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Die LGBTQI*-Revolution // © demaerre
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Die LGBTQI*-Revolution im internationalen Kino?

Advertorial - 21.07.2020 - 19:52 Uhr

Obwohl über Jahrzehnte in den meisten erfolgreichen Filmen lediglich heterosexuelle Cis-Charaktere in den wichtigen Rollen gezeigt wurden, lässt sich in den letzten Jahren ein Umschwung im internationalen Kino beobachten. Nachdem die Thematisierung von LGBTQI*- Beziehungen vor einigen Jahren noch für großes Aufsehen sorgte, so wie zum Beispiel im Fall von Brokeback Mountain aus dem Jahr 2005, integrieren nun immer mehr Filmemacher auch Charaktere der LGBTQI*-Community. Welche dieser Filme besonders herausstechen und was wir in den kommenden Jahren in Bezug auf die Repräsentation der Community noch erwarten können, erklärt der folgende Artikel.

Große Pläne – Das Marvel Cinematic Universe

Seit dem Erscheinen der ersten Iron Man- und Avengers-Filme sind Marvel-Produktionen von den Kinoleinwänden nicht mehr wegzudenken; und präsentieren sich fortschrittlich. So wird einer der bekanntesten Marvel-Superhelden, der Gott Thor, seit neuestem von einer lesbischen Heldin begleitet: Valkyrie, gespielt von der bisexuellen Schauspielerin Tessa Thompson, soll, wie wir bereits berichteten, im neuen Thor-Film eine Partnerin bekommen und somit der erste bekannte lesbische Marvel-Charakter werden. Der kommende Film ist bereits der vierte Film der Thor-Reihe.

Des Weiteren wurde Anfang 2020 von Kevin Feige, dem Produzenten der neuen Marvel Filme, angekündigt, dass auch in Zukunft die Repräsentation von LGBTQI*-Charakteren weiter verstärkt werden würde. Nach eigenen Aussagen arbeiten die Marvel-Studios zurzeit unter anderem an einem Streifen, in dem auch Trans-Charaktere eine Rolle spielen werden. Gerüchten zufolge soll es sich hierbei um die Verfilmung der Geschichte von Sera, der einzigen Trans-Superheldin der Marvel Comics, handeln.

Marvel // © ralpoonvast, Pixabay Licence

Die erhoffte Sensation im Weltraum – Star Wars

Die Hoffnung auf LGBTQI*-Charaktere in den neuesten Teilen der berühmten Star Wars-Reihe waren groß. Tatsächlich musste die Star Wars Saga jedoch auf ganzer Linie enttäuschen. Während die Gerüchte um eine LGBTQI*-Beziehung zwischen Hauptcharakteren in Film 8, "The Last Jedi", besonders stark waren (Viele vermuteten eine Anziehung zwischen Finn und Poe), wurden die Gerüchte noch dadurch verstärkt, dass beide im Laufe des Films lange getrennt waren. So verschlug es Finn mit Rose auf einen Casinoplaneten, während Poe mit der Rebellion vor der Neuen Ordnung flüchtete. Rose, als cineastischer Love-Interest einfach zu schlecht gescriptet, verschwand für Finn völlig hinter seiner Faszination für die intergalaktischen Versionen von Spielen wie Roulette & Co.

Und Poe? Poe legte sich voll ungenutztem Testosteron mit Kapitän Holdo von der Rebellenflotte an: Genug Futter für die Gerüchteküche. Am Ende löste ein Kuss zwischen Finn und * (Spoiler) vollends Verwirrung aus und Film 9, "The Rise of Skywalker", schloss mit einem anderen Kuss, diesmal sogar gleichgeschlechtlich. Dieser jedoch war so schwach, dass nur von einer Enttäuschung gesprochen werden kann.

Star Wars // © aitoff, Pixabay Licence

Romantische Komödie (endlich) mal anders – Love, Simon

Aber nicht nur Action-Filme zeigen sich integrativ. Auch unter den „RomComs“ haben LGBTQI*-Charaktere eine zunehmende Bedeutung. 2018 erschien die von vielen Kritikern gelobte romantische Komödie „Love, Simon“. Sie erzählt die Geschichte des schwulen Teenagers Simon, der noch vor seinem öffentlichen Outing steht. Simon erfährt von einem Internet-Blog, der von einem anonymen schwulen Jungen aus seiner Schule namens „Blue“ geschrieben wird. Er nimmt den Kontakt zu Blue auf und verliebt sich in ihn. Nachdem Simon unfreiwillig geoutet wird, trifft er in einer romantischen Szene in einem Riesenrad endlich auf Blue. Die beiden küssen sich und das Happy End ist perfekt.

Somit folgt „Love, Simon“ dem Aufbau typischer romantischer Komödien, die in amerikanischen High Schools spielen. Diese drehten sich bislang jedoch fast immer um heterosexuelle Paare. Wenn ein LGBTQI*-Charakter mal zu sehen war, dann meistens lediglich in einer sehr stereotypen Nebenrolle. Somit stellt „Love, Simon“ einen wahren Meilenstein der Filmgeschichte dar. Die Rezeption des Films war durchaus positiv, was darauf hoffen lässt, dass in Zukunft auch noch weitere romantische Komödien mit Figuren der LGBTQI*Community in den Hauptrollen folgen werden.

Elsas lang erwartetes Outing? – Die Eiskönigin 2

Star Wars und Marvel zeigen es bereits: Disney legt viel Wert darauf, die Gesellschaft komplett abzubilden und niemanden auszuschließen. Besonders große Hoffnungen liegen daher auch in der Animationssparte. Nach dem sensationellen Erfolg des ersten „Die Eiskönigin“-Teils, waren die Erwartungen an den zweiten Disney-Film über die Schwestern Anna und Elsa groß. Besonders in der LGBTQI*-Community stand eine Frage im Raum: Würde Hauptfigur Elsa, welche im ersten Teil ganz ohne eine Liebesgeschichte auskam, sich im zweiten Teil eventuell als Mitglied der LGBTQI*-Community outen? Anzeichen dafür gab es einige. Viele Fans interpretierten Elsas Probleme mit ihren geheimen Kräften als eine Metapher für ihre versteckte Sexualität. Ein weiteres Indiz war die Ballade “Zeig dich selbst”, welche von Elsa in „Die Eiskönigin 2“ gesungen wird. Liedzeilen wie „Ich war immer eine Festung, mit kalten Geheimnissen tief in mir drinnen / Auch du hast Geheimnisse, aber du musst sie nicht verstecken“ deuteten auf ein mögliches Outing hin.

Dafür sprach außerdem die Tatsache, dass das Lied im englischen Original im Duett mit Evan Rachel Wood, einer bisexuellen Schauspielerin gesungen wurde, die sich sehr für die Rechte der LGBTQI*-Community einsetzt. Viele Fans waren enttäuscht, dass trotz dieser Andeutungen kein klares Statement zu Elsas Sexualität abgegeben wurde und alle Aussagen im Subtext versteckt blieben. Sollte ein Outing jedoch in einem dritten Film erfolgen, wäre dies ein Paukenschlag für die Szene, denn dann wäre auf einen Schlag ein großes Vorbild von Millionen Kindern offen geoutet. Dies würde die Akzeptanz der LGBTQI*-Community unter jungen Menschen auf immense Weise fördern.

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