Servus Peter - oh là là Mireille

Ende November erwartet uns eine großartige Hamburg-Premiere: Die Geschwister Pfister reisen an, um uns ihr großartiges, neues Programm „Servus Peter – oh là là Mireille“ live auf der Bühne der Fliegenden Bauten darzubieten. Feinste Unterhaltung mit Humor ist garantiert, wenn Ursli und Toni Hits wie „Die kleine Kneipe“ oder „Akropolis Adieu“ zum Besten geben. Passend zum Programm haben die beiden auch ein tolles Album unter gleichnamigen Titel auf CD zusammengestellt. Warum sich die Geschwister für Peter und Mireille entschienden haben, und wie es zur Teilnahme an der neuen Hamburger Benefizgala „Red Night“ kam, darüber sprach Schwulissimo mit den Geschwister Pfister.

Schwulissimo: Was für ein Programm erwartet uns, wenn wir „Servus Peter – Oh là là Mireille“ besuchen?

Geschwister Pfister: Das Programm ist eine Art musikalische Zeitreise in die goldene Ära des Deutschen Schlagers der 70er Jahre. Es war die Hochblüte der großen Samstagabend-Shows, als die ganze Familie inklusive der Oma und den frisch gebadeteten Kindern sich vor dem Fernseher versammelt hat, um sich gemeinsam eine Sendung anzuschauen. Es ist gleichzeitig aber auch eine romantische und manchmal dramatische Begegnung zweier Ikonen dieser Zeit. Peter und Mireille haben ja viel zusammen gearbeitet und sind dabei so etwas wie eine Bühnen-Liaison miteinander eingegangen, von der beide profitiert haben, auch wenn allen Leuten klar war, dass die beiden im wirklichen Leben wenig oder nichts miteinander zu tun hatten. Diese etwas synthetische Art der Leidenschaft macht sie zu idealen Vorlagen für uns.

schwulissimo: Während Eurer Termine in den Fliegenden Bauten habt Ihr auch einen ganz besonderen Auftritt – Ihr seid Teil des Programms der neuen Hamburger AIDS-Gala. Wie kam es dazu?

Geschwister Pfister: Das hat sich dadurch ergeben, dass die AIDS-Gala genau in die Zeit fällt, zu der wir sowieso mit der Show in Hamburg gastieren. Da lag ein Auftritt an der Gala einfach auf der Hand und wir freuen uns, dass wir dabei sein können.

schwulissimo: Was genau werden wir auf der Gala von Euch sehen?

Geschwister Pfister: Wir zeigen einen Ausschnitt aus dem neuen Programm. Welchen genau entscheiden wir aus dem Moment heraus, wir müssen erst einmal schauen, wie der Abend sich sonst so gestaltet. Es ist immer gut, wenn man flexibel sein und spontan reagieren kann. Aber natürlich bieten sich sich die Duette von Peter und Mireille an, weil wir da beide gleichzeitig auf der Bühne sind und zusammen agieren können.

Schwulissimo: Viele Leser kennen vielleicht nicht die genauen Umstände, wie, warum und weshalb einige Familienmitglieder sich zur Ruhe gesetzt haben und wer wen geheiratet hat. Klärt uns doch einmal auf!

Geschwister Pfister: Es ist im Grunde ganz einfach. Die Geschwister Pfister waren ursprünglich zu viert: Lilo, Willy, Toni und Ursli. Nach ihrer grossen „European Homesick Tour“ Anfang der 90er Jahre hat sich Lilo in den Schweizer Bergen zur Ruhe gesetzt. Sie wohnt allein in einem alten Bauernhaus mit Kühen, Ziegen, Hühnern und Katzen und lebt quasi selbsternährend. Bruder Willy ist zurück nach Las Vegas gezogen, um sich um seine kranke Frau Maggie und die beiden Kinder zu kümmern. Ursli und Toni haben danach eine Weile alleine weitergemacht, bevor sie das wunderbare Frl. Schneider kennen und lieben gelernt haben. Mitte der 90er Jahre haben Toni und das Fräulein geheiratet, so dass Frl. Schneider nun auch offiziel eine Pfister ist. Ursli war und ist Single, er ist vor allem in sich selbst verliebt und möchte keinen anderen Menschen in seinem Leben haben.
Alle Familienmitglieder sind in Kontakt miteinander und verstehen sich prächtig. Eine etwaige Famillienzusammenführung ist nicht ausgeschlossen. Im richtigen Leben sind Tobi (Toni) und ich (Ursli) ein Paar, wir sind seit bald dreißig Jahren zusammen und seit zehn Jahren miteinander verpartnert.

