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PrEP Medikament schützt // © Marc Bruxelle
Rubrik

Geschlechtskrankheiten stoppen! PrEP Medikament schützt neben dem Kondom ebenfalls vor Aids

tr - 28.08.2021 - 10:00 Uhr

HIV (Humane Immundefizienz-Virus) ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, welche die körpereigene Immunabwehr schädigt. Ohne eine umfassende Behandlung führt eine HIV-Ansteckung in fast allen Fällen zu einer Erkrankung, die als Aids bekannt ist. Mit einer gut aufgestellten Therapie können Menschen mit HIV gut und sicher leben. In diesem Zusammenhang gibt es das PrEP-Präparat, welches viele Homosexuelle einnehmen. PrEp (Prä-Expositions-Prophylaxe) soll als Vorsorge vor einem möglichen HIV-Kontakt angewendet werden. Wer bis heute von diesem Vorgehen noch nichts erahnte, kann sich weiter informieren. Ganz besonders wichtig ist, dass dieses Medikament vor HIV schützt, aber eben nicht vor anderen ansteckenden Geschlechtskrankheiten. Deswegen ist Schutz auch weiterhin beim Sex notwendig. Schaut man sich die Statistiken der Deutschen Aidshilfe genauer an, dann kann man erkennen, dass Ende 2019 rund 90.700 Menschen in Deutschland mit HIV lebten. Um sich vor einer solchen Problematik zu schützen, kann PrEP weiterhelfen.

Wie genau funktioniert PrEP?

Um die ersten Mythen rund um das Humane Immundefizienz-Virus aus dem Weg zu räumen, sollte bekannt sein, dass eine Infizierung nur über den Geschlechtsakt oder Blut-zu-Blut-Kontakt möglich ist. Man kann sich also nicht im normalen Alltag damit in Verbindung bringen. Nach einer Infektion mit dem HIV-Virus treten bei den betroffenen meist grippeähnliche Symptome auf. Danach bleibt ein weiterer Verlauf häufig unbeachtet, da keine Signale im Körper entstehen, obwohl er weiterhin eine Schwächung erfährt. HIV ist nicht das gleiche wie Aids! Auch hier besteht eine Verwechslung in der Bevölkerung. Bleibt die Ansteckung unbehandelt, wird das Abwehrsystem vom Körper mit Pilzen und Bakterien konfrontiert, die dann wiederum schwerere Verläufe auslösen. Ist das der Fall, spricht man von dem Akquirierten Immun-Defizienz-Syndrom (Aids). Das Medikament PrEP ist als Prävention zu verstehen und wird beispielsweise Homosexuellen verabreicht, die ein erhöhtes Risiko verzeichnen. Seit 2016 ist das Kombinationspräparat in der Europäischen Union zugelassen. Die Wirkstoffe Tenofovir und Emtricitabin verhindern eine Ausbreitung des HIV-Virus. Möglich ist das nur, weil beide Stoffe in die Zellen der Schleimhäute gelangen können. Erreichen Humane Immundefizienz-Viren die Zellen, weil sie durch Körperflüssigkeiten übertragen werden, verhindert die PrEP-Tablette eine Ausbreitung.

Kosten, Verabreichung und weitere wichtige Informationen

Für wen kann man PrEP empfehlen? Es gibt eine ganze Zielgruppe, die ein derartiges Medikament nutzen kann. Natürlich kann nicht jeder in einer Apotheke die Pille erwerben. Sie ist ausschließlich durch ausgebildete Fachärzte erhältlich und verschreibungspflichtig. Empfohlen wird PrEP für Menschen ab 16 Jahren, die eine erhöhte Gefahr besitzen, sich anzustecken. Grundlegend kann PrEP Schwulen geraten werden, die in den letzten sechs Monaten Analverkehr ohne Kondom hatten. Aber auch anderen Personen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten. Ist klar, dass der Partner positiv getestet wurde, dann ist eine Einnahme sinnvoll. PrEp Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen seit dem 1. September 2019 übernommen, wenn entsprechende Gründe vorhanden sind. Die Therapieschemen unterscheiden sich. Eine tägliche Verabreichung ist ebenso bekannt wie eine anlassbezogene Unterstützung durch PrEP.

 

Quelle Statistik: https://www.aidshilfe.de/hiv-statistik-deutschland-weltweit

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