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Yoncé Banks // © vvg

Yoncé Banks eine deutsche Dragqueen und Sängerin

vvg - 06.09.2021 - 09:00 Uhr

die 2020 das Format „Queen of Drags“ gewann. Bei „Die Alm 2021“ stand sie vor Kurzem erneut auf dem Siegertreppchen, wobei sie sich hier auch als Savvas zeigen konnte.

Herzlichen Glückwunsch zur "Alm Göttin“. Deine Worte nach Bekanntgabe deines Sieges waren „Oh – Geil - Schei..!" Was meintest du damit?
Dankeschön für die Glückwünsche! Naja, man ist in einer Ausnahmesituation und funktioniert halt. Ich bin sehr ehrgeizig und habe immer den Anspruch, mein Bestes zu geben, und im besten Fall zu gewinnen. Es war ein unwirklicher Moment. Ähnlich wie auch bei “Queen of Drags” habe ich erst nach einigen Stunden verstanden, dass ich gewonnen habe - haha.

Welcher Titel war steiniger: Drag Queen oder Alm Göttin?
Für beide bin ich sehr dankbar. Trotzdem muss ich sagen, dass die Erfahrungen, der Hype und das Erlebnis von „Queen of Drags“ für mich einfach unantastbar und unvergesslich sind. Es war ein Herzensprojekt, bei dem wir nicht nur unsere Kunst endlich einem großen Publikum näherbringen konnten, sondern auch sehr wichtige Themen ansprechen und somit viele Menschen aufklären konnten.

Du hast auf der Alm ein paar echte Freunde gefunden - gab es bei QoD auch Freundschaften oder herrschte da Zickenkrieg?
Bei „Queen of Drags“ habe ich natürlich auch Freunde und Kollegen gefunden. Prinzipiell kannte man sich durch Social Media oder durch Events schon vorher. Mit einem Teilnehmer hatte ich im Vorfeld auch schon Probleme, was es natürlich nicht einfach machte, gemeinsam in einer Villa leben zu müssen. Es gibt leider Missgunst und Neid unter Drag Queens, wenn es um Jobmöglichkeiten, Talent oder Optik geht, was sich oft in Sticheleien oder Streit äußert. Ich habe das leider zu Anfang meiner Drag-Karriere oft zu spüren bekommen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich die Krone mit nach Hause nehmen konnte.

Die Alm war ein Leben wie vor 100 Jahren - wie war das ohne Komfortzone und Smartphone?
Das Härteste war für mich auf jeden Fall die Kälte. Unüblich für die Zeit, in der wir gedreht haben, hat es auf der Alm oft geregnet, gehagelt und sogar geschneit. Auch fand ich es hart, nicht richtig duschen zu können, da wir nur eiskaltes Wasser hatten. Ich komme auch mit wenig Essen aus, jedoch war es sehr hart, immer dasselbe zu essen und weder Salz, Pfeffer noch Zucker zu haben. Auch habe ich mich erkältet und verletzt bei den Spielen. Kein Handy zu haben fand ich absolut nicht schlimm! Tatsächlich hatten wir so vielfältige Gespräche und coole Spiele, was einfach wichtiger als ein Handy war. Wir haben wirklich viel gelacht zusammen!

Hat dich genervt, dass man in der Drag Show lästerte „Die kann ja nur Beyonce“?
Ich denke, bei mir lag es einfach am Namen, dass man mich gerne in eine Schublade steckt. Jeder sollte das machen, was er persönlich mag, und wenn ich gerne Beyoncé performe, und in meine Performance meinen eigenen Stil einbringe, ist das absolut okay. Keiner hat das Recht, die Kunst eines anderen zu kritisieren, da jeder seine Kunst so ausleben sollte, wie er sie für richtig hält.

