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Kampf um die Ehe für alle in Indien
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Anhörung im Oktober Kampf um die Ehe für alle in Indien

co - 23.09.2020 - 14:00 Uhr

Genau zwei Jahre ist es her, seit der indische oberste Gerichtshof sich vom dem Kolonial-Gesetz verabschiedete, das Homosexualität zum Verbrechen erklärte (SCHWULISSIMO berichtete). Nun wollen LGBTI*-Aktivisten die Ehe für alle einführen. Die Anwälte Raghav Awasthi und Mukesh Sharma erhoben dazu eine Zivilklage. Darin heißt es, dass die gleichgeschlechtliche Ehe im Hindu-Ehegesetz von 1955 nicht explizit verboten sei. Außerdem stehe laut der indische Verfassung jedem das Recht auf Ehe als Teil des Rechts auf Leben zu – logischerweise müsse die Ehe also allen offen stehen.

Generalstaatsanwalt Tushar Mehta besteht laut The Print allerdings darauf, dass gleichgeschlechtliche Verbindungen weder ein Teil „unserer Kultur“ seien noch vom Gesetz unterstützt würden. Auch wenn das Hindu-Ehegesetz nur „zwei Hindus“ erwähne, spreche das Gesetz an anderen Stellen nur von Ehemann und Ehefrau. In Anbetracht dieses Einwurfes sollen die Kläger nun zur Anhörung im Oktober eidesstattliche Erklärungen von LGBTI*-Personen vorlegen, die durch die fehlende Option zur gleichgeschlechtliche Ehe geschädigt wurden.

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