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Mein schönstes Liebeserlebnis // © ernerimages
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Mein schönstes Liebeserlebnis Love by Elektro-Post

rb - 25.03.2017 - 07:00 Uhr

Manchmal ist es wie verhext: Ich bin Teleworker, daher arbeite ich mit dem PC von daheim. Dann ist es natürlich doof, wenn das Internet ausfällt. Also rufe ich bei der Störungsstelle an. Ja, sagt man mir, das ist in ein paar Stunden behoben. Naja. Also offline ein bisschen Bürokram machen. Plötzlich blinkt es wieder am Router. Alles klar. Ich muss dringend eine E-Mail verschicken - der Kunde  wartet schon. Und abgeschickt. Dann merke ich, dass ich mich in der Eile bei der Adresse vertippt habe. Oops! Prompt kommt die Antwort: „Es ist ja sehr interessant, dass Sie Matratzen zu einem unheimlich günstigen Preis anbieten, aber ich habe schon eine...“. Dazu ein Knieper-Smiley.  Auweia. Schnell eine E-Mail mit Bedauern abgesetzt. Wieder eine Antwort: „ Ist nicht schlimm, das war eine sehr nette Email, allerdings liege ich bereits sehr komfortabel...“. Wieder ein Smiley. Na, der hat ja Humor, denke ich so bei mir. Dann schicke ich die richtige Email an die richtige Adresse, damit alles seine Ordnung hat. 

Ein paar Tage später bekomme ich eine E-Mail von Empfänger, der gar nicht gemeint war: „Ich habe mir das überlegt. Vielleicht ist das gar keine schlechte Idee. Wo kann man Probeliegen?“ Hää? Das kann der doch wohl nicht ernst meinen, oder?! Ich gehe darauf ein, so zum Spaß. Um genau Auskunft geben zu können über die Produkte, habe ich unsere Matratze natürlich auch in Betrieb. Da liegt man wirklich sehr bequem drauf. „Da müssten Sie schon mal vorbei kommen...“, schreibe ich zurück. Es stellt sich heraus, dass der Unbekannte nicht weit entfernt wohnt. Was für ein Zufall! Ist ja eine schräge Nummer. Wir mailen noch ein wenig hin und her, dann sind wir uns einig. Er kommt mal vorbei. Er hat allerdings nur am Samstag Zeit. Ok. Zur Vorbereitung meines „Kundenbesuchs“ ziehe ich das Bett ab und arrangiere mein Schlafzimmer wie einen Showroom,  so halbwegs jedenfalls. Dann koche ich Kaffee, hole das gute Geschirr aus dem Schrank und decke den Wohnzimmertisch ein. Noch ein paar Kekse, fertig! Das soll ja schließlich auch Stil haben, so ein privater-beruflicher Termin. Es klingelt. In der Tür steht ein knuffiger Bartträger, so meine Größe. Seine Zähne blitzen gepflegt. Mmh. Ich merke sofort, dass er Männer mag. Wir begrüßen uns erst mal förmlich, dann bricht das Eis schnell. „Sie haben es aber nett hier, diese Gegend kenne ich gar nicht.“ Ja, ich wohne etwas ländlich, abseits vom Trubel der Innenstadt. Wir setzen uns gemütlich zum Klönen. Dann möchte Walter, so heißt er nämlich – wir sind beim „Du“, alles über Matratzen wissen. Ich bin ganz in meinem Element. Schlaf ist ja so wichtig für den Körper und das Wohlbefinden. Er hört aufmerksam zu, grinst dann nach einer Weile. „Jetzt würde ich gerne aber mal das gute Stück in Augenschein nehmen.“ Gesagt, getan. Wir gehen rüber in mein Schlafgemach. Bei der Gelegenheit erzählt mir Walter, dass er schon eine Weile in den gängigen Online-Portalen unterwegs ist, um Leute kennen zu lernen. Das war aber bisher ein Reinfall. Mir geht es genauso, denn da will man ja immer gleich zur Sache kommen. Ich bin eher romantisch veranlagt. Wir müssen lachen. Dieses „Date“ hat ja auch nicht gerade romantisch begonnen. Aber soll man dem Zufall nicht eine Chance geben? 

Walter zieht sich die Schuhe aus und legt sich auf die Matratze. „Da liegt man ja sehr angenehm, nicht zu hart und nicht zu weich. Wie ist es denn, wenn zwei darauf liegen?“ Also lege ich mich dazu. Er knufft mich verspielt in die Seite. Wir küssen uns. So eine seltsame Situation, denke ich. Wir lieben uns leidenschaftlich. Walter meint danach, die Matratze hat den Test bestanden. Seitdem sind wir ein Paar, denken schon über Heiraten nach. Wir haben uns auch ein neues Bett gekauft, natürlich mit meiner Premium-Matratze. Mein Chef hat mir dafür übrigens einen besonderen Rabatt gegeben. Das nenne ich mal ein Happy End. Und ich danke dafür auch der Elektro-Post! 

 

Mediales Liebeswerben

Mit der Zeitung kam auch die Heiratsannonce. Früher wurde Liebesbegehren noch sehr höflich ausgedrückt. Schließlich las ja die Öffentlichkeit mit. Das Internet änderte alles: Man kann sich jetzt auch mit Fotos und Videos präsentieren. Auch die Formulierungen werden eindeutiger. Mit dem Handy und Apps wie Grindr beschleunigt sich das Ganze. Heute kann man im Stundentakt Dates arrangieren. Vielleicht bleibt dabei allerdings die Romantik etwas auf der Strecke. 

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