Wie gehst du mit Hass im Netz um?
Überhaupt nicht! Seit einigen Jahren versuche ich, Hass konsequent aus meinem Leben rauszuhalten und die Probleme anderer nicht zu meinen zu machen; das macht nur krank. Ich bin der Meinung, dass Leute, die dir ungefragt ihre boshafte Meinung aufzwingen, Hass verbreiten oder dich niedermachen wollen, mit sich selbst ein riesiges Problem haben. Es ist natürlich immer einfacher gesagt, als getan. Ich möchte, dass meine Plattformen schöne Orte für meine Fans sind und keine toxischen Orte werden. Ich liebe mich und weiß, dass ich ein guter Mensch bin und Talent habe. Die das nicht so sehen, können sich ihren Teil gerne denken – kommentieren sollen sie es nicht.

Fehlen jetzt noch Titel wie "Dschungel Queen", "Dancing Queen" oder vielleicht ein Sieg als "Big Sister" im BB-Haus?
Ein absoluter Traum von mir ist es, bei „Lets Dance” mitzumachen. Ich habe eine gute Körperbeherrschung, Ausdruck, Feuer und kann gut tanzen. Ich denke, dass ich ein unglaublich gefährlicher und starker Kandidat wäre, da ich sehr zielstrebig und perfektionistisch bin, und natürlich wäre es unterhaltsam und ein tolles und wichtiges Zeichen, endlich mal eine Drag Queen dabei zu haben. … also - CALL ME! Haha. Aber ich bin für andere Formate ebenso offen; Hauptsache, ich habe Spaß dabei und kann meinen Ehrgeiz beweisen.

Wie oft switchst du zwischen Savvas und Yoncé und in welcher Haut fühlst du dich heimischer.
Ich liebe es, ein Mann zu sein und bin gerne ich selbst. Yoncé bin ich nur, wenn ich dafür bezahlt werde, da es ein Job ist, der zeitaufwendig ist. Ob als Drag oder Privatperson: Ich bin immer ich selbst und authentisch. Natürlich fühle ich mich als Yoncé glamouröser, und man kann mit Witz und Charme auch schwierige, jedoch wichtige Themen auf eine provokantere Art ansprechen und Menschen dadurch näherbringen. Ich freue mich aber, dass man mich bei „Die Alm“ mal als Savvas gesehen hat - ohne Glitzer und Kostüm. Das ist mir wichtig, da nach „Queen of Drags” einige Zuschauer ein Bild von mir hatten, was absolut meinem Wesen widersprochen hat, und das hat mich etwas traurig gestimmt - man darf Drag und die Attitüde dahinter nicht allzu ernstnehmen.

Seit wann wusstest du, dass dir Männer näherstehen?
Gefühlt habe ich es schon in meinen frühen Teenie-Jahren. So richtig eingestanden habe ich es mir ungefähr im Alter von 14 Jahren.

 

Yoncé Banks // © Keykey Photography

Wie war das erste Outing als „schwul“?
Geoutet habe ich mich mit 15/16 Jahren zuerst bei meiner besten Freundin. Bei meiner Mama habe ich mich mit 19 Jahren geoutet, als ich meinen ersten Freund hatte. Wir saßen im Auto, ich habe mit ihm getextet und dabei vor mich hingelächelt. Irgendwann fragte meine Mutter, mit wem ich schreibe. Ich antwortete nur – ohne ein Geschlecht zu nennen – dass „die Person“, mit der ich schreibe, so toll und lieb ist. Plötzlich frage sie „Wie heißt er denn?“. Und dann war die Katze aus dem Sack. Mütter merken und wissen so etwas meist vorher und ich hatte es durch meine tolle Mama wirklich einfach. Das wünsche ich jedem Menschen!

Und wie war das zweite Outing als „Glamour-Drag“?
Zuerst habe ich als männlicher Background-Tänzer für eine Drag Queen getanzt und habe so eine Welt kennengelernt, die ich bis dahin nicht kannte. Als ich selbst damit angefangen habe, wurde ich oft gefragt, ob ich nun eine Frau sein wolle, oder ob das etwas Sexuelles ist. Das ist es nicht! Drag ist eine Kunstform und soll Menschen einfach Spaß, einen schönen Abend und Mut, Hoffnung und Selbstbewusstsein geben. Man darf das alles nicht so ernst nehmen!

