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Wenn der Kopf brummt... // © g-stockstudio
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Kopfschmerz & Migräne Wenn der Kopf brummt...

id - 31.08.2021 - 18:30 Uhr

Manchmal brummt einem ganz schön der Kopf, und das nicht, weil die Party von gestern mal wieder exzessiv war, sondern manchmal aus heiterem Himmel und ohne zunächst ersichtlichen Grund. Dabei leiden nach verschiedenen Studien ca. 60 % aller Deutschen hin und wieder unter Kopfschmerzen. Rund 4 % haben sogar regelmäßig unter Kopfschmerzen zu leiden. Noch schlimmer trifft es allerdings rund jeden Zehnten, der mit einer Migräne zu kämpfen hat. Obwohl beides zunächst mit Schmerzen im Kopf einhergeht, so gibt es doch gravierende Unterschiede zwischen den „normalen“ Kopfschmerzen und der Migräne. SCHWULISSIMO schaut anlässlich des Europäischen Kopfschmerz- und Migränetages, welcher jedes Jahr am 12. September veranstaltet wird, einmal auf die Unterschiede dieser beiden Varianten.

Das wichtigste ist sicherlich zu wissen, dass Kopfschmerzen nicht gleich Kopfschmerzen sind. Für die jeweiligen Betroffenen können sie sich dabei völlig unterschiedlich anfühlen. Während der eine sie als pochend empfindet, fühlen andere eher einen dumpfen oder drückenden Schmerz. In anderen Fällen treten sie sogar in Kombination mit Schmerzen in Nacken- oder Schulterbereich auf.

Kopfschmerzen

Hier gibt es rund 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Das ist auch mit eine der Erklärungen, weshalb sie in so unterschiedlichen Formen daherkommen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei aber um den sogenannten „Spannungskopfschmerz“. Die Entstehung solcher Kopfschmerzen ist bis heute noch nicht genau erforscht, doch man geht davon aus, dass verschiedene Ursachen einen Einfluss auf die Entstehung haben. Stress und Überforderung, aber auch die genannte verspannte Nacken- oder Schultermuskulatur, können Gründe für Kopfschmerzen sein. Kopfschmerzen machen sich an beiden Seiten des Kopfes bemerkbar. Bei Migräne ist sind es vor allem starke einseitige Schmerzen. Genau diese Unterscheidung ist wichtig für die Betroffenen, denn davon hängt auch die Behandlung ab. Bei Kopfschmerzen bringt Bewegung – vor allem an der frischen Luft – oft eine Linderung. Bei einer Migräne verschlimmert sich das Ganze dadurch eher noch.

Migräne

Die Symptome einer Migräne unterscheiden sich oft sehr stark von Kopfschmerzsymptomen. Ein besonderes Augenmerk liegt hier auf der Unterscheidung, wo der Schmerz auftritt. Migräne geht in den meisten Fällen mit einem vor allem einseitig spürbaren Schmerz einher. Bei einer Migräne kommen oft auch Symptome wie Übelkeit oder gar Erbrechen sowie eine starke Lärm- und/oder Lichtempfindlichkeit hinzu. Betroffene empfinden diese Attacken dadurch auch deutlich belastender als normale Kopfschmerzen. Dadurch, dass Bewegung die Schmerzen eher noch verstärkt, ist es typisch für Patient*innen, dass sich diese dann eher in abgedunkelten Zimmern zur Linderung aufhalten.

Behandlung

Die Behandlung beider Arten ist im Prinzip gar nicht so unterschiedlich. Dabei stehen sowohl medikamentöse, also auch nicht medikamentöse Maßnahmen zur Verfügung. Aktuelle Studien empfehlen, dass man Kopfschmerzen nicht „aussitzen“ sollte, sondern möglichst frühzeitig dagegen vorzugehen. Die meisten von uns werden dann sicher zur klassischen Kopfschmerztablette greifen. Diese kommen dabei vor allem mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Koffein daher, manchmal auch als Kombination. Hierbei ist es allerdings auch wieder wichtig zu wissen, ob man einen Kopfschmerz oder eine Migräne behandeln möchte. Denn es geht am Ende vor allem um die unterschiedliche Dosierung der einzelnen Wirkstoffe.

Als nichtmedikamentöse Behandlungen kommen verschiedene Möglichkeiten in Betracht. Der schon erwähnte Spaziergang ist eines dieser Hausmittel. Auch ein autogenes Training zur Entspannung oder einfach eine Auszeit mit beispielsweise einer Tasse Tee eingekuschelt in eine Decke auf dem Sofa oder ein Entspannungsbad können förderlich sein.

Was für einen Stellenwert Kopfschmerzen und Migräne als Erkrankungen haben, zeigt sich auch daran, dass es hier eine Vielzahl von Selbsthilfegruppen Betroffener gibt. Zudem wurde 1979 die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft – kurz DMKG – gegründet. Sie ist ein gemeinnütziger Verein, welcher aus Mitgliedern unterschiedlichster Fachrichtungen der Medizin zusammensetzt. Unter ihnen sind beispielsweise Neurologen, Anästhesisten und Allgemeinmediziner, aber auch Psychologen und Pharmakologen sind. Das Ziel des Vereins ist es, die Möglichkeiten zur Behandlung zu verbessern oder auch gänzlich neue Ansätze zu entwickeln.

Mehr Infos:

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft
www.dmkg.de

MigräneLiga e.V. Deutschland
www.migraeneliga.de

 

 

 

 

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