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Queere Mode im Wandel der Zeit
Rubrik

Immer gut gestylt Queere Mode im Wandel der Zeit

Redaktion - 19.10.2023 - 11:00 Uhr

Mode ist eine Form der nonverbalen Kommunikation und zugleich eine Repräsentation des aktuellen Zeitgeists. Der queeren Mode kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, denn sie weicht vor allem durch spezielle Symbole und Elemente vom Mainstream ab. Teilweise haben sich ganze queere Subkulturen mit eigenen Trends und Erkennungszeichen gebildet.

Eine kleine Geschichte der queeren Subkulturen

Die Vielfalt der LGBTQIA+-Szene drückt sich am besten in den verschiedenen Subkulturen aus, die sich in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt haben. In den pompösen Looks der Drag Queens, dem maskulinen Style der Butches oder dem dominanten Auftreten der Ledermänner zeigt sich, dass auch das Selbstverständnis innerhalb der Szene abweichen kann. Eines haben aber all diese Subkulturen gemeinsam: Sie schaffen ein Gefühl der Identität und holen queere Menschen aus dem Schatten in den Vordergrund.

Dragqueens erobern die Bühne

Wir kennen Drag Queens als schillernde Repräsentant:innen der queeren Szene. Ihre Geschichte begann aber im Untergrund im New York der 1980er-Jahre, in den sogenannten Ballrooms. Dort kleideten sie sich nach Lust und Laune in Frauenkleidern, schminkten sich und traten auf. Modisch drückten sie sich mit opulenten Perücken, überbordendem Make-up und einer Überzeichnung der bis dahin als typisch weiblich erachteten Eigenschaften aus. Queere Jugendliche aus der Nachbarschaft fanden hier Zuflucht und ein soziales Gefüge, in dem sie willkommen waren. Während früher vor allem schwule Männer als Drag Queens auftragen, hat sich das Spektrum heute deutlich erweitert. Die Szene ist aber noch immer integraler Teil der queeren Gemeinschaft und mittlerweile auch in weiten Teilen der Mehrheitsgesellschaft anerkannt und beliebt.

Butch-Lesben brechen die Genderrollen auf

Schon Marlene Dietrich zeigte sich in den 30er-Jahren im Hosenanzug. Damals wurde sie als geschmacklos verschrien, doch bereits in den 40er-Jahren hatte sich die Hose auch als Frauenkleidungsstück etabliert. Damen, die allzu maskulin auftraten, wurden infolgedessen als Butches beschimpft. Diese Bezeichnung machten sich die Lesben in den 50er-Jahren zu eigen. Sie zeigten sich selbstbewusst in männlich konnotierter Kleidung und griffen beispielsweise zu Stiefeln, die infolgedessen zu einem wichtigen Modeelement in der lesbischen Mode wurden. Die Frauen trugen sie im Alltag sowie auf Protestmärschen und kombinierten sie mit Jeans und Flanellhemd oder robuster Arbeiterkleidung. Die kultigen Stiefel von Dr. Martens zum Beispiel werden auch jetzt noch von vielen queeren Frauen und Männern gerne angezogen.

Die Lederszene – ein Fetisch wird zur Subkultur

Inspiriert von der Rocker- und Motorradfahrer-Szene entwickelte sich der schwule Lederlook. In Deutschland trat er vor allem in den 1970er-Jahren in Erscheinung. Die ersten Ledermänner gab es aber schon nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA. Wie der Name bereits erahnen lässt, steht Lederbekleidung im Fokus der Subkultur. Vor allem männlich wirkende Designs, die eine gewisse Dominanz versprühen, sind charakteristisch. Verbreitet war dieser Look bei schwulen Männern, die BDSM praktizierten. In der heutigen Zeit ist die Lederszene weiterhin aktiv und kommt in sogenannten Lederclubs zusammen. Auch auf dem Christopher-Street-Day begegnen wir häufig komplett in Leder gekleideten queeren Menschen. 

Symbole in der queeren Mode im Laufe der Jahrzehnte

Neben zahlreichen Subkulturen wurde die queere Mode durch diverse Symbole geprägt, die sich mit Zeit gewandelt haben. Früher dienten sie vornehmlich als Erkennungszeichen oder als Protest. Vor allem in den 70er Jahren kam Schwung in die Schwulen- und Lesbenbewegung, sodass in dieser Zeit immer mehr Symbole sichtbar getragen wurden. Heute sind sie zumindest in der westlichen Welt ein Ausdruck des Stolzes, der Repräsentation und der Solidarität.

Rosa Winkel – von der Brandmarkung zum Symbol des Protests

Die Geschichte hinter dem Rosa Winkel ist ein düsteres Kapitel, denn dabei handelt es sich um das Zeichen, das Homosexuelle während der Zeit des NS-Regimes zur Erkennung tragen mussten. Das auf dem Kopf stehende rosa Dreieck wurde den KZ-Häftlingen auf der Brust aufgenäht. Jahre später bemächtigte sich die queere Szene des Symbols und setzte es schließlich selbstbestimmt aus Protestzwecken ein. In den 1970er-Jahren wurde es ein wichtiges Symbol der weltweiten Schwulenbewegung, bis es schließlich in den 90er-Jahren weitestgehend durch die noch heute bekannte Pride-Flagge abgelöst wurde.

Hanky Codes – sexuelle Vorlieben über das Outfit kommunizieren

Lange war es für queere Menschen undenkbar, ihre Sexualität offen auszuleben und vor allem vor der Mainstream-Gesellschaft zu zeigen. In den 1970er-Jahren entstand in der Schwulenszene deswegen der sogenannte Hanky Code. Dabei wurden Taschentücher auf verschiedene Arten getragen. Wird es in die linke Gesäßtasche gesteckt, bedeutet das, dass der Träger den aktiven Part bevorzugt. Rechtsträger sind hingegen eher passiv. Trug ein Mann das Taschentuch um den Hals, war er flexibel eingestellt. Das Raffinierte an diesem Symbol war, dass es von nicht Eingeweihten nicht erkannt werden konnte. Heute sind Hanky Codes in der westlichen Gesellschaft weitestgehend überflüssig geworden, da die Kommunikation viel offener ist.

Die Doppelaxt – ein Zeichen der Lesbenbewegung

Auch viele lesbische Frauen begannen in den 70er-Jahren, ihre sexuelle Orientierung nach außen oder zumindest anderen homosexuellen Frauen zu zeigen. Als Symbol wählten sie die Doppelaxt, die sie zum Beispiel in Form von Schmuck um den Hals trugen. Heute ist das Zeichen seltener zu sehen, wird aber noch immer verwendet. 

Die Pride-Flagge löst den Rosa Winkel ab

Eines der wohl prominentesten Symbole der queeren Szene ist die Regenbogen- oder Pride-Flagge. Sie wurde 1978 das erste Mal gehisst und wird heute noch auf großen Paraden geschwungen. Zugleich ist sie fester Bestandteil der queeren Mode geworden und wird auch gerne von Allies getragen, um ihre Unterstützung für die Szene offen zu zeigen. Mit ihren bunten Farben verbreitet sie nicht nur die Botschaft von Toleranz, sondern sorgt auch für gute Laune. Sie ist auf vielen Kleidungsstücken zu finden und wird mal großflächig und mal dezent als modisches sowie gesellschaftspolitisches Statement eingesetzt. 

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