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Die Zahl der verschiedenen Medikamente ist riesig. Quelle: Pixabay.de
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Rezeptfrei Nur Angeberei?

Redaktion - 06.10.2022 - 16:09 Uhr

Medikamente machen es einfach, Krankheiten zu behandeln. Doch nicht alle Gruppen von medizinischen Hilfsmitteln sind einfach frei erhältlich. Grundsätzlich unterscheidet man mehrere Arten von Medikamenten.

 

Welche Gruppen von Medikamenten gibt es?

Sie sind entweder frei erhältlich oder apothekenpflichtig, bzw. rezeptpflichtig. Für die Zuordnung zur jeweiligen Gruppe spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle.

Dazu zählen beispielsweise die ärztliche Diagnose, die Art der Anwendung, die Sicherheit, die Indikatoren, die Gefahr des Missbrauchs und die unerwünschten Nebenwirkungen.

 

Was sind freiverkäufliche Medikamente und Arzneimittel?

Unter freiverkäuflichen Medikamenten versteht man jene, die man nicht nur in den Apotheken, sondern auch in Drogerien, Reformhäusern oder online kaufen kann. Diese Medikamente weisen eine schwächere Wirkung auf als jene Produkte, die nur in Apotheken erhältlich sind.

Für freiverkäufliche Medikamente benötigt man kein ärztliches Rezept. Sie sind nicht verschreibungspflichtig. Schwerwiegende Krankheiten kann man mit diesen Produkten nicht behandeln. Ihre Einnahme dient zumeist der Selbstbehandlung von kleineren gesundheitlichen Problemen, der Vorbeugung und Stärkung der Gesundheit.

Das erklärt bereits den Wegfall der Apothekenpflicht, bzw. der ärztlichen Verschreibung. Diese Medikamente sind im Arzneimittelgesetz, bzw. in der dazu passenden Verordnung explizit genannt. Diese Aufzählung umfasst zahlreiche Produkte, die folgenden Gruppen fallen darunter:

  • Vitaminpräparate
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Gesundheitsfördernde Tees
  • Shampoos
  • Kondome
  • Salben und Gels
  • Einige Augentropfen und Nasensprays
  • Einige Hustensäfte und Tabletten zur Behandlung von Halsschmerzen

Freiverkäufliche Medikamente und Arzneimittel sind leicht zu erkennen. Sie sind nicht nur in Apotheken, sondern auch in Drogerien und Reformhäusern direkt zugänglich. Die Kunden können diese in beliebiger Menge einkaufen und benötigen dazu keine ärztliche Verordnung.

Darüber hinaus kann man diese auch online kaufen. Sie werden nicht nur in den Versandapotheken, sondern auch in Online-Shops angeboten.

Doch auch hier gilt, dass sich die Konsumenten vor der Einnahme über die Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten informieren sollten. Man sollte daher die Risiken von freiverkäuflichen Medikamenten nicht unterschätzen.

 

Was sind apothekenpflichtige Medikamente?

Bei der nächsten Medikamentengruppe ist bereits der Apotheker notwendig, um diese zu beziehen. Sie sind nicht mehr in Drogerien und Reformhäusern erhältlich, sondern werden ausschließlich in Apotheken verkauft.

Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich dabei um eine stationäre, oder um eine offizielle Versandapotheke handelt. Für den Kauf ist keine ärztliche Verordnung notwendig.

Diese Medikamente können ohne ärztliche Überwachung eingenommen werden, denn dafür reicht die Beratung durch einen Apotheker bereits aus. Sie zeigen eine klar nachgewiesene pharmazeutische Wirkung und weisen ein vertretbares und bekanntes Ausmaß an Nebenwirkungen auf.

Die Unterscheidung zu freiverkäuflichen Medikamenten findet oft bereits beim Wirkstoff statt. Produkte, die sich auf das zentrale Nervensystem, die Blutgerinnung, Magengeschwüre oder Wurmbefall auswirken, sind zumeist apothekenpflichtig.

Apotheken führen ein umfangreiches Sortiment an Medikamenten. Quelle: Pixabay.de

Doch auch leichte Schmerzmittel oder Medikamente gegen Erkältungen können nur in Apotheken bezogen werden. Dazu zählen beispielsweise bekannte Produkte wie:

  • Aspirin
  • Dobendan
  • Ibuprofen
  • Paracetamol
  • Voltaren

Die apothekenpflichtigen Medikamente sind in der Apotheke zwar sichtbar platziert, doch sie befinden sich außerhalb des Zugriffs der Kunden. Zumeist werden sie in den Verkaufsregalen hinter dem Tresen platziert.

So können sie zwar beworben werden, die Kunden müssen jedoch gezielt danach fragen und können sich nicht selbst in gewünschter Menge bedienen.

Apothekenpflichtige Medikamente und Arzneimittel werden ebenfalls in stationären und offiziellen Versandapotheken verkauft.

 

Was sind rezeptpflichtige Medikamente?

Die am strengsten geregelte Gruppe von Medikamenten sind die rezeptpflichtigen. Sie werden ausschließlich in stationären Apotheken und offiziellen Versandapotheken verkauft. Damit man sie erwerben kann, benötigt man eine ärztliche Verschreibung.

Nur wer ein Rezept vorlegt, kann sie auch kaufen. Zuvor erstellt der behandelnde Arzt eine Diagnose und verschreibt das richtige Medikament. Mit diesem Rezept kann der Patient in Folge das Medikament in einer Apotheke erwerben.

Alle verschreibungspflichtigen Produkte benötigen eine ärztliche Verordnung. Das Rezept kann nur ein einziges Mal in der Apotheke eingelöst werden.

