5 Fragen an…

Anfang März wurde in Hamburg der Mr. Fetish Hamburg 2019 gewählt. Es handelt sich dabei um den 49-jährigen Jörg Elger. SCHWULISSIMO traf sich mit ihm, um über diesen Titel und seine Ideen zu sprechen.

Hallo Jörg, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Wahl. Unsere erste Frage: Was war für dich persönlich der Grund, dich um den Titel „Mr. Fetish Hamburg“ zu bewerben?
Hallo und vielen Dank erst mal an alle die mich so toll unterstützt haben. Besonderen Dank natürlich an den MSC Hamburg e.V. und an den 1. Vorsitzenden Harald! Die Organisation war super - es hat viel Spaß gemacht.

Der Grund für mich, mich als Mister Fetish Hamburg zu bewerben war in erster Linie die Vielzahl an Fetischen zu zeigen und zu vertreten, sowie sie den Leuten näher zu bringen. Ich habe festgestellt, dass viele sich ungern in Fetisch in der Öffentlichkeit zeigen und habe das Gefühl, dass es teilweise auch noch ein Tabuthema ist. Dieses würde ich gerne ändern. Fetisch besteht ja nicht nur aus Sex in geilen Klamotten, sondern auch das tägliche „gerne Tragen“ der Klamotten. Man soll sich darin wohl fühlen. Für mich ist es zum Beispiel geil Lederhose, Sneakers und Shirt zu tragen. Für mich sehr alltagstauglich. Natürlich trage auch gern Fetisch um auf mich aufmerksam zu machen, sexy zu wirken und „Hingucker“ sein. (lacht)

Wie hast du das Fetisch-Wochenende, und vor allem auch die Wahl erlebt?
Das Fetisch-Wochenende habe ich als sehr aufregend erlebt, da die ganze Wahl und Vorbereitung auf den Event für mich neu war. In diesem Bereich bin ich quasi noch grün hinter den Ohren. Die Aufregung davor, die Wahl der Klamotten, die Termine und schlussendlich das Vorstellen und Darstellen der eigenen Person.
Die Wahl war für mich extrem spannend. Ich schwebte zwischen einem “ich gebe gleich auf” und totaler Vorfreude eventuell doch zu gewinnen. Es ist schon ungewohnt auf der Bühne zu stehen und sich zu präsentieren, um die eigene Person zu werben. Als es dann soweit war, das Publikum Zeit hatte zu wählen, war ich komplett hibbelig und hatte gehofft, zu gewinnen und nun endlich durch zu starten. Ich kann euch sagen bei der Ergebnisverkündung war ich zuerst super überrascht und überwältigt. Erst später folgte dann doch auch ein Gefühl von Stolz.

Im Unterschied zu den verschiedenen Titelträger wie Mr. Leather, Mr. Rubber oder Puppy Germany beinhaltet der Titel „Mr. Fetish“ ja eine besonders große Bandbreite an sehr unterschiedlichen Fetischen. Welche Fetische sind denn dabei „dein Ding“?
Meine Fetische, also mein „Ding“, sind in erster Linie Leder, Biker, Sports, Sneaker. Ich kombiniere gerne die verschiedenen Fetische. Das spricht dann natürlich auch gleich mehrere Leute an. Ein Skin Outfit habe ich auch. Es kann schon sehr sexy sein.
Natürlich wähle ich auch mein Outfit nicht nur nach den Terminen unserer Community und strikter Dresscode-Vorgabe der Locations aus, sondern vor allem, worauf ich grad Lust habe. Da ich in der Mystery Hall arbeite kann ich täglich im Dienst meine Fetische zeigen und leben, eine geniale „Dienstkleidung“ sozusagen.

Jetzt beginnt für dich ja eine sicher aufregende Zeit als Titelträger. Was sind denn jetzt deine ersten Pläne bzw. Veranstaltungen?
Meine erste große Veranstaltung ist jetzt Ostern in Berlin. Vier Tage strammes Programm. Ich habe in Berlin viele Termine wahrzunehmen und Einladungen bekommen. Besonders freue ich mich bereits heute auf das Fotoshooting mit allen amtierenden Schärpenträgern. Das wird sehr spannend und ich bin neugierig auf die anderen Titelträger aus allen Ländern. Neben Mister Doggy und Mister Leather, Mister Rubber etc. findet man nun auch zum ersten Mal den amtierenden Mister Fetisch Hamburg. In Berlin werde ich dann auch Standdienste übernehmen und die verschiedenen Veranstaltungen besuchen und natürlich mit Rat und Tat und vor allen Dingen für viele Fotos zur Seite stehen. Dies ist dann mein erster öffentlicher Auftritt. Ich bin öfters in Berlin und mag die bunte Gesellschaft. Zu den großen Veranstaltungen wie Ostern und Folsom kommen ja die Leute von überall her. Mein großes Ziel in Berlin wird es sein die große Auswahl an Fetischen bei den verschiedenen Partys zu vertreten. Ich will ja meiner Schärpe auch gerecht werden.

Die wichtigste Frage zum Schluss: Was hast du dir vorgenommen, um die ganze Bandbreite des Fetischs in deine Arbeit als Titelträger mit einzubinden? Oder hast du sogar schon Ideen für bestimmte Projekte?
Für meine Zeit als Titelträger habe ich mir vorgenommen als Botschafter unserer Community zu agieren. D.h. in der Community und darüber hinaus für eine größere Akzeptanz der verschiedenen Fetische zu werben. Besonders am Herzen liegt mir hierbei die Kombination von verschiedenen Fetischen. Mister Rubber wirbt für das Latex, Mister Bear für die Leute seinesgleichen, ich werde versuchen die verschiedenen Richtungen zusammen zu bringen.
Auch heute wird man teils noch schräg aus den eigenen Reihen angeschaut, wenn man Gummi zu Skin trägt, Sneakers und Neopren mit Leder kombiniert. Viele denken es gibt nur den reinen Fetisch. Dieses angestaubte Bild von Fetisch möchte ich ins Hier und jetzt holen. Und somit auch attraktiver für die jüngere Gesellschaft zu machen.

In meiner Position als Mister Fetisch Hamburg liegt es mir aber auch noch sehr am Herzen wieder etwas mehr Aufmerksamkeit auf die Destination Hamburg zu lenken. Hamburg hat viel zu bieten. Neben einer spannenden Stadt und vielen sexy Typen sind wir auch noch eine weltoffene Stadt mit einem kleinen aber feinen Angebot für die Fetisch Community.
Vielleicht kann ich ja auf meinen kommenden Terminen den ein oder anderen für eine Trip nach Hamburg überzeugen, wie z.B. zum 46. Ledertreffen im August. Jedenfalls freue ich mich auf meine “Amtszeit” und werde mein Bestes geben, um die in mich gesteckten Erwartungen zu erfüllen und freue mich natürlich auch auf die Unterstützung jedes Einzelnen. Denn als großes Ganzes können wir noch viel mehr bewegen

Ich freue mich auf eine aufregende gemeinsame Zeit.
(id)

14.04.2019
Mr. Fetish Hamburg 2019 // © Archiv
Mr. Fetish Hamburg 2019 // © Archiv

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