Schwulissimo: Warum habt Ihr Euch für die Interpretation von Peter Alexander und Mireille Matthieu entschieden?

Geschwister Pfister: Weil es wie gesagt tolle Vorlagen für uns sind. Er der Tausendsassa aus Wien mit seinem Charme und seiner ungebremsten Spielfreude, ein absoluter Schwiegermuttertraum, ein Alleskönner. Sie daneben eher spröde und etwas distanziert, mit einer Stimme wie ein Diamant und der unverwechselbaren Frisur - eine Schlager-Nonne letztlich. Auf ihre Art haben beide gleichzeitig etwas sehr biederes, aber auch irgendwie verrücktes. Und natürlich mögen wir auch die Musik, beide gehören für uns zu der absoluten A-Garde des Deutschen Schlagers. Sonst hätten wir gar keine Lust gehabt, uns so lange und intensiv damit zu beschäftigen.

Schwulissimo: Zu Euren besonderen Kennzeichen gehört, dass Ihr grundsätzlich live spielt. Wie lange braucht Ihr, um zum Beispiel das Programm für die laufende Show einzustudieren?

Geschwister Pfister: Das ist schwer zu sagen. Wir brauchen vor allem eine lange Vorlaufzeit, in der wir über das Programm reden, Material sammeln, sehr viel Musik hören, Ideen austauschen und wieder verwerfen - wir reden da über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Die eigentliche Probezeit ist mit sechs bis acht Wochen dann relativ kurz. Es werden zuerst die Musiknummern einstudiert, das machen wir noch bei uns zu Hause, ums Klavier, danach erst geht es für die szenischen Proben und die Choreographien in den Probenraum. Ich habe gerne viel Zeit und hasse es, beim Proben auf die Uhr schauen zu müssen.

Schwulissimo: Ursli, im Jahr 2008 warst Du unterwegs mit dem Bühnenprogramm „American Dreams – Ursli Pfister singt Randy Newman“. Was hat Dich dazu inspiriert?

Geschwister Pfister: Ich mochte seine Musik schon immer. Ausschlaggebend fürdas Programm waren aber die Texte seiner Lieder, sie sind extrem scharfsinnig und oftmals abgrundtief böse - aber immer hübsch verpackt, quasi gut getarnt. Man muss schon ganz genau hinhören, um seinen Standpunkt zu verstehen. Das macht seine Musik zu einem grossen Vergnügen.

Schwulissimo: Seit Jahren schon arbeitet Ihr mit Johannes Roloff und seiner Band zusammen – was zeichnet Eure intensive Zusammenarbeit und Freundschaft aus?

Geschwister Pfister: Die Zusammenarbeit ist deswegen so angenehm, weil wir ein ähnliches Gespür haben für Timing und Stil. Wir kommen nur sehr selten in die Situation, dass der eine dem anderen sagen muss, wie er etwas machen soll. Außerdem mögen wir gerne Zeit miteinander verbringen und haben einen ähnlichen, manchmal gemeinen, vor allem aber unerschütterlichen Sinn für Humor. Das ist schon sehr hilfreich, wenn man wie wir so viel unterwegs ist. Vielen Dank für das tolle Interview – und wir freuen uns sehr auf Eure Show! (ds) (ds)

30.10.2011


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