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HIV-Selbsttest Positives Testergebnis, was nun?

Advertorial - 30.11.2020 - 20:00 Uhr

Seit Oktober 2018 ist es auch in Deutschland möglich, sogenannte HIV-Selbsttests legal zu erwerben. Vorher gab es zwar auch schon Möglichkeiten, diese im Internet aus dem Ausland zu beziehen, diese waren in Deutschland allerdings nicht zugelassen. Ein HIV-Selbsttest ist eine Möglichkeit, sich über seinen Status zu informieren. Es sollte sich mittlerweile in der schwulen Community ja herumgesprochen haben, dass das Wissen über seinen eigenen Status einige Vorteile hat. Zu einen kann man(n) sich und seine möglichen Sexualpartner vernünftig schützen. Gerade hier setzt die Idee dahinter an, denn umso eher jemand von einer HIV-Infektion weiß, umso eher kann auch mit einer Therapie begonnen werden. Und wir wissen heutzutage, dass eine solche Infektion ja schon längst nicht mehr ein Todesurteil darstellt. Zudem geht es vor allem auch darum, HIV-Infektionsketten zu unterbrechen, denn es gibt in Deutschland rund 12.000 unentdeckte HIV-Infektionen, so schätzt es das Robert-Koch-Institut.

Der Selbsttest und wie er funktioniert

Wer nun einen HIV-Selbsttest durchführen möchte, sollte sich im Vorfeld aber dennoch einige Gedanken machen. Kann ich mit einem möglicherweise positiven Testergebnis umgehen? Wer kann mir ggf. zur Seite stehen und an wen kann ich mich dann wenden? Wenn man diese Fragen für sich geklärt hat, dann steht einem Selbsttest eigentlich nichts mehr im Wege. Wichtige dabei ist aber, dass man sich nicht allzu früh testet. Wenn man beispielsweise einen vermeintlichen Risikokontakt hatte – also beispielsweise ungeschützten Sex – sollte man mindestens drei Monate warten, denn solange kann es dauern. Bis sich überhaupt Antikörper gebildet haben. Genau diese werden nämlich mit den Tests am Ende nachgewiesen.

Mittlerweile kann man aus einer Vielzahl verschiedener Anbieter auswählen, darunter bekannte Marken wie Insti oder Simplitude ByMe. In der Anwendungsweise unterscheiden sie sich nur unwesentlich voneinander. Allerdings sollte man darauf achten, dass der Test ein CE-Zeichen trägt, denn dieses garantiert, dass es sich dabei um ein in Europa zugelassenes Produkt handelt. Beziehen kann man diese über Apotheken, HIV-Beratungsstellen, Online-Apotheken oder sogar bei Amazon.  

 

Auch die Handhabung ist denkbar einfach: Für den HIV-Selbsttest sticht man sich mit einer Nadel in die Fingerkuppe – ähnlich wie bei einem Blutzucker-Check. Den Blutstropfen bringt man anschließend in ein Röhrchen oder eine Vertiefung in der Plastikoberfläche des Testkits ein und gibt anschließend eine Trägerlösung hinzu. Je nach Test lässt sich nach ca. 15 bis 30 Minuten das Ergebnis ablesen. Ein Kontrollstreifen zeigt, ob der Test funktioniert hat. Ein weiterer Streifen erscheint, wenn eine Infektion vorliegt.

 

Der Weg zum Facharzt ist selbstverständlich // © mkurtbas

Doch was tut man, wenn man zu Hause ein positives Testergebnis erhält?

Nun, zunächst einmal sollte man nicht in völlige Panik verfallen. Natürlich kann solch ein Ergebnis erst einmal für einen Schock sorgen, doch die weiteren Schritte sollten ebenso angegangen werden. Ein entsprechendes Ergebnis bedeutet heutzutage nicht mehr das Todesurteil – und schon gar nicht in kurzer Zeit. Bei einem positiven Ergebnis eines Schnelltestes ist auf jeden Fall ein HIV-Test in einem Labor notwendig. Dieser Bestätigungstest kann beim Arzt, im Gesundheitsamt, direkt in einem Labor oder einem Checkpoint der Aidshilfen gemacht werden. Erst wenn auch dieser Test positiv ausfällt, besteht sicher eine HIV-Infektion. Da Selbsttest zudem sehr empfindlich bzw. sensitiv eingestellt sind, kann es passieren, dass sie manchmal „überreagieren“. Das bedeutet, sie zeigen ein positives Ergebnis an, obwohl keine tatsächliche Infektion vorliegt. Umso wichtiger ist eben solch ein Kontrolltest!

Und wie geht es dann weiter?

Im Falle einer bestätigten Infektion ist der nächste Schritt, sich einen Arzt zu suchen, der sich mit der Thematik auskennt. Nicht jeder möchte unbedingt mit seinem Hausarzt über solch ein Thema reden. Vor allem nicht mit dem alten Dorfarzt, welcher einen schon seit Kindesbeinen kennt. Doch hier gibt es vielfältige Möglichkeiten. Gerade in der schwulen Community sind diese breit gestreut. So gibt es in fast jeder größeren Stadt zumindest eine Aids-Hilfe als erste Anlaufstelle für erste Gespräche. Vor allem in den Großstädten gibt es aber auch sogenannte HIV-Schwerpunktpraxen, wo man den Kontrolltest durchführen lassen kann. Hier gibt es immer Ärzte, die über eine jahrelange Erfahrung bei der Behandlung von HIV verfügen. Auch viele schwule Organisationen wie beispielsweise Hein & Fiete in Hamburg, Mann-O-Meter in Berlin oder beim „Fachdienst STI und sexuelle Gesundheit“ des Gesundheitsamtes in Köln sind hier geeignete Anlaufstellen. Im Laufe der letzten Jahre haben diese ein breites Netz an Kooperationen aufgebaut, so dass man sich nicht allein gelassen fühlen muss.

Hier können im weiteren gerade die (schwulen) Checkpoints eine große Hilfe sein, denn viele haben oftmals gleich mehrere Gruppen im Angebot – beispielsweise für verschiedene Altersgruppen, Interessen oder halt einfach zum Austausch unter ebenfalls Betroffenen. Und dann kann man – trotz einer HIV-Infektion – durchaus optimistisch in eine großartige Zukunft blicken. Versprochen!

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