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Mundgeruch – wie er entsteht und was man dagegen tun kann
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Mundgeruch Wie er entsteht und was man dagegen tun kann

Redaktion - 20.01.2023 - 14:55 Uhr

In den letzten Dekaden des 19. Jahrhunderts wurde eine bahnbrechende Entdeckung gemacht: die Existenz von Bakterien. Das war der Startschuss für moderne Hygienekampagnen. Eine begann anno 1892 in Dresden. Der Drogist Ferdinand Ligner entwickelte ein antiseptisches Mundwasser namens Odol. Er nahm ein gigantisches Werbebudget von mehreren Millionen Reichsmark zur Hand und verbreitete weltweit das Konzept der Mundhygiene. Die Botschaft: Auch im Mund befinden sich jene rätselvollen Bakterien und können der Gesundheit schaden. Bekämpft man sie, schützt das zugleich vor Mundgeruch. Mehr als hundert Jahre später blieb die Werbebotschaft im Prinzip gleich: Odol bekämpft Geruchsbakterien bis tief in den Rachen. Doch was hat es damit auf sich? Entsteht Mundgeruch immer durch Bakterien? Und reichen Zahnpasta und Mundwasser aus, um ihn zu bekämpfen?

Was sind Geruchsbakterien und wo kommen sie her?

Was in der Werbesprache Geruchsbakterien heißt, sind real sogenannte Fäulnisbakterien. Sie sammeln sich überall dort, wo totes organisches Material zersetzt werden muss. Im Mund sind das die Speisereste zwischen Zähnen oder am Rand von Füllungen und Kronen. Entsteht dabei Karies, fördert es die bakterielle Ausbreitung. Außerdem zersetzen die Mikro-Lebewesen abgestorbene Zellen. Wer an Parodontose und entzündetem Zahnfleisch leidet oder tiefe Zahnfleischtaschen hat, beherbergt diese Fäulnisbakterien ebenfalls im Mund. Während sie ihre natürliche Arbeit tun, scheiden sie schwefelhaltige Stoffwechselprodukte aus. Das sorgt für den unangenehmen Mundgeruch und der Vorgang beeinträchtigt die gesunde Mundflora. Das gilt erst recht bei wenig Speichelfluss in einem trockenen Mund.

Wie lassen sich Geruchsbakterien bekämpfen?

Oft ist es schwer, den persönlichen Mundgeruch zu erkennen. Die Nase liegt genau über dem Mund und gewöhnt sich an den eigenen Odem. Spätestens bei Kuss und Liebesspiel dürfte aber wohl jeder auf die eine oder andere Art erfahren, wenn der eigene Mund keinen Lockruf der Lust auslöst. Wer es genau wissen möchte, kann die Geruchsausprägung fachmännisch beim spezialisierten Zahnarzt untersuchen lassen. Die Atemanalyse per Halimeter-Gerät spürt zudem die Ursache auf. Um die unschöne Geruchsentstehung zu vermeiden, ist perfekte Mundhygiene die Voraussetzung: Mindestens zweimal täglich die Zähne putzen, Zahnzwischenräume mit Zahnseide reinigen und anschließend mit Mundwasser spülen. Wer Zungenbelag feststellt, säubert das Sprechorgan am besten mit einem Zungenschaber. Hilfreich sind außerdem Anti-Karies-Kaugummis mit dem Süßungsmittel Xylit. Sie regen den Speichelfluss an und bekämpfen schädliche Bakterien. Unverzichtbar ist der Zahnarzt, wenn Parodontose oder Karies im Spiel sind. Hier kann nur die fachmännische Behandlung helfen, um langfristig den Mundgeruch loszuwerden.

Krankheiten als Gründe für Mundgeruch

Dass Knoblauch, Zwiebel und Zigarette ebenfalls Mundgeruch auslösen, sind nur kurzfristige Problembereiche. Ernstzunehmender ist ein schlechter Atem, der auf Krankheiten zurückzuführen ist. Bakterien können hier ebenfalls im Spiel sein. Das gilt für Rachen- und Kieferhöhlenentzündungen oder Infektionen im Magen-Darm-Trakt. Doch auch Tumore machen sich durch Geruch bemerkbar. Ebenfalls gilt das für Diabetes oder Erkrankungen von Leber und Niere. Hilft sorgfältige Mundhygiene also nicht weiter und der Mundgeruch bleibt erhalten: Dann ist auf jeden Fall eine gründliche Untersuchung beim Zahnarzt oder Arzt angeraten. Das gilt auch, wenn der Geruch beim Ausatmen durch die Nase auftritt. Dann liegen die Ursachen vor allem im Nasen-Rachen-Raum

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