Rosenstolz feiern ihr Comeback „Wir sind am Leben“
Die Krise von Rosenstolz ist vorbei: „Wir sind am Leben“ heißt das neue Album. Nach drei Jahren Zwangspause feiert das seit 20 Jahren erfolgreiche Pop-Duo sein Comeback. Dabei befürchteten viele noch bis zuletzt, die Band stehe vor dem endgültigen Aus. Am 23. September erschien nun das neue, langersehnte Album und setzte allen Spekulationen ein Ende. Parallel dazu veröffentlichten AnNa R. und Peter Plate mit „Irgendwo in Berlin“ eine 40-minütige Bonus-DVD – ein Mini-Musical mit sechs Songs aus der „Wir sind am Leben“-Deluxe-Edition. AnNa haucht den Songs mit ihrer unvergleichlichen Stimme wieder volles Leben ein. Ein echter Hörgenuss!
Text aus „Wir sind am Leben“
(Texte: Peter Plate und Ulf Leo Sommer):
„Hast du wirklich gelebt
Hat deine Welt sich wirklich gedreht
Hast du alles getan
Wenn nicht, fang an“
Die Single „Wir sind am Leben“ verspricht ein Hit zu werden. AnNa R. (41), vor allem Peter Plate (44) haben harte Zeiten hinter sich: Im Januar 2009 brach Peter bei einem Konzert in Hamburg zusammen. Im Februar 2009 sagte er dann wegen seiner schweren psychischen Burn-out-Erkrankung einen Auftritt bei „Wetten, dass…“ ab. Auch alle Folgetermine wie die Sommertournee platzten. Lange war es um Peter öffentlich still geworden. Die Boulevardpresse dagegen ließ Anna nicht in Ruhe, zählte jedes neue Pfund Gewicht an ihr („aufgedunsen“, „derangiert“) und spekulierte auch über einen Absturz der Sängerin. Bereits 2005 gönnten sich die beiden Musiker ein Sabbatjahr und kehrten im Frühling 2006 mit dem Album „Das große Leben“ gestärkt und musikalisch besser als je zuvor ins Rampenlicht zurück. Auch die erneute Ruhepause hat den beiden Berlinern gut getan: Rosenstolz ist erwachsen geworden: Gereift („Wir sind am Leben“). Nachdenklich („Lied von den Vergessenen“). Und dennoch lassen die Songs nichts an Leichtigkeit, Lebensfreude und Tiefgang vermissen. Man kann träumen, lachen und weinen. Sinnlichkeit pur. Den Song „Mein Leben im Aschenbecher“ singt Peter Plate selbst: Ein seltener, wunderbarer, tief unter die Haut gehender Hörgenuss – und hitverdächtig dazu!
Text aus „Mein Leben im Aschenbecher“
(Texte: Peter Plate):
„Mein Leben im Aschenbecher
Doch es wird langsam besser
Ich muss durch die Gosse gehen
Um endlich Leben zu sehn“
AnNa ist eine waschechte Berlinerin. Peter wurde in Neu-Delhi geboren und lebte bis vor seinem Umzug 1990 nach Berlin in Niedersachsen. Rosenstolz gründete sich 1991 in Berlin-Friedrichshain. Die fast ausschließlich auf Deutsch gesungenen Songs waren zu Beginn häufig mehrdeutig. Vor allem Schwule und Lesben zählten anfangs zu ihren Fans. Heute ist Rosenstolz längst im Mainstream angekommen. 1997 gelang ihnen mit „Die Schlampen sind müde“ ihr großer Durchbruch. 2000 eroberten Peter und AnNa mit „Kassengift“ die Spitze der Charts. Zum Coming-out-Film „Sommersturm“ steuerten sie 2004 den Song „Willkommen“ bei. 2007 erhielten sie die „Goldene Kamera“ in der Kategorie „Pop national“.
Text aus „Beautiful“ (Texte: Ulf Leo
Sommerfeld und Scott Matthew):
„Sag, dass Du heut bei mir bleibst
Meine Wunden wieder heilst
Trag mich durch die dunkle Nacht
Bitte bleibe für mich wach“
Die Band engagiert sich seit vielen Jahren gegen Homosexuellenfeindlichkeit und für die HIV-Prävention: 2009 gewann Rosenstolz den „Echo“ für das beste „Video national“ und ihr „Engagement gegen HIV und AIDS“. Ende August wurde ihnen für ihren Einsatz im Kampf gegen Aids das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen: Im Auftrag von Bundespräsident Christian Wulff überreichte es der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit im Roten Rathaus.
Text aus „Irgendwo in Berlin“
(Texte: Peter Plate und Ulf Leo Sommer):
„Irgendwo in Berlin
Gehör ich hin
Doch damit ich sicher bin
Muss ich immer wieder fliehn“
Über sechs Millionen Platten hat das Pop-Duo insgesamt verkauft. Im Nachhinein kann sich AnNa erklären, warum es zu dem Zusammenbruch kam: „Wir haben einfach zu spät die Notbremse gezogen. Wir waren unendlich müde. Ich hatte so die Schnauze voll von der ganzen Branche,“ vertraute sie dem „Stern“ an.
Text aus „Überdosis Glück“
(Texte: Peter Plate und Ulf Leo Sommer):
„Trauschein
Sparschwein
Eigenheim
Nicht mein Ding,
hab’s probiert.
(…)
Ich brauch´ne Überdosis,
Überdosis Glück.“
Bereits letztes Jahr meldete sich Peter Plate anlässlich des 60. Geburtstages von Annette Humpe zurück: Für das Album „Zeitgeschichte – Das Beste von und für Annette Humpe” produzierte Peter Plate und sein Lebenspartner Ulf Leo Sommer den Song „Sex in der Wüste“. In einem Interview mit der BILD-Zeitung sagte Peter: „Nach einem Burn-out ist Sex in der Wüste das Beste, was hilft …“ 2011 hilft ihm sicher auch ein erfolgreiches neues Album. Schwulissimo freut sich über das Comeback und drückt Peter und AnNa die Daumen, dass das neue Album an seine erfolgreichen Vorgänger „Das große Leben“ und „Die Suche geht weiter“ anknüpfen wird. Ihre Fans haben nie an ein Ende von Peter Plate und AnNa geglaubt.
www.rosenstolz.de (jl)
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02.10.2011
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