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Chris und Toni // © instagram.com/hinternhof

Chris und Toni ... Ooh, I love your smile! Diesen Ohrwurm hatten beide nach dem ersten Date und sind nun bereits im (verflixten) 7ten Jahr zusammen gelandet oder viel besser gesagt, eher in den siebten Himmel geschwebt ...

kk - 08.10.2021 - 10:00 Uhr

Unser Liebe-Pärchen des Monats lebt und arbeitet im romantischen Elbflorenz, also im barocken wie kulturell modernen Dresden: Aufmerksam aufeinander wurden Chris (30) und Toni (28) über die queere Internetseite „Dbna“, doch das ständige Hin- und Herschreiben wurde bald lästig und man traf sich spontan nach der Arbeit zum Abendessen in Leipzig, wo beide damals noch wohnten. Während der eine dachte: „Hm, so durchtrainiert wie auf dem Profilbild ist er in Realität ja nicht“, war der andere sofort begeistert und dachte „genau der Richtige“ – aber beide liebten von Anfang an das süße und schöne Lächeln des anderen...

Das ist nun sieben Jahre her und der Beginn ihrer Liebe stand jedoch eher unter dem nüchternen Motto „Fernbeziehung“, denn Toni arbeitet und wohnte dann in Nürnberg und Chris lebte Leipzig. Traurige und tränenreiche Bahnhofsabschiede und Einsamkeit unter der (viel zu langen) Woche wechselten mit kuschligen und innigen (viel zu kurzen) Wochenenden, bis man schließlich beschloss zusammen nach Dresden zu ziehen. Dort arbeitet Toni nun in einem kleinen Krankenhaus als Krankenpfleger und Chris studiert noch, um seinen Master in Kommunikationswissenschaft abzuschließen, nachdem er vorher ein paar Jahre als Medienkaufmann arbeitete.

Die Familie der beiden brauchte zunächst ein wenig Zeit, die Homosexualität der Söhne zu akzeptieren, denn Toni kommt aus einer katholischen Umgebung, Chris’ Eltern brauchten auch eine gewisse Zeit der Gewöhnung: Mittlerweile ist ihre Beziehung jedoch voll und ganz akzeptiert und alle wurden herzlich aufgenommen und ins Herz geschlossen. Und wer weiß, vielleicht ist es ja so wie Tonis Mama nach seinem Outing meinte: Gott hat da noch etwas mit diesem besonderen Menschen vor...
 

Chris und Toni // © instagram.com/hinternhof

Über ihre Beziehung reflektiert das Paar viel und gerne, so dass man seit zwei Jahren zusammen einen Podcast mit dem augenzwinkernden Namen „Hinterhof“ (Links: https://www.instagram.com/hinternhof, zu hören hier: linktr.ee/Hinternhofpodcast) hat: Hier wird über so ziemlich jeden Bereich von LGBTQIA-, Sex- & Pärchenthemen gequatscht – locker, leicht und sympathisch wie die zwei eben sind. So fragen sie zum Beispiel: „Zungenspiele oder doch lieber sanft mit den Fingern?“ Oder: „Wie hat sich die rosarote Brille bei uns bemerkbar gemacht und wie ist es, wenn andere diese Brille tragen, man selbst aber nicht? Ist man dann neidig oder nur genervt?“. Der Podcast ist ihr gemeinsames Baby und Projekt, den sie auch als Selfmade-Paartherapie sehen, denn da sie sowieso oft privat über ihre Beziehung sprechen, können sie ihre Erfahrungen auch authentisch weitergeben, wie sie selbst sagen: „Wir wollen zeigen, dass queere Beziehungen dieselben Sorgen, Probleme und Glücksmomente haben, wie nicht-queere-Beziehungen“.

Das klingt sehr zeitintensiv und ist es auch, aber andere Leidenschaften und Hobbys haben die beiden obendrein: Toni liebt es zu tanzen, Chris hat seine Liebe zum Fotografieren entdeckt und tobt sich hier auf den gemeinsamen Reisen aus. Die beiden entdecken und erkunden nämlich liebend gerne neue Ecken und fremde Kulturen. Das Eintauchen in diese und das Abtauchen in die eigene Welt macht die beiden zu einem rundum harmonischen Paar, das sich viele Gedanken über sich und die Gesellschaft macht und so seinen glücklichen Platz in der Welt gefunden hat. Deshalb lassen wir sie am Schluss ihrer wunderbaren Lovestory mit zwei tollen Statements selbst noch zu Wort kommen:

Toni: „Jede Beziehung ist immer anders und trotzdem gleich, weil es am Ende immer nur um die Person(en) geht, die man liebt“.

Chris: „Man sollte sich nicht schämen, wer oder was man ist. Egal was andere Menschen über einen sagen, am Ende zählt immer nur, dass du zu dir stehst und auf dich und dein Herz hörst“.

In diesem Sinn: Lächeln anknipsen, mit Blitz und Leidenschaft fotografieren und augenzwinkernd auch den Hintern(hof) nicht vergessen – dann klappt das auch mit einer glücklichen Beziehung!
 

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Gerrit Winter

Im Interview

ist heute Vokalcoach und Stimmexperte, Motivationstrainer und Autor. Sein aktuell erschienenes Buch „Sei eine Stimme und nicht nur ein Echo“.
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