Stimmgewaltig: Joy Denalane
Spätestens beim größten deutschen Musikpreis Echo 2011 dürfte den Zuschauern klar geworden sein, dass die deutsche Soulstimme Joy Denalane wieder zurück im Musikgeschäft ist. Eindrucksvoll zeigte die in Berlin Schöneberg geborene Sängerin dem Publikum, dass deutsche Musikkultur nicht nur aus Schlager, Pop oder elektronischer Musik besteht. Es gibt auch richtig stimmgewaltige SängerInnen mit dem Soul im Blut im eigenen Land.
Seitdem sie mit dem Freundeskreis-Song „Mit Dir“ ihren Durchbruch im Jahre 1999 geschafft hat, entwickelte sie ihren eigenen Stil aus angloamerikanischer und afrikanischer Musik mit überwiegend deutschen Texten immer weiter. Mittlerweile ist sie zur deutschen Soul-Queen avanciert und wird von Kritikern seit ihrem ersten Solo-Album in den höchsten Tönen gelobt. Der Auftritt beim Echo mit ihrer neuen Single „Niemand (Was wir nicht tun)“ – zusammen mit Max Herre und dem Rapper Materia – war ein Paukenschlag und Weckruf für die internationale Soul-Musiklandschaft, die in Deutschland bisher als fast unbekanntes Gebiet auf der Landkarte verortet war.
Zusammen mit den FK Allstars tourte Joy Denalane nach dem Sommerhit „Mit Dir“ von Freundeskreis zwei Jahre durch Land bis sie 2001 von Four Music einen Plattenvertrag bekommen hat. Der damalige Duettpartner Max Herre wurde schnell zu ihrem langjährigen festen Partner und schließlich Ehemann und Vater ihrer Kinder. 2002 sollte Joy Denalane zum ersten Mal solo von sich Aufsehen machen. Sie veröffentliche ihr Debütalbum „Mamani“, das ihre afrikanischen Wurzeln auf musikalischer Ebene repräsentieren sollte. Das Album wurde geprägt durch den Tod ihrer Mutter und der Geburt ihres ersten Sohnes im Jahr 2001. Jeder Ton, den Joy auf ihrem Album singt, strotzt nur so von Gefühl und dem sogenannten Soul. Eine Musikstil-Richtung, die von ihrer stark emotionalen Darbietung von Gesang und starken Kontrasten von Lautstärke und Instrumentierung lebt.
Musik war für Joy Denalane immer Sprachrohr ihrer Gefühle. Das deutschsprachige Debütalbum „Mamani“ (auf Tsonga bedeutet Mamani Mutter, Großmutter, oder auch weibliche Vorfahrin) stieg direkt auf Platz 8 der deutschen Albumcharts ein und ihre Musik, in der sie persönliche Schicksalsschläge, die Suche nach ihren Wurzeln auf Reisen in ihre Heimat Afrika und politische Missstände verarbeitet, genoss ein großes Echo. Vom Soul, Funk und Blues der ersten Platte entwickelte sich Joy mit dem Nachfolge-Album „Born & Raised“ im Jahr 2005 zur „Gebieterin über Soul und Hiphop“ (Hamburger Abendblatt) und „Queen of Soul“ (MTV), die insgesamt drei ausverkaufte Tourneen spielte. Ihr zweites Album, das dieses Mal rein englischsprachig war, schaffte sogar den Sprung auf Platz 2 der deutschen Charts. Es folgten zahlreiche Auszeichnungen (z. B . 1Live Krone, Viva Comet), viele Nominierungen und ihr eigenes Label Nesola („nicht allein“), das sie mit Max Herre und einigen anderen Künstlern gründete. Auch international wurde der Name Joy Denalane zu einem Geheimtipp für Soul-Liebhaber. Joy performte in New York und Philadelphia und trat 2008 gemeinsam mit den US-Soulstars Bilal, Tweet und Dwele sowie dem MDR Symphonie Orchester Klassiker der Soul-Musik auf. Dieses einmalige Konzert wurde auf CD und DVD unter dem Namen „The Dresden Soul Symphony“ veröffentlicht und war das letzte große Lebenszeichen der Sängerin für längere Zeit.
Nach einer turbulenten privaten Zeit und der Wiedervereinigung mit Max Herre veröffentlichte Joy Denalane nun am 20. Mai 2011 ihr lang erwartetes drittes Studioalbum. Ihr Album „Maureen“, angelehnt an ihren zweiten Vornamen, beinhaltet erneut deutschsprachige kraftvolle Soul-Hymnen und gefühlvolle Balladen. Die erste Single „Niemand (Was Wir Nicht Tun)“, erschien bereits am 13. Mai. Die Up-Tempo-Klassik-Soul-Nummer ruft dazu auf, Farbe zu bekennen und für seine Werte einzustehen, denn „Niemand wird tun, was wir nicht tun“! Die Single erinnert an Stax, Motown und den Funk der 60er/70er Jahre und ist für viele junge Leute wohl etwas ganz Neues. Für die Produktion ist zum größten Teil das Team von KAHEDI (Samon Kawamura, Max Herre, Roberto Di Gioia) verantwortlich. „Maureen“ zeigt ebenfalls sehr persönlich die zwei Seelen in Joys Brust und verpackt die Songs in ein Gewand aus Soul, Funk und Hip Hop. Soul- und R’n’B-Fans dürften schon ganz feuchte Finger bekommen, zeigt Joy doch mit ihrem neuen Sound wieder einmal, dass sie die Botschafterin der authentischen Soul-Musik ist und bleibt. Vor allem Musik-Perlen wie „Nie wieder, nie mehr“ mit J-Luv (einem der unerkannten großen männlichen R’n’B-Stimmen Deutschlands) und „Siehst du mich“, werden den Weg in die Herzen der internationalen Soul-Liebhaber sofort finden. Eine Stimme, die in Deutschland einzigartig ist, Melodien, die voller Lebensfreude und Leidenschaft schreien, und Instrumentals, die mit der internationalen Konkurrenz mithalten können, machen Joy Denalanes neues Album „Maureen“ zu einem absoluten Muss in diesem musikalischen Sommer.
(sr)
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27.05.2011
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