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Gefühltes Tagebuch: Kunterbunter
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Apropos Leben Gefühltes Tagebuch: Kunterbunter

rb - 07.03.2022 - 07:00 Uhr

Unser Alien macht die Augen weit auf: „Die Wirklichkeit ist wohl für die Menschen sehr begrenzt. Auch wenn sie scharf hinsehen, erkennen sie manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Und dann können die Menschen noch nicht einmal Infrarot oder Ultraviolett sehen. Ich weiß gar nicht, wie man so durchs Leben kommt.“

Farben sind ein geniales Kommunikationssystem, das sich im Laufe der Evolution entwickelt hat. Physikalische Gegebenheiten auf der Erde haben biologische Entwicklungen in Gang gesetzt. Beim Sehen gibt es einige Konstanten, die das Leben ermöglichen und das Überleben sichern. Wer im Wald einen Pilz mit rotem Hut und weißen Punkten findet, der weiß Bescheid – hoffentlich. Der Fliegenpilz gilt als Glücksbringer und ist Pilz des Jahres 2022. Seine Farbe ist Warnung und Verlockung zugleich. Der Name hat mit den Fluginsekten hingegen weniger zu tun. Vielmehr soll er früher von Schamanen genutzt worden sein, um psychedelische Wirkung und damit verbundene Glücksgefühle zu erzeugen. Daher auch der Begriff „Glückspilz“. Dieser hochgiftige Pilz soll zudem Gartenzwergen und sogar dem Weihnachtsmann zur farblichen Gestaltung ihrer Mützen verholfen haben.

Farben spielten schon seit Anbeginn der Zivilisation eine große Rolle: Höhlenmalereien waren vorwiegend in Schwarz und Rot gehalten. Kohle und verschiedene Mineralien waren die ersten Ausgangsstoffe für diese farblichen Zeugnisse menschlicher Kultur. Man fing bald an, den Körper zu bemalen, um Zugehörigkeit und Zeremonien symbolisch zu unterstreichen. Das hat sich bis heute zum Beispiel bei Uniformen erhalten. Auch der Attraktivität hat man schon früh mit Körperbemalung auf die Sprünge geholfen. In Marketing und Werbung spielen Farben eine besondere Rolle. Manche Produkte verkaufen sich einfach nicht mehr, wenn das Farbdesign wechselt. Hier kommen Gewohnheit und uralte Instinkte zum Tragen.

Der Regenbogen ist ein wundervolles farbliches Naturschauspiel und ein Symbol für Vielfalt und Toleranz. In ihm sind alle Farben des sichtbaren Spektrums enthalten und am Ende des Regenbogens soll das Glück warten. Der Frühling, mit seinem häufigen Wechsel von Sonne und Regen, ist die Zeit, wo der Regenbogen häufig am Himmel erscheint. Manchmal sogar zwei nebeneinander. Dann kann man sich etwas wünschen. Und der Glaube daran kann Berge versetzen. Man kann es andererseits kaum glauben: Es gibt sogar unbunte Farben. Das sind Weiß, Schwarz und Grau. Diese Neutralfarben haben auch symbolische Bedeutungen. Sie gelten als wenig emotional, dafür als seriös und manchmal auch etwas langweilig. Manche Menschen können sogar Töne mit Farben verbinden. Töne haben eine Klangfarbe. Stichwort Musik: Wenn etwas kunterbunt ist, dann herrscht ein fröhliches Durcheinander. Dieser Begriff geht erstaunlicherweise auf den musikalischen Kontrapunkt zurück. Also von „Punkt“ zu „Bunt“ – da hat der Volksmund einen gewagten Schritt getan. Die Vielstimmigkeit des Kontrapunktes in Verbindung mit der farblichen Vielfalt der Buntheit mag hier die Brücke geschlagen haben. Und manchmal wird es einem zu bunt, der Geduldsfaden reißt – man verliert vielleicht gerade den Überblick und möchte in gewohnte Umstände zurückkehren. Friedrich Nietzsche hat einmal etwas sehr Schönes geäußert: „Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens“. Und der antike Philosoph Seneca meinte: „Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück. Es kommt nicht darauf an, wie lang es ist, sondern wie bunt“. Das gibt doch Hoffnung.

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