Direkt zum Inhalt
Frankreich schließt Moschee wegen Reden eines Imams
Rubrik

Er predigte den Hass Frankreich schließt Moschee wegen Reden eines Imams

co - 29.12.2021 - 12:00 Uhr

Die Moschee in der nordfranzösischen Stadt Beauvais muss für sechs Monate schließen, weil einer ihrer Imams Hassreden verbreitet hatte.

Radikale Predigten

Der Imam war erst vor kurzem zum Islam konvertiert und nutzte seine Predigten, um Hass gegen Christen, Juden und LGBTI* zu schüren und den Jihad zu verteidigen. Weil er damit Hass und Gewalt anstachelte, entschloss sich das Parlament der Region Oise dazu, die Moschee zu schließen. Das geschah zwei Wochen nachdem Innenminister Gérald Darmanin wegen der „inakzeptablen“ Reden das Verfahren zur Schließung angestoßen hatte. Das Regionalparlament war gesetzlich dazu verpflichtet, vor dem Beschluss irgendwelcher Maßnahmen erst zehn Tage lang Informationen einzuholen. Ein Anwalt, der für die Organisation hinter der Moschee arbeitet, soll laut der Daily Mail erklärt haben, dass die Aussagen des Imams „aus dem Kontext gerissen“ worden seien. Außerdem sei der Imam bereits vom Dienst suspendiert worden.

Härtere Kontrollen für Gotteshäuser

Anfang des Jahres gab die französische Regierung bekannt, dass sie Gebetsstätten und Vereinigungen, denen die Verbreitung radikaler islamischer Propaganda nachgesagt wird, stärker kontrollieren wolle. Grund dafür war der Mord am Lehrer Samuel Paty im Oktober 2020. Der Lehrer hatte während des Unterrichts die umstrittenen Mohammed-Karikaturen gezeigt. Etwa 100 verdächtige Moscheen wurden seither vom Innenministerium untersucht.

Auch Interessant

Angst vor der eigenen Meinung?

Darf ich noch sagen, was ich denke?

Spätestens seit den ersten kritischen Aussagen vor rund zwei Jahren von Harry-Potter-Bestellerautorin JK Rowling über trans-Personen kocht die Debatte
Missbrauchs-Skandal

Polnische Diözese will ablenken

Janus Szymik (48) wurde als 12-jähriger Messdiener von einem Priester missbraucht. Jetzt klagte er gegen die polnische Diözese Bielsko-Zywiec.
LGBTI*-Debatte auf Steam

Ist Tabletop Simulator transphob?

Berserk Games wird in negativen Reviews zum Tabletop Simulator vorgeworfen, LGBTI*-feindlich zu sein. Positive Rezensionen finden das hingegen gut.
Schutzstatus im Grundgesetz

Erweitertes Diskriminierungsverbot

Sven Lehmann (Grüne) will den Schutz sexueller Vielfalt im Grundgesetz verankern. Bisher ist im Diskriminierungsverbot nur das Geschlecht erwähnt.
Rückenwind beim Selbstbestimmungsgesetz

Hormontherapie für trans-Kids?

Eine geschlechtsangleichende Hormontherapie, beginnend bereits bei Jugendlichen, kann laut Studie zu einer besseren psychischen Gesundheit führen.