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70 Jahre Kreditkarte // © Archiv
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70 Jahre Kreditkarte Vom Klubmitglied zu weltweiter Kundschaft

Redaktion - 08.01.2021 - 10:00 Uhr

Innerhalb von nur 70 Jahren hat die Kreditkarte einen triumphalen Siegeszug um die ganze Welt angetreten. Es gibt nahezu kein Land auf der Erde mehr, in dem nicht mindestens einer der führenden Kreditkartenanbieter vertreten ist. Die Entwicklung ist so beeindruckend, dass Experten dem Plastikgeld die vollständige Ablösung des Echtgeldes zutrauen. Ob raschelnde Banknoten wirklich bald der Vergangenheit angehören, ist ungewiss. Gewiss ist nur, dass Frank McNamara eine Entwicklung in Gang gebracht hat, die den Zahlungsverkehr revolutioniert hat.

Die Legende vom Millionär Frank McNamara, der in einem New Yorker Restaurant neben dem Empire State Building mit seiner unterschriebenen Visitenkarte einen Zahlungsaufschub erhielt, ist natürlich ein Mythos. Eine romantische Marketingstory rund um die Geburt der ersten Kreditkarte und ausgedacht vom 23-jährigen Matty Simmons in seiner Funktion als allererster PR-Chef des Diners Club. Dieses Unternehmen gründete McNamara nämlich 1950 nach dem peinlichen Vorfall im Restaurant, angeblich um mit der Ausgabe der Diners Card seinen Gesinnungsgenossen solche Kompromittierungen zu ersparen.

Gründung des WorldWideWeb war ein Segen für die Kreditkarte
Der erste Durchbruch gelang zwar schon 1952, als der Finanzier und Enkel der Kaufhauskette Bloomingdale‘s, Alfred Bloomingdale, dem Diners Club beitrat. Sein guter Ruf und sein Einfluss bescherten dem Klub nicht nur neue Mitglieder, sondern auch weitere Akzeptanzstellen.

Einen ordentlichen Schub brachte vor allem die Erfindung des Internets. Zu Beginn der ersten Online Shops gab es noch keine digitalen Zahlungsdienstleister wie PayPal, Skrill oder Giropay. Bezahlt wurde deshalb im Netz hauptsächlich mit Kreditkarte. Amazon garantierte den sofortigen Versand der Waren bei dieser Zahlungsart. Und auch das Bezahlen in den ersten Online Casinos mit Kreditkarten ermöglichte den sofortigen Spielbeginn. Erst kurz vor der Jahrtausendwende entstanden PayPal, Neteller und Co. Da überstiegen die Umsätze der Kreditkartenanbieter längst die Milliardengrenze.

Anfang der Kreditkarte verlief schleppend - Nur 200 Diners Club Mitglieder im ersten Jahr
Natürlich war die braune Diners Club Karte aus Karton noch keine Kreditkarte im buchstäblichen Sinne. Das bargeldlose Zahlungsmittel galt nur für 27 Restaurants in New York und der Saldo musste am Monatsende stets komplett abgezahlt werden. Der Diners Club entlohnte die Restaurants und stellte die Beträge dann seinen bis dahin 200 Mitgliedern in Rechnung. Damit gehörte die Diners Card zu den sogenannten Travel- und Entertainment-Kreditkarten, die primär auf die Bedürfnisse der geschäftlich und privat Vielreisenden ausgerichtet sind. Sie haben ihren Geltungsbereich vorwiegend im Umfeld der Reisebranche, also in Hotels, Restaurants, bei Mietwagengesellschaften und Fluglinien.

Die erste Bankkreditkarte
Es dauerte dann noch weitere sechs Jahre, ehe die eigentliche Geburtsstunde der Kreditkarte schlug. In Fresno, Kalifornien, spielten die Manager der Bank of America mit dem Gedanken, auch dem Normalbürger das profitable Geschäft des Kreditwesens zugänglich zu machen. Eine Kreditkarte im wahrsten Sinne des Wortes, deren Saldo auch längerfristig abgestottert werden konnte, sollte im Konsumentenparadies USA den Markt erobern. Der Zeitpunkt war günstig. Ende der 50er Jahre wurde das gesellschaftliche Tabu, Schulden zu machen, langsam aufgeweicht. Die Bank Americacard wurde ein voller Erfolg.

American Express und Mastercard ziehen nach
Der geschäftliche Erfolg blieb natürlich von der Konkurrenz nicht unbemerkt. Noch im gleichen Jahr wie die Bank of America stieg der 1860 gegründete Reise- und Finanz-Dienstleistungskonzern American Express ins Kreditkartengeschäft ein. Clou der damaligen American Express Card war, dass es kein Kreditlimit gab. Drei Monate reichten dem Konzern, um mehr als 250.000 Kunden zu werben. Unter den ersten Kunden befand sich auch Elvis Presley, dessen Erstkarte 1996 bei einer Auktion in Las Vegas einen Verkaufserlös von 63.000 Dollar erzielte.

Die spätere MasterCard startete im August 1966 unter dem Namen ICA-Card (Interbank Card Association). Die Macher hatten die Entwicklung schon acht Jahre verfolgen können und griffen gleich richtig an. Gleich mehrere Banken schlossen sich zusammen und verwalteten die Kreditkartenumsätze über ein dezentrales Netzwerk. Die Ausgabe beschränkte sich nicht mehr auf die Vereinigten Staaten, sondern weitete sich über Kanada, Mexiko und Japan bis nach Europa aus, sodass Mitte der 60er Jahre die Eurocard entstand. Ebenfalls 1966 gab das Bankhaus Barclays Bank PLC die erste Kreditkarte in Großbritannien heraus, die Barclaycard.

Immer mehr Angebote, Features und Dienstleistungen der Kreditkartenkonzerne
Nach und nach wurde das Spektrum der Kreditkarten immer mehr erweitert. Einerseits, um neue Kunden zu gewinnen, andererseits aber auch, um vorhandene Kunden zu binden. Die Zusatzleistungen und Bonussysteme wurden bei den Kreditkarten mit Namenszusätzen wie Classic, Gold oder Platin kenntlich gemacht. Welche Unterschiede die einzelnen Bezeichnungen besonders bei Visa und Mastercard im Detail aufweisen, ist sehr schön auf der Webseite von Verivox beschrieben. Die fünf bekanntesten Kreditkartenanbieter weltweit sind:

  • Visa
  • Mastercard
  • American Express
  • Diners Card
  • Barclaycard

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