Mit 31 Jahren schon so ziemlich alles im Leben erreicht zu haben, ist ein Meisterstück und im Popolymp eher selten bis kaum zu finden. Nick Carter, seines Zeichens Mitglied der Boygroup „Backstreet Boys“, hat mit seinen Jungs unter dem Bandnamen nicht nur weltweit mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft, er spielte auch vielgelobte Filmrollen, hatte bereits seine eigene Reality-TV-Serie und ein erstes, von Kritikern positiv bewertetes Soloalbum. Was macht man, wenn man all dies erlebt hat und doch gerade erst am Anfang steht?
Nicks Erfolgsgeschichte beginnt am 28. Januar 1980, als er in Jamestown, New York, als Nickolas Gene Carter das Licht der Welt erblickt. Bereits nach einigen Jahren, noch in den 80ern, zieht die gesamte Familie Carter nach Florida um. Die Eltern entdecken früh Nicks vielseitige Talente, und so kommt es, dass er an diversen Castings für Film und Fernsehen, sogar für Werbung teilnimmt. Dies wird von Erfolg gekrönt, denn schon 1990 erhält er eine erste kleine Nebenrolle in dem Film „Edward mit den Scherenhänden“. Auch das Potential für Gesang und Schauspiel wird getestet.
In den 90ern, genauer gesagt im Jahr 1993, stößt Nick Carter zu Howie Dorough und AJ McLean. Zusammen mit Kevin Richardsen und Brian Littrell gründen sie noch im gleichen Jahr die Band Backstreet Boys. Zwei Jahre später beginnt der gemeinsame Siegeszug durch die Charts rund um den Globus, seltsamerweise aber zuallererst in Deutschland. Gleich mit ihrer ersten Single „We've Got It Going On“ springen sie hier in die Top 5 (USA 69), das Debutalbum „Backstreet Boys“ prescht auf Rang 1 (USA 4). Erfolge, die noch getoppt werden: Während sich das Debut weltweit etwa 11 Millionen mal verkauft (Quelle: enotes.com), gehen schon vom dritten Album „Millenium“ weltweit etwa 30 Millionen Tonträger (Quelle: livedaily.com) über die Ladentische. Und auch wenn die Band sich im Laufe der Jahre nicht nur im Charakter, sondern auch im Sound weiterentwickelt, werden 2005 vom inzwischen 5. Studioalbum „Never Gone“ und trotz längerer Auszeit noch rund 10 Millionen Stück (Quelle: singeruniverse.com) weltweit verkauft.
Die mit dem unglaublich großen Erfolg verbundene Arbeit geht an keinem spurlos vorbei, und so entscheidet die Band etwa 2001, eine kleine Auszeit zu nehmen. Trennungsgerüchte entstehen, die 2002 noch geschürt werden, als Nick Carter beschließt, Solopfade zu beschreiten. Doch es ist nicht etwa Uneinigkeit zwischen den Bandmitgliedern, die zum ersten Solowerk von Nick führen, ganz im Gegenteil. Die Gemeinschaft und Freundschaft, die sich zwischen den fünf Jungs im Laufe der Jahre entwickelt hat, bestärken Nick darin, sich musikalisch selbst neu zu definieren und einen eigenen Weg zu gehen.
„Now Or Never“ heißt dann 2002 das Debutalbum, und es beweißt, das Nick eine überaus treue Fangemeinde in Deutschland besitzt. Die erste Single „Help Me“, die am 21.10.2002 ihre Premiere feiert, kann sich ohne Probleme in den Top 20 platzieren. Ebenso geht es dem Album, das bis auf Rang 25 der Top 100 in Deutschland klettert und auch in Amerika Rang 17 erreicht. Doch nicht nur die Fans bestätigen ihn damit in seinen Plänen, auch viele Kritiker äußern sich ungewöhnlich positiv über diesen ersten Schritt in eine neue Zukunft.
Trotz all der bisherigen Erfolge, dem stetig steigenden Ruhm und seiner Vorbildfunktion als populärstes Mitglied der Backstreet Boys und Teenidol gelingt es Nick, relativ unbeschadet durch den Schlangenwald der Yellowpress zu kommen. Lediglich seine Beziehung zu einer relativ bekannten Hotelerbin, sein Zerwürfnis mit seiner Mutter (das auch Bestandteil von „House Of Carters“ war) und seine 2008 öffentlich bekannte Alkohol- und Drogensucht machen ihren Weg in die Schlagzeilen. 2008 folgt auch eine Kehrtwende im Lebensstil: Partys und Alkohol wurden durch gesunde Ernährung, Sport und Videospiele ersetzt.
In diesem Jahr ist es dann auch an der Zeit, die Solokarriere weiterzuverfolgen. Mit „I’m Taking Off“ legt Nick Carter ein Album vor, dass wie gemacht ist für einen wundervollen Sommer. Neben absolut tanzbaren Nummern wie „Burning Up“ oder „Not The Other Guy“ enthält das gelungene Werk auch rockigere Tracks wie „Addicted“, das vom Ambient-Sound beeinflusste und sehr gefühlvolle „Falling Down“ und die erste Single-Auskopplung „Just One Kiss“, ein lebendiger Song mit Gänsehautfeeling. Insgesamt ein wirklich gelungener Wurf, der zielsicher in den Charts landen wird.