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Apropo Leben // © SolStock
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Apropos Leben Gefühltes Tagebuch: Liebe Gewohnheiten

rb - 17.12.2021 - 10:00 Uhr

Unser Alien schüttelt den Kopf: „Die Menschen sind schon seltsame Wesen. Jeden Tag machen sie dasselbe. Das muss doch langweilig sein. Immer die gleiche Routine. Sie denken wahrscheinlich gar nicht mehr darüber nach. Gewohnheitstiere eben. Warum machen die das?“

Eine gute Frage. Genau daran liegt es, wenn wir jeden Morgen etwa zur selben Zeit im Badezimmer die Zähne putzen, danach duschen, schließlich den Kaffee schlürfen. Darüber denken wir tatsächlich nicht mehr viel nach. Vielleicht erst dann, wenn die Zahnpastatube plötzlich leer ist oder nur noch kaltes Wasser aus der Leitung kommt. Wir lieben manche Gewohnheiten und sind froh, wenn wir unser „Programm“ erfüllt haben ohne nennenswerte Vorkommnisse. Allerdings gibt es auch Gewohnheiten, die wir oder unsere Mitmenschen ablehnen und trotzdem beibehalten. Um sich von diesen zu trennen, sollte man sich diese erst einmal bewusst machen. Nägel kauen oder in der Nase bohren sind zum Beispiel Angewohnheiten, die im Allgemeinen nicht besonders akzeptabel sind. Auch Rauchen gehört heutzutage zu diesen ungeliebten Dingen.

Warum also halten wir daran fest? Nun, es gibt immer Gründe für Angewohnheiten, auch wenn diese nicht immer auf der Hand liegen. Stress kann ein Auslöser sein. Zur Entlastung greifen wir zu Maßnahmen, die kurzfristig die Seele beruhigen. Oft wissen wir auch, dass unser Verhalten nicht wirklich zielführend ist. Und doch machen wir es. Es haben sich Bahnen im Gehirn entwickelt, vielleicht schon seit frühester Kindheit, die eine Art Belohnung versprechen. Das Gehirn verbraucht zur bewussten Steuerung von Handlungen Unmengen an Sauerstoff und Energie. Um dies zu reduzieren, gehen wir in den Sparmodus und bleiben bei eingespielten Mustern. Um die guten Angewohnheiten müssen wir uns nicht soviel kümmern: Die ungewollten Routinen, da liegt der Knackpunkt. Sie funktionieren genauso wie die Gewollten. Sie sind an Auslöser gebunden. Also wäre es eine Idee, die Auslöser örtlich, zeitlich, gefühlsmäßig und im sozialen Kontext zu ändern. Man ersetzt die Reaktionsmuster mit anderen, die zielführender sind. Dazu muss man sich allerdings der Ziele bewusst werden: Was will ich eigentlich?

Mit Willenskraft allein ist es nicht getan. Das kennen wir alle: Am Silvester schwören wir uns und anderen, dass im neuen Jahr dieses und jenes anders und besser werden soll. Eine Woche später ist dann wieder alles beim Alten. Also braucht es Motivation. Und Babyschritte. Denn alles auf einmal läuft nicht. Wenn wir uns vornehmen, ein Kilo im Monat abzunehmen, dann ist das vielleicht machbar. Jeden Tag eine Viertelstunde Hanteln zu stemmen, auch das würden wir innerlich akzeptieren. Da macht der innere Schweinehund noch mit, der ja nur unser Bestes will. Nämlich Schonung der Ressourcen. Wenn sich dann herausstellt, dass das Pensum mit Leichtigkeit erfüllbar ist, packt uns der Ehrgeiz. Aber Vorsicht, jetzt nicht zu viel drauf packen. Mit der Zeit haben wir dann wahrscheinlich stabile Ergebnisse. Und die Belohnung nicht vergessen! Diese merken wir uns nämlich und die Aussicht auf angenehme Dinge hält uns bei der Stange. Gewohnheiten betreffen ja nicht nur uns selbst, sondern auch das Zusammenleben mit anderen. Beziehungen können durch bestimmte Verhaltensweisen schwer belastet werden. Haare im Waschbecken oder seinem Partner permanent ins Wort fallen, das kann auf Dauer die größte Liebe versauern. Marie von Ebner-Eschenbach hat es so ausgedrückt: „Die Liebe überwindet den Tod, aber es kommt vor, dass eine kleine üble Gewohnheit die Liebe überwindet.“ Also lohnt es sich, mit einer gewissen Selbstüberlistung und den Erkenntnissen der Neurowissenschaften an sich zu arbeiten. Allerdings immer mit der Erkenntnis: Nobody is perfect!

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