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„More is more ist das Motto, ich brauche keine Mode von der Stange – ich will Kunst kreieren!“

Thomas Hanisch im Interview „More is more ist das Motto, ich brauche keine Mode von der Stange – ich will Kunst kreieren!“

km - 10.03.2022 - 10:00 Uhr

Thomas ist vielen seit der dritten Staffel der schwulen Dating-Show „Prince Charming“ ein Begriff. Wie weit er es in der Show geschafft hat, behalten wir an dieser Stelle für alle TV-Zuschauer für uns. Der 31-jährige Berliner Designer hat bei ESMOD Berlin studiert und 2013 sein eigenes Modelabel gegründet. Der Modeschöpfer hat unter anderem mit Lady Gaga, Bambi Mercury, Conchita Wurst und vielen anderen Stars gearbeitet.
Im Interview mit SCHWULISSIMO erzählt er, was ihn an Mode so fasziniert, warum er Berlin liebt und was er bei „Prince Charming“ über sich gelernt hat.

 

Was liebst du an Berlin?
Berlin ist eine Stadt, in der du sein kannst wer du willst, sei es im kreativen Bereich, persönlich oder auch beruflich. Ich liebe die Offenheit und Akzeptanz – Ausnahmen gibt es immer. Die Clubszene faszinierte mich schon immer, allerdings werde auch ich älter und halte nicht mehr so durch.

© instagram.com/thomashanisch
© instagram.com/thomashanisch

Was macht die LGBTI*-Community in Berlin so besonders?
Ich finde, wir sind alle wie so eine kleine Familie, jeder kennt sich über fünf Ecken und wir unterstützen uns meistens alle immer gegenseitig.
Vor allem durch die Community habe ich mehr und mehr Vertrauen in mich selbst bekommen und konnte mich präsentieren wie ich wollte. Denn sonst hätte ich wohl meine feminine Seite immer versteckt.

Wirst du auf der Straße erkannt bzw. haben sich durch deine Teilnahme bei „Prince Charming“ neue Möglichkeiten für dich eröffnet?
Oh ja, das passiert wirklich öfter, vor allem jetzt durch die Ausstrahlung bei Vox. Allerdings muss ich sagen, dass in Städten wie Köln, Hamburg und München man öfter angesprochen wird. Berlin ist da doch teilweise sehr „anonym“ und man geht im Alltag teilweise unter. In Bars und Clubs ist das natürlich viel easier. Aber ich freue mich immer sehr, wenn ich angesprochen werde – doch bitte nicht als Promi, nur weil ich im TV rumgeknutscht habe, haha.

Was hast du über dich selbst bei „Prince Charming“ gelernt?
Dass ich mich viel mehr trauen und über meinen Schatten spring sollte. Ich habe mich immer viel zu klein gemacht, konnte nie Boys ansprechen und war todesschüchtern.
Nun habe ich gesehen, dass ich mich nicht verstecken muss. Ich kann Kerle ansprechen und es funktioniert sehr gut. (lacht) Ich bin viel selbstbewusster und offener anderen gegenüber. Außerdem habe ich meinen Körper aus einem ganz neuen Blickwinkel kennengelernt – und ganz Deutschland konnte mich im Adamskostüm sehen.

© instagram.com/thomashanisch
© instagram.com/thomashanisch

Wird man dich nochmal im Fernsehen sehen?
Auf die richtigen Anfragen warte ich noch, jedoch kein Dating mehr, davon habe ich genug. Aber ich würde alles essen, was mir aufgetischt wird – der Dschungel ruft.

Was fasziniert dich an Fashion/Mode?
Die Freiheit zu tragen und zu machen was man will. Mode ist kein Alltag für mich, sondern Kunst, ich will, dass man etwas fühlt, wenn man Mode sieht – egal ob positiv oder negativ, Hauptsache es regt zum Denken an.

Was macht für dich ein gutes Outfit aus?
Ich finde, solange man Blicke bekommt, in jeglicher Form, ist jedes Outfit gut.

Gibt es für dich NoGos und Must Haves in der Modewelt?
Bisher stehen Crocs auf meiner NoGo Liste, allerdings sage ich niemals nie. Wenn Mode „Rihanna approved“ ist, dann ziehe ich es auch an.
Must Have: gutsitzende arschbetonende Jeans – bitte keine skinny mehr und bloß keine Knöchel zeigen – direkt verbrennen.

© instagram.com/thomashanisch
© instagram.com/thomashanisch

2013 hast du dein Label gegründet – was hast du seitdem gelernt und dich weiterentwickelt? Was hat sich in der Modewelt getan seit 2013?
Ich bin viel mutiger geworden, suche mir immer neue Herausforderungen, die ich meistern will. Allerdings will ich nie ans Ziel kommen, denn das würde bedeuten, dass ich mich ausruhen würde.
More is more ist das Motto, ich brauche keine Mode von der Stange – ich will Kunst kreieren! Das zeigte ich auch schon auf zwei Shows bei der Fashion Week in Berlin, ich habe momentan einen Showroom in LA und arbeite viel mit nationalen und internationalen Künstlern zusammen. Auch die Drag Szene gehört zu meiner Kundschaft, welche ich liebe, denn Drags sind over the top – genau wie ich.

Du hast bereits mit Lady Gaga zusammengearbeitet – welchen Promi/Star würdest du gerne mal einkleiden und wieso – und vor allem wie würde das Outfit aussehen?
Nicki Minaj, Cardi B und Rihanna stehen ganz oben auf der Liste. Ich denke bei Nicki und Cardi kann es schon sehr nackt sein, um die richtigen Rundungen zu betonen. Bei ersteren waren meine Sachen auch schon, leider kamen sie nicht zum Einsatz. Bei Riri wäre es definitiv etwas mehr classy, muss ja zu ihrem aktuellen Brand passen.

Auf was bist du am meisten stolz in deinem Leben?
Meine Zielstrebigkeit. Ich möchte mir immer Träume und Ziele vor Augen halten. Kombiniert mit meiner Kreativität, ist das mein Schlüssel zum Erfolg.

© instagram.com/thomashanisch
© instagram.com/thomashanisch

Was sind deine Ziele für das Jahr 2022?
Eine explosive Fashion-Show wäre wunderbar, um die Modewelt in Deutschland mal wieder wach zu rütteln. Außerdem geht die Suche nach „Prince Charming“ weiter, aber diesmal außerhalb einer TV Show. Bewerbungen dürfen eingereicht werden. 

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