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Amoklauf in Colorado Springs
Rubrik

Amoklauf in Colorado Springs War das Motiv des Amokläufers Hass auf die eigene Community?

ms - 23.11.2022 - 08:48 Uhr

Im Fall des Amoklaufs in Colorado Springs am vergangenen Wochenende, bei dem fünf Menschen getötet und rund 25 weitere Besucher des Nachtclubs Q teilweise schwer verletzt worden sind, gibt es Neuigkeiten über den mutmaßlichen Attentäter: Der 22-jährige Anderson Lee Aldrich ist nicht-binär; das erklärten die Anwälte von Aldrich jetzt offiziell. In der LGBTI*-Community des Bundesstaates Colorado steht nun die Frage im Raum, ob der nicht-binäre mutmaßliche Amokläufer vielleicht aus Hass auf die eigene Community gehandelt haben könnte.

Aldrich verwendet geschlechtsneutrale Pronomen

Aktuell befindet sich Aldrich nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus am gestrigen Dienstag inzwischen im Gefängnis von El Paso County. Noch wurde offiziell nicht final Anklage erhoben, von Seiten der Staatsanwaltschaft wurde erklärt, dass man erst nach Sichtung aller Beweise fundiert Stellung beziehen werde. Unklar ist auch noch, ob Aldrich aufgrund eines Hassverbrechens angeklagt werden wird, der Tatbestand erfordert den Beweis darüber, dass der Schütze durch Vorurteile motiviert gewesen war, beispielsweise gegen die tatsächliche oder wahrgenommene sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität der Opfer. Als gesichert scheint, dass Aldrich aufgrund mehrerer Morde angeklagt werden wird. In den aktuellen Gerichtsunterlagen ist zudem bisher vermerkt: "Anderson Aldrich ist nicht-binär. Er verwendet die Pronomen they/them und wird in allen formellen Unterlagen als Mx. Aldrich angesprochen werden.“

Spekulationen um geschlechtliche Identität

Ob der mutmaßliche Attentäter tatsächlich nicht-binär ist, wird seit Bekanntwerden in den Medien sowie auf Social Media strittig diskutiert. Einerseits könnte sich der 22-jährige mutmaßliche Schütze so eine mildere Strafe bezüglich der Causa Hassverbrechen im Prozess erhoffen, andererseits dürfte aus juristischer Sicht fraglich sein, ob sich eine Nicht-Binärität bei einem fünffachen Mord mit offensichtlich bewusster Tötungsabsicht wirklich strafmildernd auswirken würde. Online wird ebenso viel darüber spekuliert, ob Aldrich vielleicht Probleme mit der eigenen LGBTI*-Community hatte – der Club Q war der einzige Anlaufpunkt für LGBTI*-Menschen in der Region und wurde zumeist von Schwulen und Lesben besucht.

In Colorado Springs selbst versammelten sich auch am Dienstagabend abermals mehrere hundert Menschen in der Nähe des Clubs, um den fünf getöteten Menschen im Alter zwischen 22 und 40 Jahren zu gedenken. Nur durch das schnelle Eingreifen eines zufällig im Club anwesenden, ehemaligen US-Soldaten war verhindert worden, dass der Schütze noch mehr Besucher des Nachtclubs hatte töten können.    

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