Du fandest Christian sehr süß und Aaron sexy. Gibt es denn einen süßen sexy Mann oder musst du dafür erst zu „Love Island“?
Ich bin Single und kein Freund von Dating-Shows. Leuten Hoffnung machen und dann aber mit anderen knutschen und sogar vielleicht schlafen, ist einfach nichts für mich. Ich finde es sehr schwer heutzutage in dieser schnelllebigen Welt jemanden zu finden, der wie ich eine monogame und treue Beziehung sucht. Durch meine Selbstständigkeit im TV und Social-Media ist es nochmal schwerer geworden.

Wenn der Richtige kommt wird dann groß Hochzeit gefeiert?
Ja! Es ist ein Wunsch von mir, eines Tages mal zu heiraten und auch Kinder mit meinem Partner zu haben. Mal sehen, ob und wann das passiert…

Welche Frauen du verehrst ist an deinem Namen erkennbar, für welche Promi-Männer schlägt denn dein Herz?
Es gibt so einige, z.B. Robert Pattinson, Liam Hemsworth, Colton Haynes, Alex, Pettyfer, Jacob Elordi, Charles Melton, Ian Somerhalder, Matt Bomer, Chris Pine, Zac Efron, Brat Pitt, Leonardo DiCaprio und einige andere. Und Jannik Schümann würd ich sofort heiraten!

Eigentlich bist du ja gelernter und festangestellter Frisör …
Tatsächlich müsste ich nicht mehr als Friseur arbeiten, jedoch habe ich so tolle Stammkundschaft seit zehn Jahren, dass ich sie noch so lange wie möglich glücklich machen möchte.

Hast du Kontakt zur Gay-Scene – und was stört dich an ihr?
Privat gehe ich nicht schwul feiern - ganz, ganz selten mal in Gay-Bars mit meinen Kölner Freunden. Ich selbst urteile nicht, jedoch mag ich nicht gerne mitansehen, wie manche Jungs von einem zum anderen springen, und dann womöglich wieder bei mir ankommen. Auch bin ich kein Freund von Darkrooms, Sex-Saunen etc. Aber für alle, die dies mögen, ist es toll, dass es diese Angebote gibt.

Scherzfrage: Stehst du auf „Extasy" und auf „Soldiers"?
Nein. Ich persönlich halte absolut nichts von Drogen! Selbst Gras habe ich noch nie probiert. Ich rauche auch nicht. Im Song „Extasy“ war auch nie die Droge gemeint, sondern eher die Extase an sich. Als ich den Song geschrieben habe, habe ich eine Fantasie beschrieben - einen Kontrollverlust über das Bewusstsein kann man nämlich auch mit anderen Dingen erreichen, vielleicht sogar mit einem „Soldier“!

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Abgesehen von Gesundheit und Liebe wünsche ich mir weiterhin viel Erfolg im Business. Ich möchte neben TV noch mehr Musik machen, auf Tour gehen und noch mehr im Modeling-Bereich arbeiten. Ich habe viele Ziele und Träume, und werde weiterhin daran arbeiten, diese zu erreichen!

Stehen aktuelle Projekte an?
Aktuell arbeite ich an drei weiteren Songs, die ich geschrieben habe. Der nächste wird „Queen“ heißen. Es ist ein selbstverherrlichender Song. Die Message ist: Verfolge deine Ziele, sei stolz auf deinen Erfolg, lass Hater Hater sein. Noch in diesem Jahr soll ein Musikvideo dazu erscheinen. Jeder, der mehr über meine Projekte erfahren möchte, findet immer die aktuellsten Infos auf meinem Instagram Kanal @yoncebanks!

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