 

Hier ist die ärztliche Überwachung unbedingt notwendig

Die Einstufung als rezeptpflichtig erfolgt dann, wen das Medikament einer ärztlichen Überwachung bedarf. Eine falsche oder zu stark dosierte Einnahme kann die Gesundheit und in manchen Fällen sogar das Leben des Patienten gefährden. Daneben besteht die Gefahr des Missbrauchs.

Das gilt beispielsweise für Opiate. Darüber hinaus werden Medikamente auch dann verschreibungspflichtig, wenn sie neue Wirkstoffe enthalten, deren Wirkung noch nicht allgemein bekannt ist, bzw. wenn das Produkt sehr große Mengen eines Wirkstoffs enthält.

Dies gilt beispielsweise für eine 1.000 Milligramm-Tablette Paracetamol. Weitere bekannte Medikamente aus dieser Gruppe sind:

  • Antibiotika
  • Antidiabetika
  • Starke Schmerzmittel und Betäubungsmittel
  • Krebsmedikamente
  • Potenzmittel

 

Zertifizierte Online-Plattformen garantieren Seriosität

Das bekannteste Potenzmittel der Welt ist zweifellos Viagra. Bei diesem Medikament kursieren immer wieder Gerüchte, dass man es online ohne Rezept kaufen kann. Doch dabei handelt es sich um eine Falschinformation.

Zwar hat der Sachverständigenausschuss des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte zu Beginn des Jahres auf über Aufhebung der Verschreibungspflicht diskutiert, diese jedoch klar abgelehnt (Quelle: DoktorABC, eine Telemedizin-Plattform).

Die Gesundheit ist hier klar über den Vorteil einer anonymen Bestellung zu stellen. Patienten müssen sich also weiterhin an ihren Hausarzt oder alternativ an eine Telemedizin-Plattform wenden.

Das ist nicht verwunderlich, schließlich kann der Wirkstoff bei speziellen Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schweren Nebenwirkungen führen. Eine ärztliche Diagnose ist daher unbedingt erforderlich.

Offizielle Telemedizin-Plattformen stellen ebenfalls Rezepte aus. Quelle: Pixabay.de

Rechtmäßig zertifizierte Onlineplattformen sind leicht an den offiziellen Siegeln von Behörden zu erkennen. Sie verkaufen Original-Medikamente und liefern diese sicher und legal, auf Wunsch auf Rechnung oder per Nachnahme.

So bleibt sichergestellt, dass die Patienten die gleiche Beratung und Behandlung erhalten, wie sie es aus der stationären Apotheke gewohnt sind. Gerade bei rezeptpflichtigen Medikamenten ist es wichtig, auf Seriosität zu vertrauen.

Der Ablauf bei der Bestellung gleicht jenem in der stationären Apotheke. Zunächst benötigt man bei der Bestellung ein gültiges Rezept des Arztes. Dieses wird entweder in Papierform an die Versandapotheke geschickt oder von einem Tele-Arzt in elektronischer Form weitergeleitet.

Danach bearbeitet die Onlineapotheke die Bestellung und verschickt das gewünschte rezeptpflichtige Medikament an den Kunden.

 

Rezeptpflichtige Medikamente erkennen

In Deutschland müssen verschreibungspflichtige Produkte auf der Verpackung gekennzeichnet werden. Der Begriff „Rx-Präparate“ weist darauf hin, dass für dieses Medikament ein Rezept erforderlich ist.

Apotheker dürfen diese Produkte nicht ohne ärztliche Verschreibung herausgeben. Ausnahmen werden nur dann gemacht, wenn der Apotheker zuvor mit dem Arzt des Kunden telefonisch Rücksprache gehalten hat.

 

Die Farbe liefert wichtige Hinweise

Die ärztlichen Verschreibungen sind die Basis dafür, dass die Patienten ein rezeptpflichtiges Medikament vom Apotheker erhalten. Wer genau hinsieht, wird erkennen, dass die Verschreibungen verschiedene Farben haben.

Diese liefern einen wichtigen Hinweis hinsichtlich der Art des Produktes, bzw. ob die Krankenkasse die Kosten für das Medikament übernimmt oder nicht.

  1. Stellt der Arzt das Rezept auf einem rosafarbenen Papier aus, dann ist sichergestellt, dass die Kosten von der Krankenkasse bezahlt werden. Das Medikament ist dann Bestandteil des Leistungskatalogs der Krankenkasse, sie ist zur Kostenübernahme verpflichtet.
  2. Verwendet der Arzt blaues Papier, dann handelt es sich um ein Privatrezept. Die Kosten werden dann vom Patienten selbst getragen. Es ist drei Monate gültig.
  3. Befindet sich das Rezept auf grünem Papier, dann handelt es sich um ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament. Der Patient bezahlt die Kosten ebenfalls selbst.
  4. Erhält der Patient vom Arzt jedoch ein Rezept auf gelbem Papier, dann handelt es sich bei dem Medikament um ein Betäubungsmittel. Das Rezept ist nur sieben Tage lang gültig.

Rezeptfreie Medikamente sind in Deutschland alles andere als Angeberei. Die Abgabe der Pharmazeutika ist genau geregelt und gibt dem Patienten gleichzeitig wichtige Hinweise über die Wirksamkeit und Stärke.

Die Wahlmöglichkeit zwischen stationären Apotheken und Ärzten, sowie Onlineapotheken und Tele-Medizinern verschafft eine große Flexibilität, die immer mehr Patienten für sich nutzen.

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