „The Fame Monster“ Lady Gagas zweites Album. Es sollten weitere Verkaufsrekorde folgen und neben der Lead-Single „Bad Romance“ wurde die Zusammenarbeitet mit Beyonce Knowles auf dem Track „Telephone“ zum riesigen Erfolg. Doch neben dem musikalischen Erfolg provozierte Lady Gaga gekonnt die Medienlandschaft und schaffte es, wie zuletzt Madonna in den 80er Jahren, Schlagzeilen positiv für ihre Popularität einzusetzen. Skurile Outfits, verrückte Songtexte und Interviews, aufwendige Konzerte und TV-Auftritte sowie abwechslungsreiche und perfekt inszenierte Video-Clips ließen Lady Gaga zum Mega-Star werden.
Nun bringen sowohl Britney Spears als auch Lady Gaga im Frühjahr 2011 ihre neuen Longplayer raus und eröffnen das Rennen um den Pop-Thron mit ihren Vorab-Singleauskopplungen. Musikalisch sind beide Songs keine Neuerfindung der Pop-Musik, aber tanzbar und einfach Spaß pur: Britneys Spears springt mit der ersten Single „Hold It Against Me“ aus ihrem siebten Studio-Album „Femme Fatale“ (Release: 25. März 2011) auf den Erfolgszug der Pop-Songs mit Dance-Elementen auf. Auch Lady Gaga war schon mal kreativer und klingt auf „Born This Way“ wie eine Kopie des 80er Jahre Song „Express Yourself“ von Madonna. Das gleichnamige Album wird am 23. Mai 2011 erscheinen. Doch beide Songs brechen schon jetzt Rekorde: „Born This Way“ wurde so häufig wie keine andere Single am ersten Tag der Veröffentlichung im US-Radio gespielt und verbesserte den gerade aufgestellten Rekord von Britney Spears. Britney gelang es als erste Künstlerin gleich zwei Mal in Folge einen No.1-Chartdebüt in den Billboard Single-Charts hinzulegen. Die Marketing-Kampagnen hinter den beiden Pop-Diven sind gewaltig und antizipieren die Veröffentlichungsdaten für die Fans mit großen Trommelwirbel und Paukenschlag.
Doch wenn es um die Vorherrschaft im Internet geht, dann steht Lady Gaga weit an der Spitze. Sei es Facebook, Twitter oder Youtube, überall weist Lady Gaga die meisten Fans, Follower oder Klicks auf. Auch in Bezug auf Medien-Hype, marketingwirksame Inszenierung von Bühnenshows und skandalträchtigen Outfits liegt Lady Gaga meilenweit vor der gesamten Konkurrenz im Musik-Business. Gerade zuletzt bei den Grammy Awards 2011 verstand es Lady Gaga ihr neues Album mit höchstmöglichem Aufsehen zu promoten. „Born This Way“-like kam sie in einem überdimensionalen Ei auf die Bühne und unterstrich die Botschaft des Songs: Egal wer du bist, wir sind alle gleich. Das Leben der Stefanie Germanotta gleicht einer One-Woman-Show, die weiterhin Erfolg haben wird, solange die breite Masse Gefallen an dem Medienhype findet. Bei Britney Spears ist der Ruf noch zu sehr angekratzt, sodass man abwarten muss, ob sie weiterhin den Weg aus ihrer privaten Lebenskrise herausfindet und musikalisch auf ihrem neuen Album überzeugen kann. Die Zeichen stehen gut für Beide, doch einen Kopf vorn im Rennen um die Schwulen-Ikone der Zukunft hat in der Momentaufnahme Lady Gaga. (sr)
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01.03.2011  Britney Spears vs. Lady Gaga: Kampf um den Pop-Thron
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